TSV Eiche Neu St. Jürgen

Entwicklung im Eiltempo: Vier Juniorinnen-Mannschaften in vier Jahren

Der Juniorinnen-Bereich beim TSV Eiche Neu St. Jürgen entwickelt sich rasant. In vier Jahren sind vier neue Teams hinzugekommen.
25.03.2021, 10:23
Lesedauer: 2 Min
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Entwicklung im Eiltempo: Vier Juniorinnen-Mannschaften in vier Jahren
Von Dennis Schott
Entwicklung im Eiltempo: Vier Juniorinnen-Mannschaften in vier Jahren

Wie hier Janne May (links) und Johanna tom Wörden spielen inzwischen immer mehr Mädchen Fußball beim TSV Eiche Neu St. Jürgen.

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Was ist das Erfolgsgeheimnis? „Tja“, sagt Oliver Helvogt und wiederholt die Frage: „Was ist das Erfolgsgeheimnis?“ Seine Antwort: „Es muss jemanden geben, der sich einsetzt.“ Eigentlich hätte er auch sagen können, dass er dieser jemand ist. Denn das, was sich in den vergangenen vier Jahren bei den Fußball-Juniorinnen des TSV Eiche Neu St. Jürgen getan hat, ist stark mit dem Namen Oliver Helvogt verbunden. Damals hatte der Verein lediglich ein Juniorinnenteam, heute sind es fünf. Und schuld daran - wenn man es so bezeichnen möchte - ist eigentlich seine Tochter Emma.

Die wollte beim FC Worpswede nämlich nicht mehr mit den Jungs kicken, und daraufhin suchte Vater Oliver nach einer reinen Mädchenmannschaft und wurde in der Nachbarschaft beim TSV EIche Neu St. Jürgen fündig. Dort gab es eine Mannschaft nur für Mädchen. Das Problem war allerdings die Altersspanne: von acht bis 15 Jahre. „Eigentlich war Emma viel zu jung“, erinnert sich Oliver Helvogt und machte sich an die Arbeit. „Kann doch nicht sein, dass man keine Mitspielerinnen im selben Alter findet“ - so oder so ähnlich ist es dem Juniorinnenleiter durch den Kopf geschossen sein. Oliver Helvogt verheimlicht nicht, dass es viel Eigeninitiative bedarf. „Wir müssen die Kinder abholen“, sagt er. Darauf zu warten, dass die Kinder von allein kämen, funktioniere nicht, weiß Oliver Helvogt. Viel läuft über Mundpropaganda. Jemand kennt jemanden, der jemanden kennt - so fanden einige Mädchen ihren Weg zum TSV. Aber nicht nur. Denn Oliver Helvogt veranstaltete auch Kooperationen mit Kindergärten, Aktionstage und rührte überhaupt bei verschiedensten Anlässen ganz kräftig die Werbetrommel. „Wir haben zum Beispiel auch den Tag des Mädchenfußballs bei uns veranstaltet, was ja auch durch den DFB gefördert wird“, erklärt Helvogt. So kam eins zum anderen.

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Nach einem Jahr waren es so viele Mädchen, dass zwei Mannschaften aufgemacht werden konnten, in denen nicht diese große Altersspanne vorherrschte. Der Zulauf ebbte nicht ab, mit dem Ergebnis, dass sich neben einer G-, auch eine E-, D, C- und A-Juniorinnen-Mannschaft etabliert hat. Die Jüngsten sind noch nicht im Spielbetrieb, und Oliver Helvogt hat die Erfahrung gemacht, dass dies für einige auch nicht der erste Antrieb ist. „Viele wollen auch einfach nur so kicken“, meint er. Aber klar, das Gros wolle sich auch messen. „Im E-Bereich wollen wir im Sommer melden. Das Problem ist nur, dass es keine Gegner gibt und wir zu den Jungs in die Staffel müssten. Da müssen wir noch entscheiden“, erklärt Oliver Helvogt.

Für ihn allein wäre es jedenfalls zu viel, alle Juniorinnen-Mannschaften zu betreuen. Er ist deshalb froh, dass die D-Juniorinnen von zwei Eltern betreut wird und die Jüngsten von den eigenen A-Juniorinnen. „Auch unsere Diakonin aus Worpswede, Kathrin Beushausen macht als Trainerin mit. Sie hat gesagt: Ich habe Zeit und es macht mir Spaß.“

Am Ende sind vielleicht genau das die Schlagworte, die das Erfolgsgeheimnis erklären: Spaß und Zeit. „Unser Ziel ist es, in allen Altersstufen Mannschaften anbieten zu können. Anlaufstelle für die zu sein, die nur kicken wollen, und für die, die auch leistungsmäßig vorankommen wollen. Bei den D-Juniorinnen kristalliert sich da schon etwas heraus“, findet Helvogt. Während er das erzählt, fällt ihm ein, wie ein Mädchen in einem Fragebogen das Ziel „Profi werden“ ankreuzte. Oliver Helvogt muss dabei schmunzeln. Wobei ihm die Vorstellung, dass es ein Mädchen des TSV Eiche Neu St. Jürgen mal in die Bundesliga schafft, durchaus gefällt. Man wird ja noch träumen dürfen...

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