Badminton-Saison Die ersten Rückzüge sind schon da

Es ist ein verlorenes Jahr – was für die allermeisten Sportler gilt, trifft in ganz besonderem Ausmaße auf die Badmintonspieler zu.
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Von von Tobias Dohr

Landkreis Osterholz. Es ist ein verlorenes Jahr – was für die allermeisten Sportler gilt, trifft in ganz besonderem Ausmaße auf die Badmintonspieler zu. Zwar konnten einige Teams im Januar und Februar noch Spieltage der Saison 2019/2020 austragen – doch im März wurde die damalige Serie vorzeitig für beendet erklärt. Im Sommer wurde dann – mit Blick auf die Pandemie – der Saisonstart der neuen Spielzeit vorsorglich etwas nach hinten verschoben. Mit dem Ergebnis, dass die Saison angesichts der aktuell steigenden Fallzahlen nun gar nicht erst gestartet wurde.

„Wie alle anderen Sportarten auch hat uns die erneute Pandemie-Pause ziemlich schwer getroffen. Die Hoffnung, zumindest den Trainingsbetrieb unter Auflagen aufrechthalten zu können, hat sich leider nicht erfüllt“, berichtet der Badminton-Kreisfachwart Niko Lütjen, der gleichzeitig auch bei der ersten Mannschaft der BSG Wallhöfen/Ihlpohl aktiv ist. „An Wettkampfsport ist wahrscheinlich auf längere Sicht nicht zu denken. Zwar sind die Punktspielserien erst einmal nur bis Ende November ausgesetzt, aber inzwischen haben bereits viele Vereine ihre Mannschaften unter den Gegebenheiten für diese Saison vom Punktspielbetrieb wieder abgemeldet“, ergänzt Lütjen. Sein Verein ist davon noch nicht betroffen.

Bei der BSG Wallhöfen/Ihlpohl wollten sie eigentlich sogar mit vier Mannschaften in den Ligaalltag starten. „Wir hatten zuletzt erfreulicherweise einen Zulauf zu verzeichnen und haben uns natürlich auch deshalb sehr auf die neue Spielzeit gefreut“, so Lütjen. Daraus wird nun erst einmal nichts. Zurückgezogen hat die BSG zwar kein Team, dennoch wird natürlich auch beim Badminton die Sorge größer: „Natürlich habe ich Bedenken“, sagt der Kreisfachwart mit Blick auf die Gesamtsituation, die unterm Strich unbefriedigend ist.

Der Verband versucht deshalb, mit diversen Sonderregelungen die Lage so angenehm wie möglich zu gestalten. So wird es definitiv keine Absteiger geben, die Saison könnte um bis zu zwei Monate bis Ende Mai verlängert werden. Außerdem soll es kurzfristige Möglichkeiten zur Absage und Neuansetzung der Punktspiele geben. „Der Verband hilft wirklich, wo er kann“, sagt Lütjen, der sich deshalb auch durchaus vorstellen könnte, mit dem Ligabetrieb zu starten: „Bei zwei Mannschaften geht das mit den angefertigten Hygienekonzepten schon ganz gut.“ Anders sieht die Sache bei Ranglistenturnieren aus. „Da kommen die Spieler von überall angereist, das wird dann schon etwas schwieriger“, weiß Lütjen.

Es geht ohnehin erst einmal darum, den Winter irgendwie zu überstehen. Und da hat es eine Sportart wie Badminton nun mal deutlich schwieriger als beispielsweise Fußball, bei dem man sich im Garten immerhin zu zweit den Ball zupassen kann. „Man kann da schon ein bisschen was machen, auch in Sachen Online-Training“, sagt Niko Lütjen. Er weiß aber natürlich auch, dass das eigentliche Problem oftmals nicht logistischer Natur ist: „Am Ende ist der Erhalt der Motivation wohl die größte und wichtigste Aufgabe.“

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Zur Sache

Wie beim Tennis – und irgendwie doch nicht

Mit Vin Assmus und Tebbe Monsees verfügt der Landkreis über zwei ebenso ehrgeizige wie talentierte Badminton-Nachwuchssportler, die die erneute Corona-Zwangspause doppelt hart trifft. „Die beiden scharren natürlich mit den Hufen“, weiß Niko Lütjen. Deshalb versucht der Badminton-Kreisfachwart derzeit eine Sondergenehmigung zu erwirken. Denn eigentlich ist es beim Badminton ja ganz genau wie beim Tennis: Zwei Spieler stehen sich mit Abstand auf einem Feld gegenüber und dürfen die andere Spielhälfte nicht betreten. Im Gegensatz zum Tennis, das bekanntermaßen weiterhin erlaubt ist, gibt es beim Badminton ein großes Problem: Die Mannschaften trainieren in öffentlichen Hallen – und die sind für den Vereinssport derzeit geschlossen.

Deshalb versucht Lütjen in Absprache mit den Vereinen und der Gemeinde eine entsprechende Sonderregelung zu erwirken. „Damit wir wenigstens mal mit zwei Spielern trainieren können, wie es ja im Tennis auch erlaubt ist.“ Lütjen glaubt zwar nicht, dass Spieler wie Tebbe Monsees und Vin Assmus dauerhaft den Anschluss verlieren („Am Ende trifft das Verbot ja alle“), aber dennoch weiß er um die große Gefahr bei Nachwuchssportlern: „Wir müssen da etwas anbieten können, sonst verlieren die jungen Menschen vielleicht irgendwann doch die Lust.“

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