Unsere Vereine Achtung, hier kommen die Mädels des TSV St. Jürgen!

Eine verlorene Wette und ihre Folgen: Aber nach der Gründung hat sich die D-Mädchenmannschaft des TSV St. Jürgen rasant weiterentwickelt.
17.02.2021, 10:23
Lesedauer: 1 Min
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Von Frank Mühlmann

Stelle sicher, dass wir fünf Mädchen zusammenbekommen, und ich besorge euch einen Trainer.“ Diese Worte vom Präsidenten des TSV, Sören Weiland, hatten gerade mal zwei Stunden Bestand, da musste er sein Versprechen bereits in die Tat umsetzen. Diese Anekdote aus dem Januar 2020 beschreibt sinnbildlich die rasante Entwicklung der D-Juniorinnen-Fußballmannschaft des TSV, die von engagierten Eltern in Windeseile aus dem Boden gestampft wurde, innerhalb kürzester Zeit auf mehr als 20 Spielerinnen anwuchs und nur von der Corona-Pandemie ausgebremst wurde – vorerst.

„Viele Mädchen stammen aus derselben Klasse, kamen in der Schule mit Fußball in Berührung und waren fortan Feuer und Flamme“, berichtet Mareike Menzel, deren Tochter Lili zu den Gründungsmitgliedern zählt. Bevor die jungen Sportlerinnen einen Ball vernünftig stoppen konnten, waren sie mit Trikots, Bällen, Hoodies, Regenjacken und Fußballtaschen bereits nahezu professionell ausgestattet. Der gewünschte motivierte Trainer war mit Mirko Schäfer ebenso schnell gefunden, ihm zur Seite steht Laura Freese.

Zwar verlief der erste Auftritt nach wenigen Trainingseinheiten bei einem Hallenturnier in Osterholz-Scharmbeck noch erwartungsgemäß ohne Erfolgserlebnis, doch schon in ihrer ersten Freiluftsaison belegt die einzige am Punktspielbetrieb teilnehmende Mädchenmannschaft der Gemeinde Lilienthal nach fünf absolvierten Partien einen Mittelfeldplatz und feierte beim 2:0 in Lesumstotel den viel umjubelten Premierensieg. Zudem erhielt Emelie Hinne bereits eine Einladung zur Kreisauswahl.

Dass die fußballbegeisterten Mädchen auch ein künstlerisches Talent besitzen, bewiesen sie bei der Verabschiedung der vierten Klassen der Grundschule Trupermoor auf der Freilichtbühne Lilienthal, als sie vor etwa 200 Zuschauern ein kurzes Theaterstück, gespickt mit „Fußballmoves“, darboten. „Es hieß ,Mädchen gegen Jungs‘ und symbolisierte ein wenig die schockierten Gesichter der männlichen Klassenkameraden, als sich vor einem Jahr tatsächlich die Mädchenmannschaft formierte“, erzählt Mareike Menzel schmunzelnd. Dieser Auftritt passt ins Bild des Traditionsvereins, der die Elemente „Sport“ und „Show“ in vielen Bereichen gekonnt miteinander verzahnt hat.

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