Fußball-Bezirksliga Lüneburg 4 Paukenschlag beim MTV Bokel

Sebastian Winckler ist nicht mehr Spielertrainer des MTV Bokel. Das ist das Ergebnis des anhaltenden Negativlaufs. Winckler begründet seinen Schritt damit, dass er dem Team einen Impuls verleihen will.
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Von JAN-HENRIK GANTZKOW

Bokel. Paukenschlag am Bätjerplatz: Kurz bevor sich der MTV Bokel in die langersehnte Winterpause verabschiedet, hat Spielertrainer Sebastian Winckler angesichts des anhaltenden Negativlaufs die Notbremse gezogen und ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.

Nach neun Jahren beim MTV – anderthalb davon in zeitintensiver Doppelfunktion als Spieler und Coach – fällt dem 28-jährigen dieser Schritt verständlicherweise nicht leicht: „Sich nach dieser Zeit so zu verabschieden, ist natürlich bitter, das ist mein Verein. Aber gerade deswegen will ich einen neuen Impuls setzen und die Mannschaft so vielleicht nochmal aufwecken. Jetzt gibt es keine Alibis mehr“, erklärt Winckler seine Entscheidung.

Mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf ist der Rücktritt durchaus nachvollziehbar, schließlich holten die Schwarz-Weißen in 15 Spielen nur magere vier Pünktchen und stehen abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Die bittere 0:2-Heimpleite gegen den direkten Konkurrenten aus Mulsum vor zwei Wochen war zwar eine weitere herbe Enttäuschung, ausschlaggebend war sie aber nicht.

„Da kommt vieles zusammen. Unzählige Verletzungen, mangelnde Trainingsbeteiligung, ärgerliche Niederlagen. Das ist schon frustrierend“, so Winckler, der gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Detlev Zapp in den vergangenen Monaten letztlich vergeblich probierte die Krise zu durchbrechen. Gänzlich überraschend kam Wincklers Entscheidung für den Verein daher nicht, die Enttäuschung über den Verlust ist aber dennoch deutlich spürbar.

„So etwas ist nie schön. Speziell dann nicht, wenn es zwischen Trainer und Verein eine solche Bindung gibt. Es ist aber klar, dass sich Trainer nach einer solchen Hinrunde hinterfragen. Sebastians Konsequenzen sind nachzuvollziehen, er wollte der Mannschaft nochmal neues Leben einhauchen“, sagt MTV-Manager Marko Rebien. Bis zum Saisonende wird nun vorerst Detlev Zapp, ebenfalls ein Ur-Bokeler, die Rolle des alleinverantwortlichen Übungsleiters übernehmen und versuchen, das Unmögliche möglich zu machen. Und wer weiß? Vielleicht kann er bei dieser Herkulesaufgabe ja doch auf seinen ehemaligen Trainerkollegen zurückgreifen – ein Comeback als Spieler will Winckler zumindest nicht völlig ausschließen.

„Darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken. Nachdem ich die ganze Hinrunde angeschlagen war, will ich erstmal wieder richtig fit werden. Dann werden wir sehen. Ich bin aber fußballverrückt und es kann schon sein, dass ich im Februar wieder in Bokel auf dem Platz stehe“, macht der Mittelfeldakteur zumindest Hoffnung. Am Bätjerplatz würden sie ihn in jedem Fall mit offenen Armen begrüßen: „Der ganze Verein ist Sebastian unglaublich dankbar. In einer Zeit, in der es uns echt dreckig ging, hat er die Ärmel hochgekrempelt und angepackt. Dementsprechend wäre es natürlich schön, wenn er weiterhin dabei ist“, so Marko Rebien. Die Geschichte zwischen Sebastian Winckler und dem MTV Bokel muss also nicht zwangsläufig beendet sein, vielleicht beginnt stattdessen schon bald das nächste Kapitel.

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