Kreisklasse-Trainer im Interview Dannenberg-Coach Sommer: „Unser System steht über allem“

Etwas unverhofft ist Andreas Sommer beim TSV Dannenberg II gelandet. Im Interview spricht er über seinen neuen Verein.
01.02.2021, 12:26
Lesedauer: 2 Min
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Von Karsten Hollmann

Herr Sommer, weshalb sind Sie eigentlich wieder auf der Trainerbank zu finden, obwohl Sie doch pausieren wollten?

Andreas Sommer: Ich habe mir auch sechs Wochen Zeit damit gelassen, diese Entscheidung zu treffen und mich dann letztendlich von Dannenbergs Spartenleiter Karsten Frerks, den ich gut kenne, breitschlagen lassen. Ausschlaggebend war für mich letztlich auch, dass ich mir zwei Spiele meiner späteren Mannschaft angeschaut habe, in denen ich gesehen habe, was ich auf Anhieb verbessern könnte. Ich bin dann auch erst im September zum Team gestoßen.

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Was ist Ihnen denn in den beiden Spielen speziell aufgefallen?

Dass die Mannschaft viel zu hoch verteidigt hat. Ich habe den Spielern dann mitgeteilt, wo wir die Räume eng machen müssen und dass 75 Prozent der Tore in der 1. Kreisklasse durch die Mitte erzielt werden. Ein Kopfballtor nach einer Flanke von außen gibt es dagegen gerade einmal zu fünf Prozent. Deshalb kann man den Gegnern an der Seitenlinie ruhig Platz lassen, solange wir das Zentrum mit einer Doppelsechs dichtmachen.

Sie haben auch einige Spieler im Kader, die in der Saison 2018/2019 noch bei der TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf III in der 3. Kreisklasse gekickt haben. Wie war es, diese an die neue Klasse zu gewöhnen?

Ich habe einen ziemlich bunten Haufen übernommen und musste bei einigen Spielern bei den Blümchen und den Bienen anfangen. Denen hat vorher nie irgendjemand etwas über Taktik erzählt. Diese Jungs setzen die Vorgaben aber sofort um und wollen auch etwas lernen. Das macht sehr viel Spaß. Unser System steht bei uns über allem.

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Mit dem Verdichten des Zentrums machen Sie sich bestimmt nicht gerade beliebt bei den Gegnern, oder?

Das hat gar nichts mit Mauern zu tun und ist selbst in der Bundesliga häufiger zu sehen. Es geht darum, den Gegner dazu zu zwingen, schnell und direkt zu spielen. Das kann aber in unserer Klasse kaum jemand. Deshalb probieren es unsere Gegner dann mit hohen und langen Bällen. Genau das wollen wir aber erreichen, weil es für uns am Ende besser zu verteidigen ist.

Hätten Sie aber dennoch vorher mit Platz fünf gerechnet?

Das ist nur eine Momentaufnahme, die wir aber sehr genießen. Ich konnte mir ehrlich gesagt vorher nicht vorstellen, mal eine zweite Mannschaft zu trainieren. Aber der Trainer des ersten Teams, Steffen Mehrdorf, ist einfach ein super Typ. Es herrscht auch ein toller Zusammenhalt in beiden Mannschaften. Mir stehen alleine 25 Leute zur Verfügung, ich kann aber in jedem Spiel nur sieben Ersatzspieler nominieren. Das ist purer Luxus.

Das Interview führte Karsten Hollmann.

Info

Zur Person

Andreas Sommer (52)

übernahm den TSV Dannenberg II in der 1. Fußball-Kreisklasse Osterholz am 1. September 2020. Zuvor war er 14 Jahre Coach beim VfR Seebergen/Rautendorf und dann noch eine Saison beim TSV Worphausen.

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