Basketball

Verständnis für Saisonabbruch, Hoffnung auf baldige Wiederaufnahme

Der erste und zweite Lockdown haben den Basketball zur Unzeit getroffen, nämlich dann, als die alte Saison enden und die neue anfangen sollte. Nun ruht die Hoffnung auf die nächsten Monate.
11.03.2021, 11:13
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Hollmann
Verständnis für Saisonabbruch, Hoffnung auf baldige Wiederaufnahme

Frühestens im Herbst gehen Claire Kettler (am Ball) und die Falkenberger Basketballerinnen wieder auf Punktejagd.

Kosak

Landkreis Osterholz. Nichts geht mehr im Basketball. Der Vorstand des Niedersächsischen Basketballverbandes (NBV) hat die Saison 2021/22 bekanntermaßen komplett annulliert. „Die Saison hat faktisch nicht stattgefunden“, sagt der für den Sport zuständige NBV-Vizepräsident Wolfgang Thom. Um sich das komplizierte Berechnen einer Abschlusstabelle zu ersparen, sei die Serie ohne Wertung abgebrochen worden. Es gibt somit keine Auf- und Absteiger in den einzelnen Ligen. Die Vereine bekommen zudem ihre Beiträge und Gebühren rund um den Spielbetrieb erstattet.

„Diese Entscheidung war ja bereits vorhersehbar und wohl die logische Konsequenz. Daher akzeptieren wir das so. Ich würde auch sagen, das ist auch okay“, erklärt der Trainer der Basketballerinnen des TV Falkenberg aus der Oberliga West, Kevin Knoche. Im Lockdown hätten aus seiner Sicht alle Beteiligten genug Zeit gehabt, sich damit abzufinden. „Wenn es für alle besser ist, frage ich mich, warum der Verband anders hätte handeln sollen“, so Knoche. Es sei nun, wie es ist, zeigt sich der TVF-Coach schicksalsergeben. „Wir hoffen, dass es nun bald wieder geordnet weitergeht“, teilt Knoche mit. Insgesamt glaube er jedoch, dass die Corona-Pandemie dem Vereinssport schon sehr schaden könne. „Da bleiben bei etlichen sicher viele Ängste und Unwohlsein, auch wenn es wieder losgeht“, befürchtet Knoche.

Bereits seit Beginn der langfristigen Unterbrechung der Basketballsaison im November des vergangenen Jahres hatten sich die Verantwortlichen des NBV neben verschiedenen Szenarien zur Fortführung auch mit dem Ende der Spielzeit beschäftigt. Bei den Überlegungen spielten auch von Beginn an die Rückzahlung der Meldegelder eine Rolle. Neben den Meldegeldern werden nun auch die Kosten für Ordnungsstrafen, Sonderteilnahmeberechtigungen sowie Sprunggenehmigungen erstattet. Damit werden alle leistungsbezogenen Gelder aus dieser Saison zurückgezahlt. Der Verband reagiert damit auf die Entwicklungen der Corona-Pandemie und schafft für alle Beteiligten Klarheit und Planungssicherheit. Falkenbergs Basketballerinnen haben gerade einmal zwei Saisonspiele in der Oberliga West absolviert. Darunter befand sich kein einziges Heimspiel. Einer 46:79-Schlappe zum Serienauftakt Ende September folgte eine 45:69-Pleite beim Osnabrücker TB Anfang Oktober.

Die weiteren für Oktober geplanten Partien fielen trotz noch nicht vorhandener behördlicher Vorgaben bereits der Corona-Krise zum Opfer. „Unser Team hatte auch schon eine Woche vor dem Lockdown aus Eigeninitiative den Spiel- und Trainingsbetrieb abgebrochen. Der Respekt vor der Pandemie war einfach zu groß“, berichtet Knoche. Es habe auch bereits im Oktober des vergangenen Jahres vermehrt Druck auf den Verband von anderen Teams gegeben, die bereits mit Corona-Fällen zu kämpfen gehabt hätten, so Knoche. „Trotz allem ist es sicher ein herber Rückschlag für die geleistete Arbeit der Teams und den Vereinssport insgesamt“, urteilt der Übungsleiter. Allen würden die persönlichen Kontakte auch beim Sport fehlen. „Das ist auch bei uns ein wichtiger Bestandteil der Teamkultur“, gibt der Falkenberger Coach zu bedenken.

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Die Basketballerinnen des BC VSK Osterholz-Scharmbeck bestritten sogar nur ein einziges Match in der Landesliga 3. Dabei besiegten die Grün-Weißen die BTS Neustadt im September mit 51:46. „Wenn man sich die Entwicklung vom Zeitpunkt des Lockdowns bis zum Jahreswechsel und darüber hinaus anschaut, so war aus meiner Sicht die Verkündung des Saisonabbruchs nur noch eine formale Angelegenheit. Irgendwann macht es ja auch keinen Sinn mehr, eine Entscheidung vor sich herzuschieben, auch wenn jeder Sportler darauf brennt, seinen Sport wieder ausüben zu dürfen“, kommentiert VSK-Coach Niels Kruse das vorzeitige Saisonaus. Es sei auch die einzig richtige Entscheidung gewesen. „Jetzt weiß man wenigstens, woran man ist und hat auch eine gewisse Planungssicherheit“, sagt Kruse.

Im Prinzip bleibe seinem Team – wie allen anderen auch – nur die Möglichkeit, sich weiterhin in Geduld zu üben. „Ich persönlich spekuliere, beziehungsweise hoffe, auf eine Wiederaufnahme unseres Sports in den nächsten Monaten“, lässt der Übungsleiter wissen. Eine andere Lösung als die Nicht-Wertung der Saison hätte er als nicht fair angesehen. „Wie soll man eine gerechte Wertung vornehmen, wenn alle Mannschaften nur ein bis zwei Spiele absolvieren konnten?“, fragt sich Nils Kruse. Natürlich trübe die lange Pause etwas die Stimmung in der Mannschaft.

„Wenn man sich jahrelang über den Sport oder auch privat kennt und sich auf einmal nicht wie gewohnt mehrfach in der Woche sehen darf, ist das nicht gerade ein schöner Umstand“, betont Kruse. Er befinde sich jedoch mit seinen Spielerinnen über soziale Medien in Kontakt und plane auch gerade eine Videokonferenz mit der Mannschaft „Darauf freuen sich schon alle. Die Freude, sich endlich wieder in der Halle begegnen zu dürfen, wird dann aber noch deutlich größer sein“, prophezeit Kruse.

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