140 Besucher hören Stephan Weil SPD-Kandidat bei Sommerempfang

Landkreis Osterholz. Zum neunten Mal veranstaltete der SPD-Unterbezirk Osterholz seinen Sommerempfang auf Gut Sandbeck. "Mit Rekordbeteiligung", wie die neue Vorsitzende Christina Jantz aus Schwanewede feststellte. Rund 160 Besucher trafen sich auf dem alten Rittersitz zum politischen Stelldichein bei Bratwurst, Bier und rhetorischer Begleitmusik, für die vor allem der Kandidat sorgte. Stephan Weil hängt sein Jackett über den Gartenstuhl, greift zum Mikrofon und stellt fest: "Egal, wo ich bin, überall ist gute Laune."
27.08.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Grunewald

Landkreis Osterholz. Zum neunten Mal veranstaltete der SPD-Unterbezirk Osterholz seinen Sommerempfang auf Gut Sandbeck. "Mit Rekordbeteiligung", wie die neue Vorsitzende Christina Jantz aus Schwanewede feststellte. Rund 160 Besucher trafen sich auf dem alten Rittersitz zum politischen Stelldichein bei Bratwurst, Bier und rhetorischer Begleitmusik, für die vor allem der Kandidat sorgte. Stephan Weil hängt sein Jackett über den Gartenstuhl, greift zum Mikrofon und stellt fest: "Egal, wo ich bin, überall ist gute Laune."

Dabei blickt er nicht nur auf voll besetzte Gartentische, sondern auch auf die grün-gelbe Staudenreihe namens Rudbeckien. Als hätten die sich stellvertretend für die Grünen auf Gut Sandbeck eingefunden. Der Hannoveraner braucht sie, um McAllister ablösen zu können, denn eine Alleinregierung der SPD scheint illusorisch.

Für Weil, Befürworter des "aktiven Sozialstaats", sind Liberalisierung und Privatisierung rote Tücher. Und genau auf diesen Gleisen ist die schwarzgelbe Landesregierung aus seiner Sicht ins Abseits gefahren. In Sachen Bildung und Kinderbetreuung habe sie versagt, belege in der Tabelle der Bundesländer einen Abstiegsplatz.

Der Oberbürgermeister aus Hannover gilt als Pragmatiker. Zehn Jahre war er Stadtkämmerer in der Landeshauptstadt. Die Schuldenbremse, sagt er, sei für ihn verbindlich. Deshalb mache er keine unbezahlbaren Versprechungen. Eine Kampfansage hat er im Gepäck: Die Bundesregierung müsse für auskömmliche Finanzen der Bundesländer und ihrer Kommunen sorgen. Dazu gehört für Weil auch, Deutschlands Reiche in die Pflicht zu nehmen, soll heißen: sie steuerlich stärker zu belasten. Zumal viele von ihnen zu Steuerflüchtlingen geworden seien. Und das ist für den ehemaligen Kämmerer eine "Straftat", die von CDU und FDP geduldet werde.

Später macht der niedersächsische SPD-Spitzenkandidat kein Hehl aus seiner Sympathie für die nordrhein-westfälische Landesregierung, die mit dem Kauf von Steuersünder-Dateien sowohl die Schweizer Regierung als auch den Bundesfinanzminister verärgert: "NRW hat meine volle Sympathie. Ich würde als Ministerpräsident genau so verfahren." Weils Optimismus im Hinblick auf die Landtagswahl am 20. Januar 2013 steckt auch die SPD-Kandidaten für die Wahlkreise 59, Daniela Behrens, und 60, Jürgen Kuck an. Die 44-jährige Landtagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Unterweser (Schwanewede, Hambergen, Loxstedt, Hagen und Schiffdorf) und der Ritterhuder Jürgen Kuck (49), der in Grasberg, Lilienthal, Osterholz-Scharmbeck, Ottersberg, Oyten, Ritterhude und Worpswede antritt, sind zuversichtlich, die Wahlkreise direkt gewinnen zu können.

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