Reitsport

Blick der Osterholzer Reiter geht schon nach vorne

Die „grüne Saison“ der Reitsportler im Landkreis Osterholz ist mit dem Turnier in Worpswede zu Ende gegangen. Für das kommende Jahr freut sich der Kreisreiterverband nun auf zwei besondere Jubiläen.
10.10.2019, 10:33
Lesedauer: 3 Min
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Von Inga Albrecht
Blick der Osterholzer Reiter geht schon nach vorne

Erlebte mit ihrer Teilnahme am weltbekannten Dressurderby in Hamburg einen ganz besonderen Saisonhöhepunkt: Zoe Lübsen von der RG Bahrenwinkel (hier mit Waroona).

Brockmann

Osterholz-Scharmbeck. Die „grüne Saison“ der Reitsportler im Landkreis Osterholz ist traditionell mit dem Turnier in Worpswede zu Ende gegangen. Für das kommende Jahr freut sich der Kreisreiterverband nun auf zwei besondere Jubiläen: Der RV St. Jürgen und der RC Tempo Ritterhude feiern 2020 beide ihr 100-jähriges Bestehen.

Hinter den Reiterinnen und Reitern liegt eine ereignisreiche Saison. Der sportliche Rahmen der Veranstaltungen hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Fünf Vereine aus Osterholz und zusätzlich der RC General Rosenberg in Schwanewede, der verbandstechnisch allerdings zu Bremen gehört, bieten mittlerweile Springen und Dressuren der schweren Klasse an. In Hambergen, Worpswede und in diesem Jahr erstmals auch in Pennigbüttel, fanden sogar Prüfungen bis zur Klasse S** statt. Damit wird der der Landkreis auch für ambitioniertere Reitsportler immer attraktiver.

Wohl auch deshalb war in diesem Jahr Meredith-Michaels Beerbaum, die bereits Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympa gewann, auf einigen Turnieren am Start. Aber auch Reiter wie Lennert Hauschild oder die Amerikanerin Chloe Reid, die bereits international in schweren Springen gestartet sind, fanden den Weg nach Osterholz. Vor allem die Vereine in Pennigbüttel und Ritterhude erlebten mit Blick auf ihr Vereinsturnier einige Veränderungen. Pennigbüttel organisierte erstmals eine viertägige Veranstaltung. Der Verein schrieb im Zuge seines 100-jährigen Jubiläums neben einer Springprüfung Kl. S**, zum ersten Mal eine Dressurprüfung Kl. S* aus.

Vor allem in der Dressur wurden die Erwartungen mit einem großen Teilnehmerfeld übertroffen. Auch der Donnerstag, der den jungen Pferden gewidmet war, fand großen Anklang. Deshalb soll das Turnier voraussichtlich im nächsten Jahr wieder über vier Tage gehen. Auch die Ritterhuder veranstalteten ihr Turnier im Rahmen eines neuen Konzepts. Sie teilten die Sparten Dressur und Springen auf unterschiedliche Tage auf. Unterm Strich zog der Verein zwar ein zufriedenstellendes Fazit, allerdings soll die Dressur zukünftig von Sonntag auf Freitag verlegt werden. So seien am Sonntag einfach zu wenig Zuschauer auf die Anlage gekommen, erklärte die erste Vorsitzende Imke Alpers. Positiver Nebeneffekt: Die höheren Springprüfungen können im nächsten Jahr wieder am Sonntag traditionell aus dem Weinzelt heraus verfolgt werden.

Das große Augustturnier in Schwanewede wurde durch den schweren Sturz von Esther Forkert überschattet. Die routinierte Reiterin stürzte mit ihrem Pferd im S-Springen in Schwanewede und verletzte sich schwer am Kopf. Als Zeichen der Verbundenheit wurde die Medaillenermittlung der Bremer Landesmeister in der Großen Tour nicht fortgeführt und auch das Schwaneweder Turnier selbst ging ohne Musik und in einer getrübten Stimmung zu Ende. Mittlerweile ist Forkert zwar wieder wohlauf, auf einem Turnier ging sie nach dem Sturz jedoch noch nicht wieder an den Start. Auch in Pennigbüttel gab es zwei schwere Unfälle zu beklagen, darunter Sven Kratzke aus Lilienthal, dessen Pferd in einer Wendung unglücklich stürzte. Mit einer ausgekugelten Schulter musste auch Kratzke die Saison vorzeitig beenden.

Glücklich blickt hingegen vor allem Verena Staffa vom Reitverein St. Jürgen auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück. Mit ihrer Stute Fleur konnte sie mehrfach M*- und M**-Dressuren gewinnen und sich in der schweren Klasse platzieren. Auch in der Kreismeisterschaft erritt sie Silber, hinter Rena-Sophia Büttelmann aus Hambergen. Mit fast 3000 Ranglistenpunkten zählt Dressurreiterin Staffa im Kreis Osterholz zu den Besten ihrer Disziplin. Auch für die Hambergerin Svenja von Horsten verlief die Saison mit der Teilnahme an den Landesmeisterschaften in Verden sehr erfolgreich. Die Juniorin konnte sich durch den Sieg in den Bezirksmeisterschaften mit ihrer Stute Coralin für die Landesmeisterschaften qualifizieren. Hier platzierte sie sich zwar, stand aber in der Gesamtwertung nicht auf dem Treppchen.

Auch Zoe Lübsen von der RG Bahrenwinkel freute sich in der abgelaufenen Saison über ihre ersten Platzierungen in Dressurprüfungen Kl. M**. Highlight für sie war jedoch die Teilnahme am weltbekannten Spring- und Dressurderby in Hamburg. Durch den Sieg in einem M-Springen qualifizierte die junge Reiterin sich für das Finale des Eggersmann Junior Cups auf dem Derby. Unglücklicherweise brach Lübsen sich nur eine Woche vor der Prüfung das Handgelenk. Trotzdem ging sie an den Start und verpasste in der Finalprüfung die Platzierung lediglich aufgrund eines Zeitfehlers.

Obwohl die Saison abgesehen von einem WBO-Turnier am 26. und 27. Oktober in Lilienthal, dem Volti-Tag am 9. November in Ritterhude und einem Springturnier im Pferdesportzentrum Lorenz im Dezember, nun abgeschlossen ist, haben die Vereine kaum Zeit zum Verschnaufen. Denn schon jetzt laufen die Vorbereitungen für die kommende Saison an. Die Turniere für 2020 müssen angemeldet und die Ausschreibungen ausdiskutiert werden, bis es die Reiter im April wieder aus den Reithallen auf die Außenanlagen zieht.

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