IGS Osterholz-Scharmbeck Schüler ernten Dank fürs Entkusseln im Moor

Der Jahrgang Kurt der IGS Osterholz-Scharmbeck zog im Februar ins Moor, um es von Bäumen und Pflanzen zu befreien. Dafür bekamen sie nun ein dickes Lob.
13.07.2022, 11:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christa Neckermann

Osterholz-Scharmbeck. Eine Anerkennung für besondere Leistungen ist immer eine wunderbare Sache. Und so freuten sich jetzt kurz vor den Sommerferien die Schülerinnen und Schüler des siebten Jahrgangs an der Integrierten Gesamtschule Buschhausen (IGS) über die Würdigung ihrer Arbeit, die sie im Februar im Kiebitzmoor geleistet hatten. Dafür hatten die Mitarbeiter des Nabu und der Bios den Schülerinnen und Schülern eine Würdigung ihrer Leistungen zugesagt, die nun in der Mehrzweckhalle der IGS übergeben wurde.

Jahrgang „Kurt“ war im Februar ins Kiebitzmoor bei Ohlenstedt gezogen, um hier der Biologischen Station (Bios) und dem Naturschutzbund (Nabu) beim Entkusseln zu helfen. In der Landschaftspflege wird damit die Beseitigung junger Gehölze, sogenannter Kussel, von Heideflächen, Feuchtwiesen und entwässerten Mooren bezeichnet. Dabei wird mit Spaten, Motorsensen oder Sägen der aufkommende Gehölzaufwuchs entfernt, der meist aus Pionierbaumarten wie Kiefer, Weide oder Birke besteht.

Verdunstung vorbeugen

„Moore sind Kohlestoff-Speicher“, hatte damals Bios-Mitarbeiterin Antje Kappel den Schülerinnen und Schülern erklärt, und dass das Entkusseln neben der gezielten Beweidung und kontrolliertem Brand eine Form der Kulturlandschaftspflege zur Offenhaltung von Heiden, Mager- und Trockenrasen, Feuchtwiesen und entwässerten Moorstandorten (Moorheiden) sei, die sich sonst infolge der Sukzession zu Wäldern entwickeln würden. Bei dieser Art der Landschaftspflege sollen bestimmte biotoptypische Pflanzengesellschaften erhalten werden. In entwässerten Mooren soll auch der übermäßigen Verdunstung durch die Gehölze vorgebeugt werden.

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Und so machten sich die Siebtklässler, ausgerüstet mit Gummistiefeln und Tatendrang, auf in das kalte, nasse Moor, das gerade erst von Sturmtief „Antonia“ kräftig durchnässt worden war. Das allein sei schon bewunderungswürdig gewesen, hoben Peter Heyer, Vorsitzender des Nabu und seine Mitstreiter Karl-Heinz-Kabbeck und Werner Pommer hervor, die gemeinsam mit Antje Kappel und den jeweiligen Tandem-Lehrern den Jugendlichen bei der ungewöhnlichen „Gartenarbeit“ zur Seite standen. Selbst Schulleiterin Margarete Kloppenborg und Naturkundelehrer Thilo Eickhorst standen in Gummistiefeln fast wadentief im Moor, um kleine Birken, Kiefern und anderes Gehölz abzusägen und dann mühsam über die Moorfläche zum Abtransport an den Wegesrand zu zerren.

Zufriedene Müdigkeit

„Das Wegschleppen der Bäume war schon heftig“, erinnerte sich ein Schüler nun im Rückblick. Auch an unfreiwillige „Reinfälle“ erinnerten sich die Jugendlichen, an die tiefe, aber zufriedene Müdigkeit nach getaner Arbeit und den Besuch eines Fernsehteams von Radio Bremen. Unter dem Titel „Moorhelden“ hatte Radio Bremen einen Clip produziert, der dann in der Sendung „buten und binnen“ ausgestrahlt worden war.

Als sichtbares Zeichen der Mitarbeit der IGS-Schülerinnen und Schüler hatte schon bei Abschluss der Entkusselungsaktion der Nabu einen Nistkasten mit der Aufschrift 2022 an einem Abschnitt des Kiebitzmoores angebracht. „Ihr habt ganze Arbeit geleistet und ein großes Stück der Fläche von jungen Gehölzen befreit“, betonte Antje Kappel, die jetzt für die Untere Naturschutzbehörde tätig ist. „Damit habt ihr für die nachfolgenden siebten Jahrgänge Maßstäbe gesetzt“. Dann erhielten die Klassensprecher einen Wanderpokal der besonderen Art: Auf einer Naturholz-Planke war ein alter Torfstecher-Spaten angebracht worden. Diese Moorhelden-Auszeichnung soll nun an alle künftigen siebten Jahrgänge weitergereicht werden, die in den umliegenden Mooren Entkusselungsaktionen durchführen werden.

„Wenn wir die Moore und ihren Beitrag zum Klimaschutz erhalten wollen, müssen wir uns auch um ihre Pflege kümmern, das hört nicht auf“, so Antje Kappel.

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