Vereinsversammlung beim VSK VSK Osterholz-Scharmbeck: Mit gemischten Gefühlen ins Jubiläumsjahr

Der VSK Osterholz-Scharmbeck steuert auf die 175-Jahr-Feier im kommenden Jahr zu. Aktuell herrscht aber nicht nur eitel Sonnenschein bei den Sportlern, wie die Jahreshauptversammlung zeigte.
22.09.2022, 18:42
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Von Friedrich-Wilhelm Armbrust

Osterholz-Scharmbeck. Viel Gesprächsstoff gibt es in den Reihen des Vereins für Sport und Körperpflege (VSK) Osterholz-Scharmbeck: Etliche Sportler sind verärgert wegen fehlender Hallenzeiten und kalter Duschen; positiv ins Gewicht fallen Ehrenamt und Zusammenhalt, Vereinstreue und Tradition. Kurzum: Die Jahreshauptversammlung des Sportvereins im El Campo bot Bilanzen mit Licht und Schatten.

Der traditionelle Novemberball findet in diesem Jahr nicht statt, gab der VSK-Vorsitzende Carsten Brinkmann auf Nachfrage von Gaby Thomes bekannt. Es wäre coronabedingt schwierig geworden, „das dieses Jahr auf die Beine zu stellen“, begründete er die Entscheidung des Vorstands. Da aber nächstes Jahr das 175-jährige Vereinsjubiläum zu feiern sei, werde es dann auf jeden Fall auch wieder einen Ball geben, sicherte Brinkmann zu. 

Dank ans Ehrenamt

Auf die Rolle des Ehrenamts war der Vereinschef in seiner Ansprache eingegangen. Ehrenamt bedeute für ihn, in der Freizeit Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen, sagte Brinkmann. Das Ganze solle aber auch Spaß machen. „Das Ehrenamt übernehme ich freiwillig – mit der Überzeugung, einen guten Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Alltag beizusteuern.“ Ein „großes Dankeschön“ spreche er daher allen Helfern, Übungsleitern, Spartenleitern, Vorstandsmitgliedern und Unterstützern aus.

Der Vorsitzende betonte, die aktuellen Anforderungen an das Sportangebot, die Hallenzeiten, die Ausbildung der Trainerinnen und Trainer seien „immens hoch“. Insofern bitte er um Verständnis, wenn die Funktionäre nicht alle Wünsche erfüllen oder postwendend beantworten und erledigen könnten. „Manchmal können wir Sportangebote nicht anbieten oder weiterführen, weil uns schlichtweg die Übungsleiter fehlen und wir sie nicht finden.“ Deshalb werde der Vorstand in Kürze auch über das Thema Aufwandsentschädigung und die Attraktivität des Vereins beraten.

Kalt erwischt

Es gebe Unzufriedenheit bei den organisierten Sportlern, sagte die Vorsitzende des Kreissportbunds (KSB), Edith Hünecken, in ihrem Grußwort. Die Duschen in den kreiseigenen Hallen seien von der Verwaltung "kalt gestellt worden“. Das sei nicht „gut kommuniziert“ worden, ärgerte sich die KSB-Vorsitzende. „Dabei haben wir es in den vergangenen Jahren wirklich nicht einfach gehabt.“

Nun sorge sie sich darum, dass die Hallen wieder geschlossen werden müssten - dieses Mal, um Flüchtlinge aufzunehmen. „Da sollte man über Alternativen nachdenken“, forderte Hünecken. Es wäre ratsam gewesen, rechtzeitig darüber zu reden und gemeinsam nachzudenken, sagte die KSB-Vorsitzende. Sie kündigte an, dass sie im November nicht erneut als KSB-Vorsitzende kandidieren werde.

Vize-Bürgermeister Klaus Sass erklärte in seiner Ansprache, angesichts von Inflation und Energiekrise bleibe auch der VSK nicht von Einschränkungen und Verzicht verschont. „Andererseits müssen aber der Landkreis und die Stadt mit den Vereinen reden", pflichtete er Hünecken bei. Sein Dank gelte den Ehrenamtlichen: „Sie leisten gute Arbeit in allen Sparten mit hochengagierten Menschen“, lobte Sass. 175 Jahre VSK seien "eine tolle Leistung“.

Berichte und Wahlen

Vorstandswahlen beschäftigten die Versammlung ebenfalls. Brinkmann wurde dabei als Vorsitzender im Amt bestätigt, Lars Wellbrock als dritter Vorsitzender ebenfalls. Zum zweiten Vorsitzenden wählte die Versammlung David Jakesch. Die Mitglieder sprachen sich weiter aus für Kristian Kugeler als zweiten Protokollführer, für Markus Dannenbaum als Turn- und Sportwart sowie Heinz Brinkmann als Gerätewart und Marius Christmann als Jugendwart. Jörn Flauder wurde zweiter Pressewart.

Finanziell bewegt sich der Verein in ruhigem Fahrwasser. Darauf verwies Geschäftsführerin Tanja Motscha. Bei einem Umsatz von mehr als 350.000 Euro wurde das Vorjahr mit einem Minus von 1771 Euro abgeschlossen, rechnete sie vor. „Wir müssen wachsamen Auges mit den finanziellen Mitteln umgehen“, mahnte die Geschäftsführerin. Die Entlastung nach dem positiven Votum von Rechnungsprüfer Hans-Georg Tietjen war lediglich Formsache.

Verdiente und neue Mitglieder

Positives hat sich laut Brinkmann bei der Mitgliederentwicklung getan. In diesem Jahr habe der mitgliederstärkste Verein im Kreisgebiet bereits einen Zuwachs von 80 Beitritten zu verzeichnen. „Zum Ende des Jahres peilen wir die Zahl von 2100 Mitgliedern an“, kündigte der Vereinsboss an. Ebenso sei er guter Dinge angesichts der Menschen, die dem Verein jahrzehntelang die Treue halten. 85 Jahre Mitgliedschaft im VSK seien es bei Erna Hallfeldt, Inge Bolt und Lieselotte Sense. Horst Bohling komme auf 75 Jahre.

„Schon im letzten Jahr hatten wir uns aufgrund der Corona-Pandemie dazu entschlossen, die Ehrungen in einer besonderen Feierstunde mit Kaffee und Kuchen vorzunehmen“, sagte Brinkmann. Das solle beibehalten werden. Alle Jubilare vom Silberjubiläum aufwärts würden für Montag, 7. November, ins El Campo eingeladen. „Auf diese Mitglieder können wir stolz sein“, betonte der Vorsitzende, nachdem er die Namen der Mitglieder verlesen hatte, die dann zu ehren sein werden.

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