Fußball-Bezirksliga

Julian Gelies und der FC Hambergen: Gesucht und gefunden

„Er ist der absolute Wunschkandidat“, sagt FCH-Teammanager Jan Horstmann. Er, das ist Julian Gelies, derzeit noch in Diensten von Bornreihe II, ab Sommer aber Trainer des FC Hambergen.
23.01.2020, 15:59
Lesedauer: 4 Min
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Julian Gelies und der FC Hambergen: Gesucht und gefunden
Von Dennis Schott
Julian Gelies und der FC Hambergen: Gesucht und gefunden

Jung, ehrgeizig und ab Sommer Trainer des FC Hambergen: Julian Gelies (Mitte).

Guido Specht

Hambergen. Auf einmal ging alles ganz schnell. Erst „zwischen den Jahren“ gab Fußball-Bezirksligist FC Hambergen bekannt, dass Trainer Eric Schürhaus den Verein aus beruflichen Gründen zum Saisonende verlassen wird. Nur etwas mehr als zwei Wochen nach dieser Bekanntgabe präsentierte Teammanager Jan Horstmann mit Julian Gelies den Nachfolger (wir berichteten). „Es ist in der Tat alles sehr schnell abgelaufen“, bestätigt der noch in Diensten des Kreisligisten SV Bornreihe II stehende Gelies. Aber der 30-Jährige brauchte auch erst gar nicht lange zu überlegen. Bereits das erste Treffen sei so positiv verlaufen, dass er sich beim zweiten gar nicht mehr großartig überreden lassen musste und sofort seine Zusage gab.

„Wenn der FC Hambergen anruft, muss man eigentlich nicht lange überlegen“, sagt Julian Gelies auch mit ein paar Tagen Abstand. Eigentlich hätte es der Gespräche kaum bedurft, weil man schließlich wisse, wie bei den „Zebras“ gearbeitet wird, so der 30-Jährige weiter. Nämlich gut. Sowohl vor als auch hinter den Kulissen. Und da er nach dieser Saison ohnehin bei der Bornreiher Reserve aufgehört hätte, weil er sich und auch für die Spieler einen neuen Impuls wünschte, brauchte Julian Gelies in der Tat nicht lange zu überlegen.

Das beruht im Übrigen auf Gegenseitigkeit. Auch der FC Hambergen musste nicht lange überlegen, wer die Schürhaus-Nachfolge antreten soll. „Julian ist unser absoluter Wunschkandidat“, betont Teammanager Jan Horstmann. Und er freut sich zusätzlich darüber, dass er nicht viel Überzeugungsarbeit leisten musste und sich beide Seiten praktisch von Beginn an, weil man sich in der Philosophie und in der Ausrichtung sehr nahe war, einig waren. Abgesehen davon passt Julian Gelies voll ins Hamberger Anforderungsprofil: jung, ehrgeizig, erfolgsorientiert.

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„Es ist zwar schwer, sich selbst zu beschreiben. Aber es stimmt schon, dass ich sehr ehrgeizig bin. Ich verliere auf jeden Fall sehr ungern“, sagt Julian Gelies über sich. Er definiert sich auch als modernen Trainer, einer, bei dem der Ball nach Möglichkeit immer dabei sein sollte. Auch bei der Trainingsgestaltung. „Ich bin ein Freund davon, alles mit dem Ball zu machen“, steht Gelies für „aktiven Fußball“. Bei allem dürfe der Spaß aber nicht zu kurz kommen, schließlich sei Fußball auch nur ein Hobby. „Aber“, schränkt der 30-Jährige ein, „Erfolg macht auch Spaß.“

Vor diesem Hintergrund ist es eigentlich verwunderlich, dass Julian Gelies den SV Blau-Weiß Bornreihe II verlassen wird. Mit der Zweitvertretung war der 30-Jährige nämlich ziemlich erfolgreich. Gelies übernahm die Blau-Weißen nach ihrem Aufstieg in die Kreisliga und führte sie prompt in die Spitzengruppe. „Wir sind seit drei Jahren die beste zweite Herren im Landkreis und haben gute Chancen, es in diesem Jahr wieder zu werden“, meint der Noch-Bornreihe-Coach nach zwei vierten und einem siebten Platz in den vergangenen Spielzeiten. Derzeit nimmt die Bornreiher Reserve den fünften Rang ein. „Und dann war der Pokalsieg natürlich noch ein Highlight“, erklärt Gelies rückblickend.

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Bei dieser Vita wäre es logisch gewesen, wenn der Verein ihn zumindest in den erweiterten Kreis derer gesetzt hätte, die in den vergangenen Jahren als Trainer für die erste Bornreiher Mannschaft in Frage kamen. Was aber nicht passierte. Offensichtlich bewusst nicht passierte. „Wir haben intern darüber schon mal gesprochen, dass das irgendwann ein Thema sein könnte. Aber sowohl für mich als auch für den Verein wäre das zu früh gekommen“, erklärt Julian Gelies, der trotz des feststehenden Abschieds die Rückrunde mit den Bornreihern „nicht abschenken“ will.

Bleibt nur noch die Frage, welche Ziele er mit dem FC Hambergen im Sommer verfolgen will? „Wer dreimal hintereinander Vize-Meister geworden ist und jetzt, nach einer schwierigen Anfangsphase, auf Platz vier steht, dann sollte der achte Platz nicht unbedingt unser Ziel sein. Wir wollen schon oben mitspielen. Aber was am Ende herauspringen wird, wird man sehen. Hambergen gehört in die obere Region. Da kann man auch die Meisterschaft im Auge haben, ohne dass sie als Ziel ausgegeben werden muss.“

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Zur Sache

Noch kein Testspiel

Wie jetzt? Am 9. Februar sollte der FC Hambergen eigentlich ein Testspiel beim TSV Lesum-Burgdamm bestreiten, doch ist diese Partie schon jetzt abgesetzt worden. Besser gesagt hätte sie nie stattfinden sollen, stand der Bremer Bezirksligist nicht wirklich als Testspielgegner zur Debatte. „Es war ein Versehen von denen, die haben die Paarung falsch eingetragen“, erklärt Hambergens Teammanager Jan Horstmann auf Nachfrage. Er habe sich auch bei den Lesumern erkundigen wollen, wie es zu diesem Fehleintrag gekommen sei, bis dato aber keine Rückmeldung erhalten. „Ich denke, da ist jemand in der Spalte verrutscht.“

Derzeit ist der Fußball-Bezirksligist aber noch ohne jegliches Testspiel. „Wir haben in der Halle jetzt erst einmal die konditionellen Grundlagen gelegt“, so Horstmann, der das Team gemeinsam mit Co-Trainer Gürkan Ertas in Abwesenheit von Trainer Eric Schürhaus betreute. Schürhaus ist derzeit beruflich stark eingebunden, wird ab kommender Woche aber wieder mehr Zeit für die Planung in der Winterpause haben. „Die macht in erster Linie auch Eric“, sagt Horstmann, der sicher ist, dass die „Zebras“ das ein oder andere Testspiel bestreiten werden. „Das kann man ja auch kurzfristig planen“, so der Teammanager.

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