Kreis bewertet Bauvoranfrage positiv / Stiftung plant acht Appartements, um die Zukunft des Amtmann-Schroeter-Hauses zu sichern Seniorenwohnungen im Park rücken näher

Lilienthal. Die Amtmann-Schroeter-Haus-Stiftung ist ihrem Ziel, im Park des alten Fachwerkhauses acht Seniorenwohnungen zu errichten, einen großen Schritt näher gekommen. Im November hat der Stiftungsvorsitzende Jochen Kempf beim Landkreis eine Bauvoranfrage eingereicht.
26.06.2015, 00:00
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Von Michael Wilke

Die Amtmann-Schroeter-Haus-Stiftung ist ihrem Ziel, im Park des alten Fachwerkhauses acht Seniorenwohnungen zu errichten, einen großen Schritt näher gekommen. Im November hat der Stiftungsvorsitzende Jochen Kempf beim Landkreis eine Bauvoranfrage eingereicht. Im Mai kam das Okay aus dem Osterholzer Kreishaus.

„Die Stiftung wird entlang der Nordseite des Parks ein lang gestrecktes zweigeschossiges Haus errichten, dem ein Mehrzweckraum angegliedert wird“, erklärt Kempf. In dem 27 Meter langen und knapp zwölf Meter breiten Bau sind acht seniorengerechte Zweizimmerwohnungen geplant. Außerdem soll am Ende des Gebäudekomplexes ein 70 Quadratmeter großer Mehrzweckraum mit Küche und Wirtschaftsräumen entstehen. Der ebenerdige Komplex soll für Veranstaltungen und Bewegungstherapien genutzt werden. Denn das historische Schroeter-Haus ist nicht barrierefrei. Manche Senioren schaffen es nicht mehr über die steile Treppe bis ins Obergeschoss.

„Das Gebäude passt sich dem denkmalgeschützten Ensemble des Amtmann-Schroeter-Hauses an“, versichert der Stiftungsvorsitzende. Bei den Nachbarn ist das Bauprojekt auf scharfe Kritik gestoßen. Sie protestierten heftig dagegen, dass im Park alte Bäume gefällt wurden, darunter eine stattliche Kastanie (wir berichteten). Von einem Kahlschlag oder einer Zerstörung des idyllischen Parks könne keine Rede sein, widersprach Kempf. Der Park sei lange nicht gepflegt worden und verwildert, die Kastanie und andere Bäume hätten jederzeit umstürzen können. Den kleinen Rundweg ließ Kempf sperren, nachdem der Sturm einen Baum entwurzelt hatte.

Im Gegensatz zum 224 Jahre alten Fachwerkhaus des Lilienthaler Amtmanns und Astronomen Johann Hieronymus Schroeter an der Hauptstraße 63 steht der idyllische Park mit seinen Bäumen nicht unter einem besonderen Schutz.

Jochen Kempf sieht keine Alternative zum Bau der acht Seniorenwohnungen. Anders sei die Zukunft des Amtmann-Schroeter-Hauses nicht zu sichern, betont der Vorsitzende der Stiftung. Seit Jahren arbeite die Amtmann-Schroeter-Haus-Stiftung schon mit Verlusten. Schuld daran sei die lang anhaltende extreme Niedrigzinsphase. Stiftungen wirtschaften mit den Erträgen, die ihr Kapitalstock abwirft. „Sie sind auf die Einnahmen aus dem Stiftungskapital angewiesen“, erklärt Jochen Kempf. „Gibt es keine Zinsen, geht eine Stiftung zugrunde.“ Dann wäre das Amtmann-Schroeter-Haus nicht mehr zu halten. „Um das zu vermeiden, ist die Stiftung auf anderweitige Einnahmen angewiesen“, betont der Vorsitzende. „Es galt also, das Kapital werterhaltend und ertragsorientiert anzulegen.“ Das geschehe mit dem Bau der Seniorenwohnungen.

Die Mieteinnahmen sollen die Zukunft des Amtmann-Schroeter-Hauses sichern. Dort spielt sich die gesamte Seniorenarbeit der Gemeinde ab. Es gibt Beratungen für ältere Menschen in allen Lebenslagen und Veranstaltungen vom Seniorenfrühstück bis zum Sprachkursus.

Die Stiftung kommt für die Pflege des Parks auf und für den Betrieb des Hauses, für Reparaturen und für die gesamte Angebotspalette. Vor drei Jahren hat die hoch verschuldete Gemeinde den jährlichen Zuschuss von 36 000 auf 20 000 Euro gesenkt.

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