Gregor Weber schrieb über Profiköche und las jetzt aus "Kochen ist Krieg" Über Fein- und Gemeinheiten

Von Helmut Meinerling
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Von Helmut Meinerling

Osterholz-Scharmbeck. Man meinte, fast den feinen Bratenduft zu riechen, als Gregor Weber jetzt in der Buchhandlung "Schatulle" aus seinem Buch "Kochen ist Krieg" vorlas. Die Fein- und Gemeinheiten von Profiköchen hat Weber in seinem Buch verarbeitet. Und er weiß, wovon er schreibt. Vielen ist er bekannt als ARD-Kommissar Stefan Deininger im Saarland-Tatort oder durch Rollen in "Küstenwache" und "Familie Heinz Becker". Kaum jemand aber kennt ihn bislang als Koch. Das dürfte sich nun ändern.

"In der Schauspielerei gibt es viele Leerlaufzeiten. Ich wollte daher ein zweites Standbein", erläuterte Weber. 2006 hat er erfolgreich seine Ausbildung abgeschlossen, hat im Spitzenrestaurant "Vau" in Berlin die feine Küche kennengelernt. Nach der Lehre kam ihm die Idee, eine Fernsehserie über Profiköche zu drehen. Doch kein Sender biss an. So bot er einem Verlag an, ein Buch über Küchen zu schreiben; nach einem Probetext bewilligte der Verlag die Reisekosten, und los ging es.

Eine Rundreise durch die Küchen, in denen er sich als Koch verdingte, brachte Anregungen und Ideen genug. Weber trug Eindrücke aus einer Pizzeria, aus der Kombüse eines Kriegsschiffes oder aus der Küche von Schloss Bellevue zusammen. "Herr Köhler ist aber nicht wegen meiner Kochkünste zurückgetreten", beteuerte der schreibende Schauspieler. Auch eine Fischbratküche auf Amrum und ein Landgasthof in Mecklenburg-Vorpommern standen auf der Liste, desgleichen die O2-Arena in Berlin und ein Drei-Sterne-Restaurant im Saarland. Bei der Schaffermahlzeit in Bremen hat Weber ebenfalls mitgerührt.

Die raue Welt der Küchen

Die Erlebnisse, die Sprüche in den Küchen, die nach seinen Worten nicht selten in Richtung Fäkalsprache gingen, hat er in seinem Buch "Kochen ist Krieg" verarbeitet. Und aus diesem Buch las er in der Schatulle einige Kapitel. Da wird geschildert, dass es in den Küchen fast militärisch streng zugeht, dass Hierarchien und Dienstgrade zu beachten sind. Ständig unter Zeitdruck stehen, dennoch ein perfektes Ergebnis abliefern müssen: Eindrucksvoll wurden die Zuhörer in die raue Welt der Küchen entführt.

Wenn der Autor schilderte, wie die raffinierten Speisen zubereitet werden, beschlich manch einen schon ein Hungergefühl. "Rillette vom Kaninchen mit Zucchini und Zitronencreme" oder "Makrele mit Soubise, Strudel und Süppchen von der Schwarzwurzel mit roten Zwiebeln und Ziegenkäse": Auch wenn man manche Gerichte gar nicht kannte - lecker hörte es sich schon an. Doch Weber verschweigt nicht, dass auch Tiere geschlachtet werden müssen, um die Leckereien auf den Tisch bringen zu können. In lebendiger, oft humorvoller Sprache vermittelte er einen Eindruck aus dem "Tatort" Küche.

Weber kommt aus Gauting bei München. Seine beiden Kinder, inzwischen elf und zwölf Jahre alt, fänden es gut, dass er als Koch tätig gewesen sei. "Es war für sie etwas Greifbares, mit dem Beruf ,Schauspieler? konnten sie wenig anfangen", so Weber. Und: "Wenn es nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle, habe ich immer noch mein zweites Standbein", meinte er. "Ich habe inzwischen sehr viele Freunde unter den Köchen; wenn es erforderlich wird, bekomme ich schnell eine Anstellung.

Für die abschließende Signierstunde hatten Ute und Sabine Gartmann von der "Schatulle" jetzt genügend Exemplare auf Lager. Das Kochen ist für Weber im Moment allerdings Nebensache. Er hat bereits ein zweites Buch, einen Krimi, geschrieben, der wohl demnächst auf den Markt kommt. Für den 4. Februar plant die Buchhandlung eine Lesung, bei der es wieder um das Kochen geht: Sonja Riker stellt ihr Buch "Suppenglück" vor und dabei soll auch ein wenig gekocht werden.

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