125 Jahre Landkreis Osterholz Torfkahn-Ausstellung zum Jubiläum

Osterholz-Scharmbeck. 'Von Torfkahn zu Torfkahn' heißt die Ausstellung zum 125-jährigen Bestehen des Landkreises Osterholz, die Montagabend im Kreishaus eröffnet wurde. Insgesamt sind zwölf Tafeln im Foyer zu sehen.
13.04.2010, 05:11
Lesedauer: 2 Min
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Von Lutz Rode

Osterholz-Scharmbeck. 'Von Torfkahn zu Torfkahn' heißt die Ausstellung zum 125-jährigen Bestehen des Landkreises Osterholz, die gestern Abend im Kreishaus eröffnet wurde. 'Der Torfkahn steht als Symbol sowohl für die Geschichte der Menschen dieses Landkreises als auch für ihre Fähigkeit, mit einfachen Mitteln viel zu bewegen. Dieses Erbe aus der Pionierzeit haben wir bis heute bewahrt', heißt es auf einer von insgesamt zwölf Tafeln, die im Foyer zu sehen sind.

Landrat Dr. Jörg Mielke hat die Jubiläums-Ausstellung im Zeichen des Torfkahns selbst konzipiert und die Texte dazu verfasst. Aus dem Osterholzer Kreisarchiv stammen die meisten der historischen Fotos und Dokumente aus 125 Jahren Landkreis Osterholz.

Wer sich mit der Geschichte des Landkreises befasst, wird feststellen, dass sich an bestimmten zentralen Aufgaben der kommunalen Gebietskörperschaft nicht viel geändert hat - auch wenn heute natürlich über ganz andere Standards gesprochen wird, als das früher der Fall war. Infrastruktur, Bildung und Soziales bildeten von jeher drei wichtige Säulen in der Arbeit des Landkreises. Diese Kontinuität aufzuzeigen, zugleich aber auch deutlich zu machen, dass sich die Herangehensweise und die inhaltliche Ausgestaltung stark verändert haben, dieser Ansatz zieht sich wie ein roter Faden durch die Präsentation.

Ziemlich einprägend ist ein Foto, das wahrscheinlich irgendwann in den 1920er Jahren entstanden ist: Es zeigt Männer, die nur mit Spaten in der Hand eine neue Straße im Moor anlegen. Diese Aufnahme von den mühseligen Straßenbauarbeiten erinnert daran, dass die Landkreise 1885 in der Hauptsache als Wegeverbände ihre Arbeit begonnen hatten. Die Verantwortung für die regionale und überregionale Infrastruktur ist bis heute geblieben: Aktuell spricht man zum Beispiel darüber, wie die ländlichen Regionen in angemessener Weise mit einem Breitband für schnellere Internetverbindungen ausgestattet werden können.

Wer möchte, kann in der Ausstellung zum Beispiel auch etwas über die Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung erfahren, wie sie Anfang des 19. Jahrhunderts von den Preußen eingeführt wurde. 1885 war sie von einer modernen Demokratie noch weit entfernt. Der König konnte den Kreistag jederzeit auflösen. Und es gab ein indirektes, klassifiziertes Wahlrecht mit Privilegien für Grundbesitzer. Elf der ersten 23 Kreistagsabgeordneten waren Gutsbesitzer, Grundbesitzer oder Vollhöfner - wie der erste Kreistag besetzt war, zeigt die Liste vom 9. März 1885, die ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist.

Einen Überblick können sich Besucher der Ausstellung über die Entwicklung der Verwaltung hin zum modernen Dienstleister verschaffen. 1908 zog die Kreisverwaltung ins neu errichtete Kreishaus an der Rübhofstraße, dessen Sitzungssaal von Heinrich Vogeler gestaltet wurde. 1968 folgte der Umzug ins heutige Kreishaus. Das OSTERHOLZER KREISBLATT wird im Ausstellungstext mit der Schlagzeile aus dem Jahr 1966 zitiert: 'Turmbau zu Babel im Klosterhaus beginnt nach zehnjähriger Planung.'

Auf einer Karte lässt sich nachvollziehen, wie sich die Grenzen des Landkreises in seiner 125-jährigen Geschichte verändert haben. Ein anderes Kapitel widmet sich dem 'Fundament', auf dem der Landkreis steht: Die Gemeinden und die Stadt Osterholz-Scharmbeck. Erwähnt ist auch die Gemeindegebietsreform mit der Verschmelzung der Orte Osterholz und Scharmbeck zur heutigen Kreisstadt im Jahr 1929 sowie die Gebietsreform des Jahres 1974, die die bis dahin 56 zu zwölf Gemeinden zusammenfasste.

Die Ausstellung 'Von Torfkahn zu Torfkahn' wird bis zum 4. Juni gezeigt.

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