Weitere Ladesäulen bald in der Kreisstadt und in Lilienthal

Stadtwerke nehmen erste Stromtankstelle in Betrieb

Landkreis Osterholz. Die Osterholzer Stadtwerke haben in Ritterhude die erste Stromtankstelle im Landkreis Osterholz in Betrieb genommen. Zwei weitere Stromtankstellen sollen bald in Osterholz-Scharmbeck und in der Gemeinde Lilienthal folgen.
20.12.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Stadtwerke nehmen erste Stromtankstelle in Betrieb
Von Michael Rabba
Stadtwerke nehmen erste Stromtankstelle in Betrieb

Jürgen Blome, Obermeister der Elektro-Innung Osterholz, tankte gestern schon mal zur Probe: Er hat für seinen Betrieb ein E-Fahrzeug bestellt. Im Hintergrund (von links) Bürgermeisterin Susanne Geils, Thomas Eickholt von der swb und Stadtwerke-Chef Christian Meyer-Hammerström.

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Landkreis Osterholz. Die Osterholzer Stadtwerke haben in Ritterhude die erste Stromtankstelle im Landkreis Osterholz in Betrieb genommen. An der Ladesäule vor dem Stadtwerke-Kundenzentrum an der Riesstraße 57 können die Akkus von zwei Elektrofahrzeugen gleichzeitig geladen werden. Zwei weitere Stromtankstellen sollen in den kommenden Wochen in Osterholz-Scharmbeck und in der Gemeinde Lilienthal eröffnet werden, kündigen die Stadtwerke an.

Jürgen Blome konnte gestern bei der Präsentation der Stromtankstelle schon mal die Abläufe üben. Der Obermeister der Elektro-Innung Osterholz hat bereits eine neue Elektro-Limousine vom Hersteller mit dem Blitz im Logo für seinen Betrieb in der Kreisstadt bestellt - Liefertermin ist im März 2012.

Das Aufladen erfordert nicht mehr Handgriffe als das herkömmliche Tanken: Wird die Kundenkarte der Stadtwerke vor das Sensorfeld der Ladesäule gehalten, öffnet sich an der Seite die Steckdose. Ein kleines Display auf der Säule zeigt, wie viele Kilowattstunden in den "Tank" geflossen sind.

Der große Unterschied zur Benzin-Tankstelle: Das Display der Ladesäule zeigt keine Kosten an! Die Stromtankstellen seien ein Pilotprojekt, "die Abrechnungstechnik steckt noch in den Kinderschuhen", sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Christian Meyer-Hammerström gestern. Deshalb könnten E-Autos an den bald drei Stromtankstellen im Landkreis bis auf Weiteres zum Nulltarif aufgeladen werden.

Die zweite Stromtankstelle wird an der Straße Am Kirchenplatz in Osterholz-Scharmbeck eingerichtet, die dritte am Stadskanaal in Lilienthal, teilte Stadtwerke-Vertriebsleiter Olaf Dupick, mit. Die Kommunen stellen die Flächen bereit.

Um eine Strom-Tankkarte zu bekommen, reicht ein formloser Antrag bei den Stadtwerken, ein Strombezugsvertrag ist nicht nötig. Die Karte der Osterholzer Stadtwerke ist kompatibel mit den Strom-"Zapfsäulen" von EWE und swb. Im Internet gibt es genaue Informationen über die Zahl und Standorte aller derzeitigen Stromtankstellen in der Region (www.swb-gruppe.de).

Mit aktuell rund 100 bis 150 Exemplaren sei die Zahl der in der Region Bremen/Oldenburg zugelassenen Elektro-Fahrzeuge noch recht überschaubar, sagte Stadtwerke-Marketingleiter Jürgen Möller. Mit den drei Stromtankstellen wolle das Unternehmen dazu beitragen, dass sich das ändert: "Wir wollen die Elektromobilität nach vorne bringen", betonte Meyer-Hammerström. Das Pilotprojekt sei für die Stadtwerke ein weiterer Beitrag zur "Osterholzer Energiewende 2030" mit dem Ziel, den Landkreis weitestgehend unabhängig von Energie-Importen zu machen.

Der Standort der Stromtankstelle in Ritterhude sei dabei besonders beispielhaft - der Haus- und Grundstückseigentümer Horst Kammeier hat auf den Carport-Dächern hinter dem Stadtwerke-Kundenzentrum eine Fotovoltaik-Anlage installiert, die Strom in das Netz der Stadtwerke einspeist. Insofern handele es sich bei dem Strom aus der Tankstelle vor dem Gebäude um heimisch erzeugte Energie.

Fahren mit Strom sei ein Zukunftsthema, das mit den neuen Ladesäulen "anfassbar wird", sagte Thomas Eickholt, Geschäftsführer der swb Vertrieb Bremen GmbH, der gestern ebenfalls zur Stromtankstellen-Premiere im Landkreis Osterholz nach Ritterhude gekommen war. Die neue Tankstelle passe zur Hamme-Gemeinde, sagte Bürgermeisterin Susanne Geils - setze Ritterhude doch seit Jahren auf die Förderung der Fotovoltaik. Die Stadtwerke verwiesen gestern auf den "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität", mit dem die Bundesregierung das Ziel verfolgt, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen. Vor diesem Hintergrund fördere man den Kauf von Elektro-Fahrzeugen mit 500, und den Kauf von Elektro-Fahrrädern mit 50 Euro.

Die Stadtwerke sind zudem Mitglied in der neuen "Unternehmens-Inititative Elektromobilität". In der am 4. November gegründeten Initiative engagieren sich bereits mehr als 60 Unternehmen in der Metropolregion Bremen-Oldenburg, teilte Ronald-Mike Neumeyer von der "Gomo clean e-motion GmbH" gestern mit. Die Firmen planten, rund 90 E-Fahrzeuge und 30 E-Räder in Betrieb zu nehmen.

Obermeister Blome freut sich schon aufs neue Firmenfahrzeug, für das seine Fotovoltaikanlage dann "Kraftstoff" erzeuge: "Ich habe dann meine eigene Tankstelle."

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