Fußball 1. Kreisklasse Osterholz

Alle rechnen mit dem SV Grün-Weiß Beckedorf

„Wir können und müssen sogar mit diesem Kader aufsteigen“, nimmt sogar der Beckedorfer Coach Wahe Airapetian die Favoritenrolle gerne an. Allerdings nur unter einer gewissen Voraussetzung.
28.08.2020, 08:30
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann

Landkreis Osterholz. Wenn die Rede von den Titelfavoriten für die am 5. September beginnende Saison in der 1. Fußball-Kreisklasse Osterholz ist, fällt stets der Name SV Grün-Weiß Beckedorf. Die Beckedorfer waren nach prominenter Verstärkung mit Akteuren des Landesligisten SV Lemwerder bereits in der vergangenen Saison als Topkandidat für den Aufstieg gehandelt worden, scheiterten aber als Vierter ganz knapp an diesem Unterfangen.

„Wir können und müssen sogar mit diesem Kader aufsteigen“, nimmt SV-Coach Wahe Airapetian die Favoritenrolle gerne an. Voraussetzung sei allerdings, dass sein Team weitestgehend vom Verletzungspech verschont bleibe. „Wenn alle fit bleiben, wird es auch mit dem Aufstieg klappen“, ist sich Airapetian sicher. Sein jüngerer Bruder Levon Hayrapetyan wird wegen eines Kreuzbandrisses jedoch erst zur Rückrunde zur Verfügung stehen. Timo Pydde war zudem gerade erst nach einer längeren Verletzungspause ins Team zurückgekehrt und verdrehte sich nun in einem Testspiel das Knie. „Er wird uns zumindest wieder ein paar Wochen fehlen“, kündigt Wahe Airapetian an. Diesem stehen auch zwei Neuzugänge zur Verfügung.

Tammo Bode ist in der Jugend der SG Aumund-Vegesack groß geworden und kickte zuletzt vor zwei Jahren für den ATSV Scharmbeckstotel. „Tammo muss sicherlich konditionell noch zulegen, wird uns dann aber nach vorne bringen“, urteilt Airapetian über den Innenverteidiger. Angreifer Philip Hecke ist außerdem vom Kreisligisten SG Platjenwerbe zurück. Im Hinblick auf Konkurrenten im Kampf um die vorderen Plätze rechnet Wahe Airapetian auch mit den zweiten Mannschaften in der Liga, allen voran mit dem SV Lilienthal-Falkenberg II. „Diese Mannschaft habe ich immer auf dem Zettel“, betont der Übungsleiter.

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Der Trainer des SV Arminia Freißenbüttel, Martin Wohltmann, weiß nicht so genau, was ihn und seine Mannschaft nach der langen Spielpause erwartet. „Ich war beim Blick auf den Spielplan auch überrascht darüber, wer da jetzt alles so bei uns in der Liga spielt“, räumt Wohltmann ein. Mit dem ATSV Scharmbeckstotel, TSV Meyenburg, TSV Eiche Neu Sankt Jürgen II und dem TSV Sankt Jürgen gibt es gleich vier Aufsteiger. „Ich gehe davon aus, dass der SV Grün-Weiß Beckedorf eine gute Rolle spielen wird, rechne aber auch oben mit der einen oder anderen Überraschung“, sagt Martin Wohltmann.

Wohltmann muss die Abgänge seiner Leistungsträger Niclas Busch (TSV Wallhöfen) und Pascal Meierdierks (VSK Osterholz-Scharmbeck) verkraften. Dafür schlossen sich Mittelfeldmann Mirko Apsel und Stürmer Luca Hanuschek vom VSK Osterholz-Scharmbeck II den Freißenbüttelern an. Apsel zog sich aber beim 8:1-Erfolg im Vorbereitungsspiel auf die neue Serie über den SV Buschhausen eine Knieverletzung zu und fällt deshalb auf unbestimmte Zeit aus.

Martin Wohltmann hätte seinen kleinen Kader gerne vergrößert, wird nun aber erneut ein ums andere Mal improvisieren müssen. Ohne viele Verletzte traut Wohltmann seiner Formation den Sprung ins erste Drittel zu. „Im anderen Fall wäre ich auch mit einem Platz im gesicherten Mittelfeld zufrieden“, so der 61-Jährige, der bereits in seine zehnte Saison bei den Arminen gehen wird. Er sei trotz des großen Aufwandes, der wegen der Corona-Pandemie betrieben werden müsse, einfach nur froh, dass wieder Fußball gespielt werde.

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Erst einmal kleine Brötchen backen muss der TSV Sankt Jürgen in der neuen Klasse. Der Aufsteiger geht davon aus, gegen den Abstieg kämpfen zu müssen. „Unser Ziel als Aufsteiger kann nur der Klassenerhalt sein“, versichert der neue TSV-Coach Günter Maiworm-Schnaars. Für ganz oben plant der 48-Jährige neben dem SV Grün-Weiß Beckedorf auch mit dem ASV Ihlpohl. „Die Ihlpohler fand ich schon in der vergangenen Saison stark“, teilt Maiworm-Schnaars mit. Für eine Überraschung an der Spitze sei zudem Mitaufsteiger TSV Meyenburg gut: „Die Meyenburger haben einen guten Zusammenhalt im Team und verfügen über junge und hungrige Spieler.“ Wahe Airapetian habe ebenfalls gehört, dass sich die Meyenburger viel vornehmen würden.

„Aufstiegsfavorit Nummer eins ist der SV Grün-Weiß Beckedorf“, sagt auch der Coach des SV Lilienthal-Falkenberg II, Raoul Kanitz. Er selbst peile mit seiner Mannschaft Platz fünf an. Die in die erste Formation hochgerückten Goalgetter Lars Isselbächer und Tim-Ove Diekmann sollten ursprünglich durch Tristan Stelter und Leonard Köster ersetzt werden. „Für uns ist es deshalb besonders ärgerlich, dass sich die beiden nach ihren Zusagen doch noch zu einem Wechsel entschieden haben“, teilt Kanitz mit. Während sich Stelter dem TSV Worphausen anschloss, so wird auch Köster beim VfR Seebergen/Rautendorf in Zukunft in der Kreisliga Osterholz antreten.

„So muss ich unsere Offensive erst komplett neu zusammensetzen“, gibt Raoul Kanitz zu bedenken. Auf der anderen Seite freut dieser sich über den Zugang der beiden Spieler aus dem ersten Team, Fynn Jansen und Maru Vogel. Letzterer war aber altersbedingt noch gar nicht für das Kreisligateam des Vereins spielberechtigt und trainierte deshalb nur in der ersten Mannschaft mit. Nun darf Vogel aber sein Debüt als älterer A-Junioren-Geburtsjahrgang im Herrenbereich geben. Der frühere Torwart der ersten SV-Formation und Bruder des Trainers, Patrick Kanitz, wurde zudem ebenso für die Reserve reaktiviert wie Jasper Vidmar.

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Besonders stolz sind die Lilienthaler auf die Zusage von Maximilian Altevoigt. Dieser hatte bis Sommer 2018 beim Landesligisten TSV Etelsen gekickt und sich dann das Kreuzband gerissen. Nachdem er seine Laufbahn bereits an den Nagel gehängt hatte, will der Offensivmann nun doch noch einmal ohne großen Druck dem Spielgerät nachjagen. „Ich empfinde auch den FC Hansa Schwanewede II als starke Mannschaft, die um den Aufstieg mitspielen könnte und traue außerdem dem SV Arminia Freißenbüttel trotz des Weggangs seines Torjägers eine Überraschung zu“, lässt Raoul Kanitz wissen.

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Zur Sache

Saße macht doch weiter

Günter Saße bleibt dem ASV Ihlpohl als Trainer in der 1. Fußball-Kreisklasse Osterholz nun doch zumindest bis Dezember erhalten. Weil sich Kay Edmüller im letzten Moment zu einem Verbleib beim Kreisligisten VSK Osterholz-Scharmbeck II entschied, wäre der Posten in Ihlpohl vakant gewesen. Doch dann sagte der bisherige Coach eine Fortsetzung seiner Tätigkeit bis zum Ende des Jahres zu. Ursprünglich wollte der Übungsleiter sein Amt zum 1. Juli zur Verfügung stellen. Ihm zur Seite steht ab sofort Haki Berisha als Co-Trainer. Berisha ist ansonsten Coach der zweiten ASV-Mannschaft in der 2. Kreisklasse. „Wir wissen noch nicht, wie es dann im neuen Jahr weitergehen wird“, erklärte der stellvertretende ASV-Spartenleiter Thomas Lascheit. Es sei gar nicht so einfach, einen neuen Coach zu finden. „Und dann muss es auch noch irgendwie passen“, betont Lascheit.

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