Ein 14- und ein 15-Jähriger müssen sich wegen Attacke auf 62-Jährigen vor dem Jugendgericht verantworten / Strafe nicht ausgeschlossen

Staatsanwaltschaft: Zu Milde besteht kein Anlass

Landkreis Osterholz. Die beiden 14 und 15 Jahre alten Jugendlichen, die unter dem Einfluss von Drogen einen 62-jährigen Mann krankenhausreif geprügelt haben (wir berichteten), müssen sich im Januar vor dem Jugendschöffengericht Osterholz-Scharmbeck verantworten. "Die Staatsanwaltschaft verfolgt derartige Delikte mit äußerstem Nachdruck . Zu Milde besteht kein Anlass", betonte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Verden, Silke Streichsbier, auf Nachfrage der Redaktion.
20.12.2010, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Lutz Rode

Landkreis Osterholz. Die beiden 14 und 15 Jahre alten Jugendlichen, die unter dem Einfluss von Drogen einen 62-jährigen Mann krankenhausreif geprügelt haben (wir berichteten), müssen sich im Januar vor dem Jugendschöffengericht Osterholz-Scharmbeck verantworten. "Die Staatsanwaltschaft verfolgt derartige Delikte mit äußerstem Nachdruck . Zu Milde besteht kein Anlass", betonte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Verden, Silke Streichsbier, auf Nachfrage der Redaktion.

Dass die Justiz den Fall nicht auf die leichte Schulter nimmt, zeigt sich laut Staatsanwaltschaft daran, dass das Gericht die Hauptverhandlung zügig angesetzt hat. Das Gesetz schreibt vor, dass die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wird. Das Jugendschöffengericht wird sich dabei mit der Frage befassen, wie man auf die Jugendlichen erzieherisch einwirken kann, keine Straftaten mehr zu begehen. Möglich ist es auch, dass gegen die jungen Täter eine Jugendstrafe verhängt wird.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten in ihrer Presseinformation verschwiegen, wo und wann genau die Tat im Nachgang eines Weihnachtsmarktes passierte. "Die Anonymisierung ist vorgeschrieben, um eine Identifizierung der Täter und des Opfers zu verhindern", sagt Oberstaatsanwältin Streichsbier. Staatsanwaltschaft und Polizei dürften grundsätzlich keine Auskünfte erteilen, die eine Identifizierung ermöglichen. Eine Ausnahme gelte dann, wenn es sich um eine Person des öffentlichen Lebens handelt oder die Personalien des Opfers oder Täters bereits auf andere Art und Weise der Öffentlichkeit bekannt geworden seien. Dann komme allenfalls eine Bestätigung der Personalien in Betracht. Selbst der Tatort wurde in diesem Fall nicht genannt, weil nicht auszuschließen sei, dass dadurch Rückschlüsse auf die Identität gezogen werden könnten, hieß es.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+