Hundeverhaltensberater gab Ratschläge zum Umgang mit dem Vierbeiner / Klare Verhaltensregeln / Erregungsskala läuft immer gleich ab

Tipps zum besseren Zusammenleben von Mensch und Hund

von Luise Bär
16.10.2010, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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von Luise Bär

Bramstedt. Sind Hunde gefährliche Haustiere oder sind Hundeangriffe mit schweren Bissverletzungen eher Einzelfälle? Zum Thema 'Hundebisse vermeiden' informierte Hundeverhaltensberater Rolf Franck (Partnerschule Mensch & Hund) die Mitglieder des Wittstedter Tierasyls Heimatlos auf deren diesjähriger Jahreshauptversammlung.

Bei verständnisvoller Erziehung und respektvollem Umgang sei der Hund immer eine spannende Lebensbereicherung, besonders Kinder und Hunde gehörten eng zusammen. 'Hunde beißen, wenn sie einer Situation nicht gewachsen sind', erklärte Franck. Die Erregungsskala eines Hundes sei individuell verschieden, laufe jedoch meist nach gleichem Schema ab: Weggehen, erstarren, Zähne zeigen, knurren. Wenn diese Problemlösungen nicht funktionieren beziehungsweise nicht respektiert werden, folge das Warnschnappen. Gefährlich werde es, wenn der Hund Verletzungsbisse (blutige Wunden und Quetschungen) oder harte Bisse mit klaffende Wunden einsetze. Für Kinder könne dies lebensgefährlich sein.

Eine von Welpenalter an erlernte Beißhemmung steuere den Einsatz des Gebisses. Wenn mit den ersten Milchzähnen die Geschwister zu stark gezwickt werden, jaulen diese auf und beenden das Spiel oder zwicken zurück. Damit wird das Beißen von vorn herein als negativ empfunden. Hat der Hund jedoch bereits für sich die Erfahrung gemacht, dass ein 'Problem' durch Bisse gelöst wurde, könne diese Hunde-Handlungsweise jederzeit wieder auftreten. Solche Hunde sollten in Tierheimen nicht vermittelt werden. 'Hier sollte die Frage gestellt werden, ob die Hunde weiter leben sollen. Ein schwieriges Thema, dem sich der Tierschutz stellen sollte.' Damit der Hund gar nicht erst zum Beißer wird, könne vorbeugend einiges erreicht werden. Besonders wichtig sei eine gute Sozialisierung, Umweltgewöhnung und viel Geduld der Hundebesitzer. Das Ergebnis sei ein gelassener Hund mit guter Selbstkontrolle. Als Verhaltensregeln gab er den Zuhörern mit auf den Weg, den Familienhund nicht zu überfordern. 'Tobende

Kinder auf Kindergeburtstagen und Hunde gehören nicht zusammen.' Dem Hund müsse grundsätzlich eine Rückzugsmöglichkeit gegeben werden, die von den Haltern als Tabu-Zone respektiert werden sollte. Ebenso wenig sollten Kinder unbeaufsichtigt mit dem Hund oder Hundewelpen spielen.

Bei unbekannten Hunden sollte immer Abstand gehalten werden, diese sollten nicht angefasst oder angesprochen werden. Bei Begegnungen mit einem unfreundlichen Hund gelte: nicht ansehen, Arme am Körper verschränken, ruhig stehen bleiben und vor allem nicht Schreien, Schlagen oder Treten.

Diese Verhaltensregeln könne auch den Kindern beigebracht werden. Autofahren sei auf jeden Fall gefährlicher, als mit einem Hund das Leben zu teilen, schloss Franck seinen Vortrag und gab den Zuhörern anschließend Gelegenheit für Nachfragen.

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