Die Ausstellung 'Kunsthandwerk im Schamaika' hatte vieles zu bieten

Seife mit Kaffeegeruch und 'Kopfhäuser'

Von Peter Otto
18.10.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Peter Otto

Teufelsmoor. Das Jahr dreht in seine Schlussphase, und damit ist die Zeit der Märkte gekommen, die Zeit des Freimarktes und des Kramer-Marktes, der Herbst- und Handwerkermärkte. Und während die meisten Märkte das Volk vergnügen, locken die Handwerkermärkte mit handgemachten Erzeugnissen, ideenreich und kunstfertig hergestellt. So auch die Ausstellung 'Kunsthandwerk im Schamaika', die zum zweiten Mal in dem Ausflugslokal am Hamme-Ufer im Teufelsmoor stattfand.

19 Aussteller hatten ihre Stände in den Räumen der Begegnungsstätte aufgebaut. Ein Gang durch die bunte Vielfalt der ausgestellten Gegenstände und Kleidungsstücke lohnte sich. Da begeisterte Bernd Rutkowski aus Schneverdingen mit 'fragilem Glasdesign'. 'Ich verwende ausschließlich Glas, das man normalerweise wegschmeißen würde', erklärte er. Es reizt ihn, aus 'scheinbar wertlosem Material' anspruchsvolle Formen zu gestalten. So verwendet er gebrauchtes Fensterglas und entsorgte Flaschen für sein Glasdesign. Die flachen Scheiben legt er auf feuerfeste Formen. Bei 800 Grad schmiegen sie sich im Brennofen um die Form. Eingestreute Farbpartikel werden beim Brennvorgang in das Glas eingeschlossen und verleihen den Schalen ihr einmaliges farbliches und grafisches Aussehen. Die Hälse von Weinflaschen schneidet er schräg ab, schleift die Schnittflächen und verwandelt die Flaschenhälse zu exklusiven Vasen oder formschönen Tassen.

Textil-Designerin Anne-S. Gueler aus Hannover fertigt seit 1992 auf ihrer alten Jacquard-Strickmaschine Unikate nach selbst entworfenen Schnitten, Mustern und Farben. Die farbige Merinowolle bezieht sie aus Skandinavien. Deren Farbpalette ist außergewöhnlich. Es sind kräftige und satte Farben. Sie lassen vielfältige Kombinationen zu. Ihr ist es wichtig, dass die von ihr gefertigten Textilien 'beständig sind, sich angenehm tragen und den Träger lange begleiten'. Im Angebot hat sie Jacken und Pullover, Mützen und Dreieckstücher, Pulswärmer und kurze Röcke.

Bodenständige Keramik mit 'Wolkenbechern', mundgerechte Trinkbecker, und Kerzenständern - weiß, blau und türkis bemalt - bot Ulrike Schneider aus Syke-Ristedt an. Ein kunterbuntes Glasperlenspiel mit extravagant geformten und gemusterten handgefertigten Perlen zeigte Jutta Caspers. Aus diesen kleinen Glaskugeln knüpfte sie Hals- und Armketten, die sich als 'echte Hingucker' erweisen.

Leder, Stein und Strick vereinte Hella Gabriel aus Worpswede an ihrem Stand. Grafisch geschnittene Gotlandfelle hat sie zu farbigen Lederwesten, zu schmucken Taschen, Bucheinbänden und Börsen zusammengefügt. Sehenswert war auch das aus thailändischer Maulbeerseide handgeschöpfte Papier, das Tatjana Pohl aus Blender hergestellt hat. Es ist sehr haltbar und dennoch transparent. Seit zwölf Jahren erzeugt die 'Papiermacherin' aus Pflanzenfasern - Stroh, Spargel, Brennnessel - edles Schreibpapier.

Ballonmützen aus Stoffresten in Glencheck, Fischgrätmuster und Pepita, Lappenhüte aus gewalkter Wolle konnten als modische 'Kopfhäuser' gekauft werden. Daneben verkaufte Maren Riekmann aus Hambergen selbst gesiedete Naturseifen, farbig marmoriert und mit plastischen Formen verziert, unter anderem in den Geruchsrichtungen Scottish Honey, Olive oder Kaffee. Naturfloristik und Metallobjekte, Zierkorken und Gelees aus den Früchten des Teufelsmoores bereicherten das Angebot des Handwerkermarkts.

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