Abend mit Musik

Sprache spielt keine Rolle

In Grasberg proben Teilnehmer für ein internationales Musikprojekt.
01.10.2017, 17:54
Lesedauer: 2 Min
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Sprache spielt keine Rolle
Von Undine Zeidler
Sprache spielt keine Rolle

Grasberg, Internationales Musikprojekt, Wenn Sprache keine Rolle spielt

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Grasberg. „Marhaba“, „Khosh amadid“, „Servus“ oder „Moin“ – so verschieden es auch klingt, meint es doch in jeder Sprache einfach “Willkommen”. Willkommen hießen Katja Vittinghoff und Pago Balke auch die Teilnehmer der ersten Probe für das Internationale Musikprojekt im Gemeindesaal der Kirchengemeinde. Am 4. November soll es das Programm „Grenz-Wertig“ mit Songs und Kabarett aus Aleppo, Kobani, Bremen und Grasberg geben. Schon durch die Proben sollen Vittinghoff und ihre Mitstreiter Alteingesessene und Neu-Grasberger einander näher bringen. Pago Balke und die Zollhausboys werden einen Teil des Abends gestalten. Bei der ersten Probe zeigen sie mit ihrem Song „Aleppo“, dass trotz aller Sprachenvielfalt mehr Verbindendes besteht als vielleicht gedacht. So wie die syrische Stadt heute zu Schutt gebombt wurde, geschah es Bremen vor mehr als 70 Jahren. Der Schmerz der Bewohner macht sich mit diesem Lied nach fröhlichen Kennenlernspielen im Raum breit. Im Rahmen der Integrationsarbeit des Bündnisses für Familie hat Katja Vittinghoff das Musikprojekt initiiert. Rund 20 Frauen und Männer sind der Einladung gefolgt. Sie kommen aus Syrien, Iran, Eritrea oder Grasberg. Sie heißen Huda, Hanna, Peter, Christine oder Ismael. Manch einer spricht gut Deutsch. Anderen fällt die Sprache noch schwer. Kein Problem für Katja Vittinghoff: „Wir werden die Musik als Sprache haben.“ Wie diese verbinden kann, zeigen Pago Balke und die Zollhausboys.

Seit einem Jahr arbeiten der Bremer und die vier jungen Syrer zusammen. Vor rund einem Monat feierte ihr Programm in Bremen Premiere. „Das sind alles eigene Stücke“, betont Balke. Eine Auswahl wollen sie in Grasberg präsentieren. Doch dann soll die Gruppe geöffnet werden, so Vittinghoff. Lieder, Instrumentalstücke, Texte oder ein Tanz, all das sei möglich. Sie hat eine Ud mitgebracht. Samer Turk spielt auf der arabischen Laute einen Vorgeschmack auf einen möglichen Programmteil. Er spielt ein Stück, bei dem viele Finger im Stuhlkreis im Takt klopfen und Fußspitzen wippen. Allerdings ziehe er in Kürze weg, so Vittinghoff. Sie hofft, dass sich ein anderer Instrumentalist findet, der den Part übernimmt. Drei Proben folgen noch. Die nächste findet am Mittwoch, 4. Oktober, 19 Uhr im Gemeindesaal statt. Wer Interesse hat, kann sich noch anschließen. Das Programm „Grenz-Wertig“ gibt es am Sonnabend, 4. November, ab 20 Uhr im Gemeindesaal, Speckmannstraße 40. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Zwecks Platzplanung ist eine Anmeldung erforderlich bei Evelin Meyer (0 42 08 / 39 66) oder Rita Hastedt im Kirchenbüro (0 42 08 / 9 19 90 95).

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