Schott the Dohr - der Zeitungspodcast Spiel, Satz und . . . ein neuer Kollege

In unserer etwas anderen Rückschau lassen wir den vergangenen Monat Revue passieren und diskutieren dabei auch über die Dinge, für die im redaktionellen Alltag oftmals kein Platz in der Zeitung ist.
28.03.2021, 13:54
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Spiel, Satz und . . . ein neuer Kollege
Von Dennis Schott

Tobi, was meinst Du? Ob die Spitze des NFV schon an diesem Wochenende zusammenkommt und das Aus der Saison beschließt?

Meinst Du wirklich, das wird erst noch beschlossen? Das steht doch längst fest. Nächste Woche ist Schluss, dann verkündet der niedersächsische Verband das Saisonaus. Oder hast Du daran noch Zweifel, Dennis?

Nee, ist auch gut so. Dieses ewige Hoffen und Warten hat jetzt ein Ende. Dieses ganze Hin und Her der letzten Monate hätte man sich auch sparen können. Vielleicht hat man sich auch zu sehr an dem orientiert, was aus Berlin vorgegeben wurde. Ich meine, die Fußball-Verbände in Hamburg und Schleswig-Holstein haben schon vor einigen Wochen losgelöst entschieden: Die Saison ist vorbei. Und ich finde es gut, autark zu entscheiden, vor allem weil jetzt wieder nichts anderes herausgekommen ist als ein weiterer Lockdown.

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Obwohl ich es durchaus richtig fand, abzuwarten. Das hat der NFV in meinen Augen auch besser gemacht, als die von Dir erwähnten Landesverbänden. Man hat sich einen Zeitplan gesetzt und daran verschiedene Szenarien gekoppelt. Da wäre es total blödsinnig gewesen, dann jetzt plötzlich doch abzubrechen, nur weil andere Verbände das getan haben. Lediglich mit der finalen Verkündung hätte sich der NFV jetzt nicht noch einmal eine Woche Zeit nehmen müssen. Aber das muss in einem Land wie Deutschland dann ja auch alles seinen ordnungsgemäßen Gang nehmen und durch eine ordnungsgemäße Versammlung beschlossen werden. Fakt ist: Bis mindestens August werden wir keine Fußball-Punktspiele sehen.

Vielleicht aber Derby-Cups. Das hat doch im Landkreis sowieso eine tolle Tradition. Unsere Derbycup-Wertung musste coronabedingt ja ausfallen in diesem Jahr, wäre dann aber eine passende Gelegenheit, um nachgeholt zu werden.

Spitzenidee, Dennis! Sobald die Zahlen sich entsprechend entwickeln und wir noch ein paar Wochen haben, sollten wir da vielleicht mal was in Angriff nehmen. Ich glaube ja ehrlich gesagt, es geht jetzt ohnehin erst einmal darum, alle wieder ins Training zu kriegen. Und wenn das auch nur annährend so abläuft, wie bei meiner U10, dann können sich die Herren- und Damentrainer schon mal auf einen großartigen Tag freuen.

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Erzähl doch mal, wie das erste Training nach dem Lockdown mit Deiner U10 war!

Zwei Worte: Kollektive Glückseligkeit! Dennis, so etwas habe ich selten erlebt. 15 Neunjährige nach fünf Monaten Pause das erste Mal wieder zusammen auf dem Rasen. Diese strahlenden Augen und glücklichen Kinder, Wahnsinn. Das war ein Geschenk, so etwas erleben zu dürfen. Die wollten am liebsten bis tief in die Nacht hinein kicken. Und ich weiß wirklich nicht, was es mit den Kindern macht, wenn ihnen diese so wichtige Freizeitbeschäftigung jetzt noch einmal über Wochen genommen werden sollte, vor allem, wo jetzt das Wetter besser wird.

Da gebe ich Dir absolut recht. Man muss das ja auch mal in Relation sehen: Für einen Erwachsenen ist ein Jahr nicht viel, für ein Kind ist es das schon. Bei Deinen Spielern ist es ein Jahr von insgesamt neun. Nur neun, muss man betonen. Herr Dohr, ich hätte Sie gerne mal gerne mit neun Jahren gesehen, wie Ihnen jemand den Ball wegnimmt und sagt: Fürs nächste Jahr (oder länger) ist erst einmal Schluss mit Fußball!

Und wenn ich dann noch Handy, Play-Station, Tablet und Computer zur Verfügung gehabt hätte... ich sag nur: Mit 30 Kilogramm Übergewicht direkt nach'n Hartz IV hin.

Dabei sind Sie seit Neustem ja sogar Tennis-affin.

Immer diese doppeldeutigen Anspielungen, Herr Schott. Meinen Sie das Theater beim TC Lilienthal oder meine Laufbahn als spätberufener Boris Becker?

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Ist ja beides Theater: Beim TC Lilienthal, weil es dort seit geraumer Zeit keinen ersten Vorsitzenden mehr gibt, der Cheftrainer gekündigt hat und nun noch einige Rücktritte im Vorstand erfolgt sind. Und bei Ihnen ja erst recht, Herr Dohr! Haben Sie eigentlich noch vor, gegen Ihren Trainingspartner zu gewinnen?

Ja ja, Herr Schott, streuen Sie mal reichlich Salz in meine klaffenden Wunden. Anders kenn ich es ja nicht von Ihnen. Was soll ich sagen? Seit knapp drei Monaten spiele ich einmal wöchentlich gegen Nick, übrigens auch ein extrem guter Kicker früher. Und seit drei Monaten warte ich auf einen Satzgewinn. Und auch, wenn jetzt gleich wieder ein unqualifizierter Spruch von Ihnen kommen wird: Eigentlich bin ich wirklich auf einem guten Weg.

Herr Dohr, Sie können mich wirklich herzhaft zum Lachen bringen!

Na gut, Herr Schott. Sie fordern ihn ja regelrecht ein, den Fehdehandschuh. Und hier kommt er geflogen - IN YOUR FACE, würde die junge Generation glaube ich sagen. Also, die Herausforderung steht. Zwei Männer, ein Duell. Sie und ich auf dem Tenniscourt. Und dann schauen wir mal, worüber wir hier in vier Wochen lachen...

Glauben Sie, ich kneife? Pah! Dann kram ich halt meinen Tennisschläger wieder aus, den ich mal mit 15 Jahren fürs Helfen beim Umzug bekommen habe. Und wenn ich nach zehn Jahren ohne Spielpraxis verlieren sollte, habe ich immer eine Ausrede. Aber wissen Sie was, Herr Dohr?

Was?

Wir brauchen einen Schiedsrichter. Ihnen trau ich nicht über den Weg, wenn sie meine perfekt getimten Grundlinienschläge immer ganz knapp im Aus sehen (so habe ich mich übrigens zu manchen Siegen geschummelt). Und mir fällt da auch schon einer ein...

Tim Nekic?

Nee, ich glaube, der ist auch schon gar nicht mehr in Lilienthal, sondern hat seinen Cheftrainer-Posten in Alfeld angetreten. Und die Suche nach Ersatz würde sich beim TC Lilienthal auch aktuell etwas schwierig gestalten. Der Verein hat gerade andere Sorgen, als der Presse einen Schiedsrichter zu besorgen. Zumal einige im Verein ja per se nicht mit der Presse sprechen und nur die schönen Dinge nach außen tragen wollen, zumindest nicht in diesen Tagen. Ist auch egal, denn ich hätte da einen mindestens ebenso kompetenten Tennisfachmann, was sage ich: Sportfachmann, an der Angel....

... Achtung: Trommelwirbel ....

Unseren neuen Kollegen: Thorin Mentrup!

Tadaaa! Wir freuen uns riesig, dass es am Donnerstag soweit ist. Und nein: Es ist definitiv und zum Glück kein Aprilscherz. Nachdem sich im vergangenen Jahr mit Carsten Spöring und Thomas Müller zwei langjährige Kollegen in den wohlverdienten Vorruhestand verabschiedet haben, kommt nun ein junger und motivierter Kollege zu uns. Wollen wir ihn schon kurz vorstellen, oder überlassen wir das Thorin selbst?

Thorin wird sich allein schon durch seine gute Arbeit vorstellen! Außerdem planen wir in den kommenden Tagen - sozusagen als Serienabschluss - zu unserer beliebten Rubrik „Fragen, die sonst nicht gestellt werden an Personen, die sonst nicht gefragt werden“ quasi mit uns selbst. Wir drei Redakteure werden dann die investigativen Fragen beantworten, auf die unsere Teilnehmer so vielfältig wunderbare Antworten gefunden haben. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür.

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Dem kann ich mich nur anschließen. Einfach fantastisch, wie dieses Format angenommen wurde und wie bunt der Querschnitt durch alle Altersgruppen war. Und wie herrlich kreativ die Menschen hier sind.

Aber, Tobi, ein bisschen über Thorin verraten können wir ja schon jetzt. Also: Thorin ist Fan von Borussia Mönchengladbach.

Damit kann er hier wenig falsch machen. Noch cooler wäre zwar, wenn er Fan des SV Meppen wäre, denn von dort kommt er ja ursprünglich. Aber vor allen Dingen ist er ein riesiger Fan des Amateursports, auch sein Papa ist Sportredakteur. Und ich habe gehört, er ist ein wandelndes Fußball-Lexikon.

In der Szene munkelt man bereits, er ist mit dem Fußball zur Welt gekommen ...

Mal gucken, wie seine Kenntnisse als Tennis-Schiedsrichter sind. Wir jedenfalls freuen uns enorm auf den „Neuen“ und sind gespannt, wie er seine neue Heimat und diesen tollen Landkreis wahrnehmen wird. Tja, und was gibt's sonst noch Neues? Freust Du Dich schon auf Ostern?

Ja, klar! Mein Rasen ist inzwischen so lang (noch vom letzten Jahr), dass ich da locker Ostereier verstecken kann. Und Du?

Ich hoffe auf ein paar ruhige Tage im Garten und werde mich abends immer mal ein Stündchen an die Dartscheibe stellen. Wenn ich so mitkriege, was die Herren Bierwald, Klaus und Kaluza da so bei dem Dartturnier des FC Hambergen fabrizieren, dann entfacht das meinen Ehrgeiz.

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Herr Dohr, in der Runde sind Sie auch richtig aufgehoben. Wie ich hörte, werden dort bis zu 111 Würfe benötigt, um von 501 auf null zu kommen.

(lacht) Er kann es nicht lassen. Herr Schott, wir ändern bald den Namen dieser Rubrik in „Beat the Schott“. In meiner Trainingsrunde am Mittwochabend hatte ich beim mit 3:1 gewonnen Satz immerhin eine Checkout-Quote von 25 Prozent. Vermutlich muss ich Ihnen erklären, was das bedeutet?

Heißt das etwa, dass jeder vierte Versuch, mit dem finalen Wurf das Doppel-Feld zu treffen, geklappt hat? Wenn das so ist, Herr Dohr, dann verleihe ich Ihnen hiermit den Zusatz „The Power“. Das machen Dartspieler doch so gerne. Tobi „The Power“ Dohr! Also wenn Sie mich fragen, klingt das nicht schlecht.

Ich bevorzuge ja „The Tobelnator“. Aber soweit, dass ich mir einen offiziellen Spitznamen zulegen darf, sind wir leider noch nicht. Normalerweise pendelt mein Schnitt bei so ziemlich durchschnittlichen und mausgrauen 40 bis 42 Punkten. Da fällt mir ein: Wäre schön, wenn Werder bald ebenso viele Punkte auf dem Konto hätte. Aber lassen wir dieses Thema lieber ruhen...

Genau, fangen wir damit am besten gar nicht an. Wir müssen ohnehin zum Ende kommen, Regisseur und Aufnahmeleiter fuchteln schon ganz kräftig mit den Armen.

Stimmt, jetzt sehe ich es auch!

Und ich glaube, ich werde mir von Lennart Riemann vom TC Falkenberg noch die letzten Tipps für unser Match einholen. Vor allem brauche ich Psycho-Tricks. Nur auf dieser Ebene kann ich Sie schlagen. Anders, befürchte ich, komme ich Ihnen nicht bei, Herr Dohr. Bei mir dämmert es gerade: Worauf habe ich mich da nur eingelassen?

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Zur Person

Die Sportredaktion

schließt den Monat März ab. In unserer etwas anderen Rückschau lassen wir den vergangenen Monat Revue passieren und diskutieren dabei auch über die Dinge, für die im redaktionellen Alltag oftmals kein Platz in der Zeitung ist. Nicht immer einer Meinung, aber meinungsstark. Nicht immer bierernst, aber mit voller Überzeugung für den hiesigen Amateursport. „Schott the Dohr“ – die Redakteure Tobias Dohr (oben) und Dennis Schott schließen die Tür.

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