Unfallstatistik 2019

Weniger Tote, mehr Schwerverletzte

Um 11,3 Prozent stieg die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr im Landkreis Osterholz. Dabei gab es weniger Todesopfer, aber mehr Schwerverletzte.
06.04.2020, 16:29
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Von Undine Mader
Weniger Tote, mehr Schwerverletzte

Mit 3017 Unfällen im Jahr 2019 liegt der Landkreis Osterholz über dem Landesdurchschnitt in Niedersachsen.

Stefan Puchner/dpa

Landkreis Osterholz. Weniger Tote, aber mehr Schwerverletzte gab es im vergangenen Jahr auf den Straßen des Landkreises Osterholz. Gemeinsam mit der Polizeiinspektion Verden/Osterholz veröffentlichte die Kreisverwaltung die Verkehrsunfallstatistik 2019. Eine der Hauptunfallursachen bleibt demnach die Ablenkung im Fahrzeug. Außerdem es gab mehr Unfälle mit Zweirädern. Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr 3017 Unfälle, das sind 11,3 Prozent mehr als 2018. Damit liegt der Landkreis über dem Landesdurchschnitt. In Niedersachsen sind die Unfälle um 2,8 Prozent von 212 137 auf 218 029 gestiegen.

Drei Menschen starben im vergangenen Jahr im Landkreis Osterholz bei Verkehrsunfällen. Das sei ein landesweit vergleichsweise niedriger Wert, heißt es in der Statistik. Schwer verletzt wurden bei Verkehrsunfällen 2019 im Landkreis 58 Frauen und Männer (2018: 47). Dieser Anstieg um 23,4 Prozent bleibe im Zehnjahresvergleich dennoch der zweitniedrigste Wert, betonen Landkreis und Polizeiinspektion in ihrer gemeinsamen Mitteilung.

In der Risikogruppe der „Jungen Fahranfänger“ (18 bis 24 Jahre) verzeichnete die Polizei gegenüber 2018 (6) einen Anstieg auf zehn Schwerverletzte. Bei den über 64-Jährigen sank die Zahl der Schwerverletzten von 16 (2018) auf elf im vergangenen Jahr. Zudem starb 2019 nur ein Verkehrsteilnehmer dieser Altersgruppe bei einem Unfall (2018: 3). Insgesamt stieg die Zahl der Unfalltoten in Niedersachsen im vergangenen Jahr um 3,6 Prozent (2018: 417, 2019: 432). Die Zahl der schwer verletzten Personen sank hingegen um 0,9 Prozent auf 6140.

Als Unfallursachen nennen Polizei und Landkreis unter anderem die Missachtung von Örtlichkeiten, Umgebung und geltenden Verkehrsregeln im Straßenverkehr. Dazu zählen nicht angepasstes Fahrverhalten (683) in Form von zu hohen Geschwindigkeiten (119) oder Nichteinhalten des Sicherheitsabstandes (564). 622 Wildunfälle wurden im vergangenen Jahr registriert. Weitere Unfallursachen waren Missachten der Vorfahrt (160) und Fehler beim Abbiegen (221). Bei 626 Geschwindigkeitsmessungen wurden im vergangenen Jahr 815 316 Fahrzeuge erfasst, 3,72 Prozent davon waren zu schnell unterwegs. 30 377 Geschwindigkeitsverstöße wurden festgestellt.

An 5,38 Prozent der Verkehrsunfälle waren 2019 zweirädrige Fahrzeuge beteiligt. Dies entspreche 244 Fahrzeugen, in 171 Fällen handelte es sich um Fahrräder oder Pedelecs. Auffällig sei der hohe Anteil an den getöteten und schwerverletzten Personen bei der Nutzung eines zweirädrigen Fahrzeugs, so die Mitteilung. Eine Person starb, schwerverletzt wurden bei Unfällen 30 Zweiradfahrerinnen und -fahrer. Das entspricht einem Anteil von 52,6 Prozent an den Schwerverletzten des Jahres 2019.

Die Zahl derer, die alkoholisiert fahren, unterliege leichten Schwankungen. 2019 fielen damit 156 Menschen auf (2018: 105), 56 davon im Rahmen von Verkehrsunfällen (2018: 48). Zudem wurden 2019 insgesamt 70 Fahrten unter Drogeneinfluss erfasst (2018: 60). 597 Mal verließen Unfallverursacher die Unfallstelle, ohne Angaben zu ihrer Person zu hinterlassen. Das ist eine Steigerung um 73 Fälle und betraf 19,79 Prozent aller Unfälle im Landkreis. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich stieg 2019 um 1,1 Prozent auf 41,4 Prozent. Gleichzeitig stieg die Anzahl der bei Unfällen mit verletzten Personen geflüchteten Fahrzeugführerinnen und -führer auf 34 (2018: 23). 38,3 Prozent dieser Taten wurden 2019 aufgeklärt (2018: 39,1 Prozent).

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