Job- und Bildungsmesse für Soldaten

Sprungbrett in den Zivilberuf

Garlstedt. Gut besuchte Infostände, Gedränge, Stimmengewirr. Zum zweiten Mal hat das Kreiswehrersatzamt Oldenburg zusammen mit Standortteam Schwanewede eine Job- und Bildungsmesse für Soldaten veranstaltet.
04.03.2010, 17:00
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Von Klaus Grunewald
Sprungbrett in den Zivilberuf

Dieses Organisationsteam hielt gestern die Zügel der Job- und Bildungsmesse in der Hand:Auf dem Bild von links: Jürgen S

Grunewald

Garlstedt. Gut besuchte Infostände, Gedränge, Stimmengewirr - Peter Wolf ficht das alles nicht an. Der 22-jährige Stabunteroffizier sitzt am Tisch einer Bremer Firma für Informations-Technologie und studiert eine Hochglanzbroschüre. Ebenso wie rund andere tausend Zeitsoldaten nutzt er die Job- und Bildungsmesse in der Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt, um einen möglichst nahtlosen Übergang in seinen späteren Zivilberuf zu finden.

Zum zweiten Mal hat der Berufsförderungsdienst (BFD) des Kreiswehrersatzamtes Oldenburg in Kooperation mit dem Standortteam Schwanewede gestern seine Job- und Bildungsmesse veranstaltet. 'Weil uns der Erfolg der Premiere im vergangenen Jahr Mut gemacht hat", erläuterte Jürgen Schulz vom BFD. Und so kamen sie auch gestern in Scharen - die Soldatinnen und Soldaten aus der Region. Aus Oldenburg, Lüneburg, Rotenburg, Delmenhorst und Schwanewede. In mehreren Räumen des Rolandclubs der Logistikschule wurden sie von den Mitarbeitern der insgesamt 29 ausstellenden Firmen, Behörden und Bildungsträger in Empfang genommen und ausführlich über Berufsbilder, Karrierechancen und Verdienstmöglichkeiten informiert.

Peter Wolf aus Frankfurt/Main hat sich für fünf Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet, als Fernmelder am Oldenburger Standort Kreyenbrück. Wenn er die Uniform an den Nagel hängt, will er sein berufliches Glück als Informatiker suchen. Die Job- und Bildungsmesse bezeichnet er als ideales Sprungbrett. Die Informationsmöglichkeiten seien umfassend, die Firmenmitarbeiter auskunftsfreudig und entgegenkommend, sagt der 22-Jährige und vertieft sich wieder in ein Faltblatt.

Die Job- und Bildungsmesse solle allen Soldaten auf Zeit Gelegenheit geben, sich an den Messeständen der namhaften, vornehmlich regionalen Arbeitgeber aus erster Hand beraten zu lassen, erklärt Jürgen Schulz. Über die Anforderungen des zivilen Arbeitsmarktes, die Möglichkeiten der beruflichen Aus- und Fortbildung sowie über Einstellungsoptionen konnten sich die Bundeswehrangehörigen auch in Vortragsveranstaltungen aufklären lassen. Im Halbstundentakt erhielten sie Einblicke in den Polizeidienst, in die Aufgaben eines Logistikunternehmens oder in das Berufsbild eines Vermögensberaters.

Seit 2005 Beratungen

Und natürlich nutzten die Firmenvertreter die Gelegenheit, sich ein Bild über Motivation und Leistungsfähigkeit der Bundeswehrangehörigen zu machen. Den Berufsförderdienst der Wehrverwaltung hat der Gesetzgeber im Jahre 2005 auf den Weg gebracht. Und weil es Ziel ist, die ausscheidenden Soldatinnen und Soldaten erfolgreich in einen Zivilberuf einzugliedern und ihnen damit auch die Chance zu einem sozialen Aufstieg zu geben, reicht eine einmal im Jahr veranstaltete Job- und Bildungsmesse natürlich nicht aus. An jedem Bundeswehrstandort hat der BFD deshalb nach den Worten von Jürgen Schulz zwei feste Beratungstage pro Woche installiert, die auch in Schwanewede große Resonanz genießen. Darüber hinaus, so Lutz Eisert vom Berufsförderungsdienst in Oldenburg, gibt es schon während der Wehrdienstzeit interne Lehrgänge und Seminare zur zivilberuflichen Eingliederung. Ein Angebot, das insbesondere von Bundeswehrpiloten wahrgenommen werde, die sich im Alter von 41 Jahren vom militärischen Steuerknüppel verabschieden müssen.

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