Landessportbund LSB in Sorge um das Vereinssystem

Der Landessportbund Niedersachsen appelliert an die Landesregierung im Zuge der Coronaverordnungen den positiven Einfluss von Sport zu berücksichtigen. Er plädiert für so viel verantwortbaren Sport wie möglich.
04.11.2020, 09:39
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LSB in Sorge um das Vereinssystem
Von Jürgen Juschkat

Hannover. Der Landessportbund (LSB) Niedersachsen hat eine Stellungnahme zur Unterbrechung des Amateursports veröffentlicht. In dieser appelliert der LSB an Landesregierung und Landtag, bei der Entscheidung über die neue Niedersächsische Corona-Verordnung den positiven Einfluss von Sport auf die körperliche und psychosoziale Gesundheit von Kindern und Erwachsenen in allen Altersstufen zu berücksichtigen, weil der Vereinssport insbesondere auch einen gemeinschaftsbildenden Effekt habe. „Diese Aspekte sollten aus Sicht des LSB bei Abwägungsprozessen der Politik stärker gewichtet werden. Wir plädieren deshalb für so viel verantwortbaren Sport wie möglich“, sagt Wolf-Rüdiger Umbach, Präsident des Landessportbundes. In seinem Newsletter bringt der LSB sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass der temporäre Lockdown inklusive eines Verbots des Amateursports nötig geworden ist. Umbach: „Wir tragen diese Maßnahme jedoch verantwortungsbewusst trotz der negativen Effekte für den Sport grundsätzlich solidarisch mit.“

Das Sport- und Vereinssystem in Niedersachsen habe seit März seine Robustheit, seine Anpassungsfähigkeit, Kreativität und sein Verantwortungsbewusstsein unter Beweis gestellt. „Wir sind nun jedoch in größerer Sorge um das Vereinssystem und um seine wichtigen gesellschaftspolitischen Funktionen“, ergänzt der LSB-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe. Der LSB begrüßt jedoch, dass der Profisport nicht ausgesetzt werden soll, auch wenn er ohne Zuschauer stattfinden muss. Gegenüber dem Land hat der LSB deutlich gemacht, dass auch für Kaderathleten aller Sportarten Training an Bundes- und Landesstützpunkten weiterhin möglich sein muss. Wichtig sei auch, dass der Schulsport und sportliche Jugendbildungsarbeit weiter möglich bleibe. Der LSB appelliert an die Verantwortlichen, in Schulen mitzuhelfen, der großen Bedeutung des Schulsports gerecht zu werden und Sport in der Schule zu ermöglichen.

Entscheidend für den Landessportbund sind auch die sozialen Auswirkungen, die ein Sportverbot hat: Bindungen, Strukturen und Mitgliedschaftstreue würden dadurch nochmals stark unter Druck geraten. Der LSB erwartet, dass sportliche Bildungsangebote in der Akademie des Sports und in den Lehrstätten der Landesfachverbände und Sportbünde bei konsequenter Umsetzung der vorgegebenen Hygienekonzepte weiterhin möglich sind.

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