Kreisklasse-Trainer im Interview Azadi-Coach Cakar: „Wir haben noch die Chance, oben anzugreifen“

Der SV Azadi stellt aktuell nur graues Mittelmaß dar. Aber die Hoffnung, weiter nach vorne zu kommen, hat Coach Cakar nicht aufgegeben.
04.02.2021, 10:28
Lesedauer: 2 Min
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Von Karsten Hollmann

Herr Cakar, Ihr Team stellt nach acht Spielen als Achter absolutes Mittelmaß in der Tabelle dar. War das so vorher geplant?

Abdulbari Cakar: Nein, wir wollten weiter oben stehen und besser abschneiden als in der Vorsaison, die wir als Elfter beendet haben. Unser Start ist uns aber missglückt. Als es dann besser wurde, war es coronabedingt auch schon wieder vorbei. Wir haben auf jeden Fall einen guten Kader, der dazu geeignet ist, am Ende einen der beiden ersten Plätze zu belegen. Wir haben auch viel mehr Ersatzspieler auf der Bank als in der vergangenen Saison, als immer wieder Spieler aus der „Zweiten“ aushelfen mussten.

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Weshalb ist denn der Saisonstart Ihrer Meinung nach so holprig verlaufen?

Der Saisonstart ist bei uns immer ein bisschen schwierig. Ich glaube, dass die Spieler dann immer noch denken, es ginge alles von ganz alleine. Wir mussten aber auch erst einmal ein paar neue Spieler integrieren. Nach dem holprigen Start ist dann meist alles gut. So haben wir dann in der vergangenen Saison auch den SV Grün-Weiß Beckedorf und die späteren Aufsteiger VfR Seebergen/Rautendorf und TSV Wallhöfen bezwungen beziehungsweise ein 1:1 abgetrotzt. Irgendwann können wir jeden Gegner schlagen, egal, wer da auch kommen mag. Am Anfang der Saison schlafen wir aber noch ein wenig.

Ist der Zug nach oben denn für Ihr Team nun bereits abgefahren?

Nein. Wir haben immer noch die Chance, oben anzugreifen. Wir wollen auch noch möglichst viele Aufstiegskandidaten ärgern und den Rückstand auf die Teams von oben verkürzen, wenn es dann irgendwann wieder losgeht.

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Was macht Sie so sicher, dass nach oben noch etwas gehen wird?

Die Spieler sind dran. Wir haben seit der Rückrunde der vergangenen Saison mit Mehmet Polat einen Fitnesscoach, der die Jungs motiviert. Die Ausdauer der Spieler wird sehr wichtig sein. Während sich Mehmet nach meinen Vorgaben um die Kondition der Spieler kümmert, übernehme ich die taktischen Sachen.

Haben Sie sich über die Flut von insgesamt 22 Gegentoren geärgert?

Ja. Das waren eindeutig zu viele Gegentore. Das Zusammenspiel hat in dieser Hinsicht nicht immer gepasst. Deshalb haben wir hinten von einer Vierer- auf eine Dreierkette umgestellt. Wir haben auch Offensivspieler Mazlum Cakmak nach hinten beordert. Mit ihm im Zentrum der Dreierkette klappt es auch überraschend gut. Mazlum hat aber ja schließlich auch schon für den ATSV Scharmbeckstotel in der Bezirksliga gespielt. Jetzt wird auch mehr untereinander gesprochen, sodass die Gegner kaum noch durchkommen. Dennoch haben wir im letzten Match vor der Corona-Pause sehr unglücklich mit 1:2 beim TSV Dannenberg II verloren. Dabei haben wir nur zwei Chancen zugelassen und selbst sehr viele ausgelassen.

Wer wird das Titelrennen gewinnen?

Die Sportfreunde Heilshorn sind für mich der Topfavorit. Die haben viele gute Spieler in ihren Reihen. Wer den Heilshornern das Leben schwermachen wird, weiß ich nicht genau. Der SV Grün-Weiß Beckedorf ist für mich auf jeden Fall nicht mehr ganz so stark wie in der vergangenen Saison.

Das Gespräch führte Karsten Hollmann.

Info

Zur Person

Abdulbari Cakar (41)

ist seit der Gründung des SV Azadi vor fünf Jahren dessen Trainer. Der selbständige Fahrzeugpfleger und -reiniger schaffte zwei Aufstiege mit den Osterholz-Scharmbeckern und dabei in der Saison 2018/19 auch den Sprung in die 1. Kreisklasse Osterholz.

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