Heike und Manfred Wicknig von der Landesjägerschaft ausgezeichnet

Seit vielen Jahren Bambis Retter

Heike und Manfred Wicknig haben ein besonderes Hobby. Am Hagener Ortsrand züchten sie Sitkas, eine ursprünglich aus Ostasien stammende Hirschart. Ab Mai wird sich das Tiergehege füllen, wenn die erwarteten Kitze geboren werden. Und vermutlich werden sie auch wieder verwaiste Rehkitze auf päppeln, die später ausgewildert werden.
06.03.2015, 00:00
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Von Luise Bär

Heike und Manfred Wicknig haben ein besonderes Hobby. Am Hagener Ortsrand züchten sie Sitkas, eine ursprünglich aus Ostasien stammende Hirschart. Ab Mai wird sich das Tiergehege füllen, wenn die erwarteten Kitze geboren werden. Und vermutlich werden sie auch wieder verwaiste Rehkitze auf päppeln, die später ausgewildert werden.

Als Retter in der Not sind Heike und Manfred Wicknig seit vielen Jahren unter den Jägern bekannt. Wenn die in ihren Revieren mutterlose Rehkitze auffinden, geben sie diese meist in die Obhut der Wicknigs. Von der Landesjägerschaft Niedersachsen wurde das Ehepaar deshalb auf der Hagener Hegeringversammlung mit dem „goldenen Rebhuhn“ ausgezeichnet.

Die Aufzucht der Kitze verlangt Zeit, Geld und ein besonderes Geschick. Denn sie sollen später wieder in die Freiheit entlassen werden und die natürliche Scheu vor Menschen oder Hunden behalten. Bisher waren es drei bis vier Kitze jährlich, 2014 sogar acht, die teilweise mit Milchaustauscher und Nuckelflasche groß gezogen wurden. Meist waren ihre Mütter bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Am Gesäuge könne der Jäger erkennen, wenn das Reh ein Junges habe. Es sei meist ganz in der Nähe abgelegt, erklärt Jägerin Cornelia Trowitzsch, die bereits selber ein „Waisenkind“ bei Wicknig abgab.

Über zwanzig Jahre Erfahrung und mehr als dreißig aufgezogene und gepflegte Kitze und Rehe – Heike Wicknig könnte Bücher mit ihren Geschichten füllen. Manche der Tiere hatten Einschränkungen für das Überleben in der freien Natur und blieben für immer. Max, Benno oder zum Beispiel Susi, deren Fuß amputiert werden musste und die viele Jahre eine wichtige Rolle als Amme spielte.

Im vergangenen Jahr beantragte der Hegering Hagen die Ehrung bei der Landesjägerschaft, die in jedem Jahr Nichtjäger auszeichnet, die sich in besonderer Weise um den Erhalt der Natur in einer Gemarkung oder Revier verdient gemacht haben. Der Hagener Hegering, der sich mit den angeschlossenen Revieren in Ost-Westrichtung von der Weser bis Bramstedt erstreckt und in Nord-Südrichtung von Sandstedt bis Uthlede, will damit die Hilfe und das Engagement der Wicknigs in den Blickpunkt stellen. „Wer ein Kitz bringt, sollte sich auch an den Kosten beteiligen“, appellierte Hegering-Naturschutzobmann Gerhard Konsek. Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Wesermünde, Lüder Steinberg, stellte mögliche Fördertöpfe in Aussicht, allerdings habe die Landesjägerschaft bereits eine geldliche Unterstützung abgelehnt.

„Wir können nicht nein sagen, das wäre das Todesurteil für ein Kitz“, wird das Frührentnerpaar auch weiterhin verwaiste Kitze aufnehmen. Wohl wissend dass sie viele andere Kitze nicht retten können, die vor allem beim Mähen ums Leben kommen. Die deutsche Wildtierstiftung schätzt, dass in Deutschland über 90000 Kitze durch Mähmaschinen den Tod finden.

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