Für den Ausschuss kommt auch eine Hecke als Hindernis für auf dem Friedhof „wildernde“ Rehe in Betracht Sogar Stechpalmen im Abwehr-Arsenal

„Wir haben heute viele Meinungen gehört.“ Friedhelm Lütjen, Verwaltungsvertreter Vollersode.
09.04.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Schön

Stil soll er haben, der neue Zaun, der den Friedhof in Wallhöfen an der Eingangsseite direkt gegenüber der Kirche umgeben soll. Und seine Funktion soll er auch erfüllen, nämlich den Gottesacker davor zu schützen, dass streunendes Wild sich der Grabbepflanzungen bemächtigt, um seinen Hunger zu stillen. Und schließlich soll er auch nicht übermäßig teuer sein. Der Rat hat 5000 Euro für den geschilderten Verwendungszweck bewilligt. Vor diesem Hintergrund war es kein Wunder, dass sich der Umwelt-, Planungs-, Bau und Wegeausschuss der Gemeinde Vollersode am vergangenen Donnerstag schwer tat, sich beim Ortstermin für eines der vorgestellten Modelle zu entscheiden, die als Ablösung für den kürzlich errichteten Bauzaun in Erwägung gezogen werden. Die Palette reichte vom ziemlich schlichten Mattenzaun bis zum einigermaßen edel rüberkommenden und nach oben spitzenbewehrten Schmuckstück.

„Wir haben heute viele Meinungen gehört“, fasste Vollersodes Verwaltungsvertreter Friedhelm Lütjen zusammen. Der Metallzaun „Neptun“, hielt er fest, habe es ganz nach oben im Ranking geschafft. Als weitere Variante kam beim Ortstermin, der der öffentlichen Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Bornreihe vorausging, aber auch noch eine Hecke ins Spiel. Ganz klar favorisiert: Ilex oder auch Stechpalme.

Einige Ausschussmitglieder fragten sich, ob der Zaun wirklich ein Hindernis sein könnte, selbst dann, wenn er auf dem bereits bestehenden Wall errichtet werden würde, der den Friedhof zusammen mit einer niedrig gehaltenen Mauer aus großen Steinen begrenzt. Und sie fragten sich auch, ob sich der Metallzaun ästhetisch ins Gesamterscheinungsbild des Friedhofs einfügen würde.

Die Stechpalmen wiederum könnten es ebenfalls allein nicht richten. Auch wenn sie die nötige Höhe und Dichte erreicht hätten, so einer der vorgetragenen Einwände, müsste hinter der stachelblättrigen Zierbepflanzung noch ein anderer, von innengesetzter Wildzaun als Sicherheit fungieren. Die Ausschussmitglieder kamen zu dem Schluss, dass zur Entscheidungsfindung erst noch ein Landschaftsgärtner hinzugezogen werden müsse.

Beschwerden über den redensartlich als scheu apostrophierten Wiederkäuer, der auf dem Wallhöfener Friedhof äst, hatte es schon im vergangenen Jahr reichlich gegeben. Ob es ein Reh ist, das dort „wildert“, oder ob es ein Verbund mehrerer Artgenossen ist, scheint nicht erwiesen. Die Gemeinde Vollersode hatte schließlich an zwei Seiten des Friedhofs einen fast zwei Meter hohen Maschendrahtzaun errichtet, damit die Seite zur Dorfstraße hin aber ausgespart, da sie zu den bebauten Grundstücken abschließt. Der aktuelle Bauzaun dient einerseits als Übergangslösung, bis eine tragfähige und auch dem ästhetischen Anspruch gerecht werdende Konstruktion geschaffen worden ist. Anderseits soll so verhindert werden, dass viel Geld investiert wird, um dann festzustellen, dass das Wild trotzdem noch einen Zugang zum Friedhof findet. Nach Schilderungen von Einwohnern während der Ausschusssitzung scheint zumindest der Bauzaun den Friedhof nicht gegen die Eindringlinge verteidigen zu können.

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