Vergnügen auf Gut Sandbeck „Seid Ihr alle da?“

13. Figurentheater-Festival „Spectaculum!“ verzaubert noch bis Freitag kleine und große Fans des Puppentheaters in Osterholz-Scharmbeck.
05.12.2017, 15:47
Lesedauer: 2 Min
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Von Ilse Okken

Osterholz-Scharmbeck. Der Kasper mit seinem Hund Schlappi und seiner Tante Frieda, Die Olchis aus Schmuddelfing, der kleine Hase, Petterson und sein Kater Findus sowie Mozart und sein Rivale Salieri – sie alle sind in dieser Woche auf Gut Sandbeck zu Gast beim 13. Figurentheater-Festival „Spectaclulum!“.

Jens Welsch vom Kunstverein Osterholz, der diese Veranstaltungsreihe unterstützt von Volksbank und Kreissparkasse organisiert hat, ist ein großer Liebhaber und Kenner der Puppenspieler-Szene. Mit der Frage „Seid Ihr alle da?“, begrüßte er die vielen Kinder aus Kindergärten und Grundschulen, die gekommen waren, um sich eines der vier verschiedenen Stücke anschauen.

Zunächst stand „Das Winterwunder“, ein modernes Kasperlestück von Friedrich Arndt, auf dem Programm. Puppenspieler Andreas Blaschke vom Figurentheater Köln hatte es unter der Regie von Wolfgang Buresch, der einst den Hasen Cäsar sprach, einstudiert. Den Tipp zu diesem Stück bekam er vom Jens Welsch, der selbst ein leidenschaftlicher Puppensammler ist. „Ich besitze das Archiv der Hohnsteiner Bühne und habe bei der Durchsicht der Stücke das ‚Winterwunder’ entdeckt. Es ist ein Stück, das gut in die Adventszeit passt“, erzählt Welsch.

Die Geschichte kommt ganz ohne Christkind, Nikolaus oder Weihnachtsmann aus. Der Kasper baut einen Schneemann und lädt ihn zum Weihnachtsfest ein. Mit seinem Hund Schlappi macht er sich auf den Weg zu König Winter, um die Erlaubnis dafür zu holen. Unterwegs müssen sie einige Prüfungen bestehen und treffen auf den Eisriesen, dem der mutig-freche Kasper den Zauber-Eiszapfen klaut.

Die Kinder wippen im Takt zu den Weihnachtsliedern, die das Stück begleiten und singen unter Anleitung des Kaspers kräftig mit. Gespannt verfolgen sie das Geschehen auf der Puppenbühne. „Der ist in der Eishöhle! Der ist erfroren“, rufen sie dem Kasper zu, als dieser seinen Hund sucht. „Die Reaktionen der Kinder sind echt. Dieses Life-Erlebnis können andere Medien nicht ersetzen“, meint Andreas Blaschke.

Wie diese Kinder saß auch er einst im Puppentheater und war fasziniert. Von Stund’ an wollte er unbedingt Puppenspieler werden. Zu Weihnachten bekam er ein vom Vater gebautes Kasperltheater geschenkt und unterhielt damit fortan die Familie. Zur Konfirmation der Schwester spielte er Goethes „Faust“. Er absolvierte eine Ausbildung im Hänneschen-Theater in seiner Heimatstadt Köln und gründete 1989 mit 23 Jahren das Figurentheater Köln. „Das ist immer noch mein Traumberuf“, sagt er heute. Hinter der Bühne ist sein voller Körpereinsatz gefordert. Andreas Blaschke spricht die verschiedenen Rollen der Puppen, die Tante Frieda zum Beispiel mit rheinischem Dialekt. Er bewegt die Handpuppen, schiebt die Kulissen, regelt das Licht und steuert die Musik per Fußschalter. Sein Vater, der auch beim Auf- und Abbau hilft, reicht ihm die Requisiten an. Der Schneemann bekommt einen Kochtopf als Hut und eine rote Möhre als Nase.

Während Andreas Blaschke mit dem Kasper und den Olchis auf Gut Sandbeck zu Gast ist, hat sein Kollege Detlef A. Heinichen vom Theatrium Figurentheater aus Dresden die beiden Kinderstücke „Weißt Du eigentlich, wie lieb ich Dich hab?“ und „Ein Feuerwerk für den Fuchs“ mit Petterson und Findus im Gepäck. In einer Galavorstellung am Freitag zeigt er auch das eher für Erwachsene gedachte Stück „Amadeus“ von Peter Shaffer.

Für das Stück „Hilfe, die Olchis kommen“, das heute um 16 Uhr gespielt wird, gibt es noch Karten. Ebenso sind für die Galavorstellung „Amadeus“ (für Kinder ab zwölf Jahren und Erwachsene) am Freitag um 19.30 Uhr noch Karten bei Nordwestticket und an der Abendkasse zu haben.

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