Gewässer- und Landschaftspflegeverband: Sanierung der Ritterhuder Schleuse vermutlich kostengünstiger Taucher sollen Kosten senken

Die Ritterhuder Schleuse ist rund 140 Jahre alt. Das denkmalgeschützte Bauwerk soll die Niederung der Hamme vor Hochwasser aus der Nordsee schützen, das über Weser, Lesum und Hamme ins Hinterland drückt. Zuständig für die Unterhaltung ist der Gewässer- und Landschaftspflegeverband Teufelsmoor (GLV). Das Bauwerk ist sanierungsbedürftig.
10.02.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Göckeritz

Die Ritterhuder Schleuse ist rund 140 Jahre alt. Das denkmalgeschützte Bauwerk soll die Niederung der Hamme vor Hochwasser aus der Nordsee schützen, das über Weser, Lesum und Hamme ins Hinterland drückt. Zuständig für die Unterhaltung ist der Gewässer- und Landschaftspflegeverband Teufelsmoor (GLV). Das Bauwerk ist sanierungsbedürftig.

Wasser ist ein natürlicher Feind aller Bauwerke. Das ist bei der Schleuse am Ortsrand von Ritterhude nicht anders. Der Sanierungs- und Reparaturbedarf ist erheblich und macht sich im Haushalt der Gewässerschützer bemerkbar, wie der GLV-Geschäftsführer Andreas Burfeind am Rande des jüngsten Verbandstreffens in Grasberg feststellte.

Auch im vergangenen Berichtsjahr stand erheblicher Bedarf im Raum. Dabei ging es um mögliche Schäden im Unterwasserbereich der Wehrpfeiler, wie Burfeind deutlich machte. Mehr noch – der Verband rechnete zwischenzeitlich mit einem möglichen Aufwand im sechsstelligen Euro-Bereich. Der GLV setzte bei der Untersuchung eine Unterwasserkamera ein – und war von den Ergebnissen freudig überrascht, denn gravierende Schäden wurden am Bauwerk wider Erwarten nicht entdeckt. Um die Ergebnisse dieser Untersuchung abzusichern, wurden zusätzlich an insgesamt 27 Stellen Bohrkerne entnommen, um die Substanz zu prüfen. Die Proben werden derzeit in einem Institut im Harz untersucht, die Ergebnisse stehen noch aus.

Dennoch ist man beim GLV zuversichtlich. In Kürze will der Verband gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen und dem beauftragten Ingenieurbüro das weitere Vorgehen besprechen. Dabei gehen die Beteiligten davon aus, dass die Wehrpfeiler unter Wasser saniert werden können. Diese – wahrscheinliche – Variante würde den Etat des Gewässerverbands schonen. Das Sparpotenzial ist erheblich. Hätten für die Sanierung komplette Wehrfelder trockengelegt werden müssen, wären mit Nebenarbeiten bis zu 200 000 Euro fällig gewesen. Nach aktuellem Stand sind es rund 100 000 Euro. Und der Gewässerverband hofft sogar, dass die Unterwassersanierung eine längerfristige Wirkung zum Erhalt der Schleuse zeigt.

Ein vergleichsweise kleiner Aufwand fällt bei der Reparatur der Spundwände unterhalb der Schleuse an. Dort war im vergangenen Jahr ein Taucherunternehmen im Einsatz, um Durchrostungen zu prüfen. Die Experten entdeckten Schwachstellen, die zu Unterspülungen und Versackungen geführt hatten. Zusätzliche Drucksondierungen und Bohrungen direkt hinter der Spundwand hatten „prinzipiellen Handlungsbedarf“ ergeben, so Burfeind.

Reststandzeit zehn Jahre

Allerdings hält sich dieser Sanierungsbedarf in Grenzen. Der Verband will die Spundwand mit konservativen Methoden behandeln und geht davon aus, dass die Stahlprofile noch rund zehn Jahre lang halten werden. Ein vollständiger Neubau hätte nach vorsichtiger Schätzung rund 70 000 Euro gekostet.

Der Unterhalt der denkmalgeschützten Ritterhuder Schleuse ist ein wiederkehrender Posten im Haushalt des Gewässerverbands. Für das Bauwerk fallen hierfür Kosten von durchschnittlich 115 000 Euro pro Jahr an. Seit 1987 wurden rund zwei Millionen Euro investiert, woran sich laut Vereinbarung das Bremer Wasser- und Schifffahrtsamt zur Hälfte beteiligte.

Der GLV ist zudem für den Unterhalt von rund 400 Kilometern an Gewässern zweiter und fast 160 Kilometern dritter Ordnung und somit für den Abfluss von sogenanntem Oberflächenwasser im Verbandsgebiet zuständig. Dem Verband mit Sitz in Worpswede gehören rund 25 000 Mitglieder, darunter viele Eigenheimbesitzer als Pflichtmitglieder, an. Der Haushalt des Verbands beläuft sich in Einnahmen und Ausgaben auf jeweils rund zwei Millionen Euro. Geschäftsführer ist Andreas Burfeind, Verbandsdirektor Hermann Meyer.

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