Kinderbetreuung ist ein Kernthema Spagat zwischen Familie und Beruf

Lilienthal ·Grasberg. Bis Frauen und Männer gleichberechtigt sind, ist es noch ein langer Weg. Dieser Ansicht sind Evelin Meyer, Gleichstellungsbeauftragte in Grasberg, und ihre Lilienthaler Kollegin Heidemarie Lohmann. Noch immer sei es für Frauen schwer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen - auch, weil dafür immer noch Angebote wie Krippenplätze und eine Kinderbetreuung außerhalb der Schulzeit fehlten.
08.03.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Melanie Öhlenbach

Lilienthal ·Grasberg. Bis Frauen und Männer gleichberechtigt sind, ist es noch ein langer Weg. Dieser Ansicht sind Evelin Meyer, Gleichstellungsbeauftragte in Grasberg, und ihre Lilienthaler Kollegin Heidemarie Lohmann. Noch immer sei es für Frauen schwer, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen - auch, weil dafür immer noch Angebote wie Krippenplätze und eine Kinderbetreuung außerhalb der Schulzeit fehlten.

Zwar habe sich in den vergangenen Jahren schon einiges getan: In Grasberg sei beispielsweise ein Hort, in Lilienthal seien die Krippen ausgebaut und eine Ferienbetreuung für schulpflichtige Kinder eingerichtet worden. Aber das Angebot sei noch nicht ausreichend, sind sich die Gleichstellungsbeauftragten einig. "Der Bedarf ist weitaus höher", sagt Heidemarie Lohmann. Sie wünscht sich eine Art Notbetreuung für Mädchen und Jungen. Dort könnten Mütter schnell und unbürokratisch ihren Nachwuchs unterbringen, wenn sie beispielsweise zwei Wochen lang eine Fortbildung besuchen oder ihre Eltern pflegen müssten, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Lilienthal.

Dass manche Arbeitgeber in plötzlich auftretenden Notlagen eher negativ reagierten, weiß auch Evelin Meyer. "Familienfreundlichkeit existiert nur auf dem Papier", meint die Gleichstellungsbeauftragte. "Viele Firmen schmücken sich mit diesem Prädikat. Die Realität sieht aber meist anders aus." Berufstätige stünden oft vor enormen Schwierigkeiten, wenn sie ihre kranken Kinder zu Hause versorgen wollten.

Ein weiteres, großes Problem ist nach Ansicht der Gleichstellungsbeauftragten die Altersarmut. Vor allem Alleinerziehenden und Geschiedenen, aber auch Frauen, die nur in Teilzeit- oder Mini-Jobs oder gar schwarz gearbeitet hätten, reiche die Rente nicht aus. Wie viele Seniorinnen in ihren Gemeinden arm sind, wissen Heidemarie Lohmann und Evelin Meyer nicht. Bei der Lilienthaler Gleichstellungsbeauftragten haben bislang nur zwei Frauen Rat gesucht. Sie vermutet aber, dass weitaus mehr betroffen sind. Altersarmut sei ein Tabu-Thema, das nur selten thematisiert würde, meint auch Evelin Meyer. "Die Schamgrenze ist nach wie vor sehr hoch."

Die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Grasberg, Evelin Meyer, ist persönlich während der Öffnungszeiten der Gemeindebücherei, Speckmannstraße 13, unter der Telefonnummer 04208/3966 zu erreichen. Ihre Lilienthaler Kollegin Heidemarie Lohmann hat ihr Büro im Rathaus, Klosterstraße 16. Sie ist dort montags von 9 bis 17 Uhr und dienstags von 15 bis 16 Uhr unter Telefon 04298/929154 erreichbar.

Vortrag: Frauke Eickhoff-Pritzl zu "Trennung - Scheidung - Lebenskrise?": heute, 19 Uhr, Rathaus Lilienthal, Klosterstraße 16; Eintritt frei.

Ausstellung "Frauen in Führungspositionen - Sie sind am Zug": bis 27. März, Landkreisverwaltung Rotenburg, Hopfengarten 2, montags bis donnerstags 8 bis 17 Uhr, freitags 8 bis 13 Uhr .

Lesung: Nives Mestrovic "Muttertier @n Rabenmutter": Montag, 12. März, 19 Uhr, Großer Sitzungssaal Kreishaus Osterholz-Scharmbeck, Osterholzer Straße 23, Lesung und Buffet zehn Euro, Anmeldung unter Telefon 04791/930578.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+