Produktionsschule für arbeitslose Jugendliche liefert Sitzmöbel aus dickem Stahl für den Apfelbaum-Pfad

Unkaputtbare Bänke für Wilstedt

Wilstedt. Die neuen Bänke für den Wilstedter Apfelbaumpfad sind so was von stabil: Sie bestehen aus verzinktem Stahl mit einer Wandstärke von einem Zentimeter und massiven Douglasien-Brettern als Auflage. „Die sind unkaputtbar, sag’ ich immer“, witzelt ihr Konstrukteur Michael Knüver.
20.03.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Heeg
Unkaputtbare Bänke für Wilstedt

Die neuen Bänke für den Wilstedter Apfelbaumpfad stammen von der Produktionsschule Wilhelmshaven. Einige der am Bau beteiligten Jugendlichen sowie Asylbewerber aus Tarmstedt haben gestern mit der Montage an der Vorwerker Straße begonnen.

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Die neuen Bänke für den Wilstedter Apfelbaumpfad sind so was von stabil: Sie bestehen aus verzinktem Stahl mit einer Wandstärke von einem Zentimeter und massiven Douglasien-Brettern als Auflage. „Die sind unkaputtbar, sag’ ich immer“, witzelt ihr Konstrukteur Michael Knüver.

Die ersten drei Bänke haben Knüver und sein Team, darunter auch Asylbewerber aus Tarmstedt, gestern am Apfelpfad-Dreieck an der Vorwerker Straße aufgestellt. Eine von ihnen hat eine Rückenlehne und ist so positioniert, „dass man abends in Richtung Wilstedt und zum Sonnenuntergang blickt“, erklärt Conrad Bölicke, der zusammen mit dem Wilstedter Heimatverein die treibende Kraft des Apfelbaum-Projekts ist. „Das ist ein schöner Ort zum Verweilen“, sagt er, „für Einheimische und Touristen.“ Außer den Bänken gibt es auf dem mit einem Dutzend Apfelbäumen bepflanzten Platz, der an einem Fernwanderweg liegt, zwei stählerne Fahrrad-Anlehner, einen stabilen Tisch für Rücksäcke und Jacken sowie eine Infotafel.

Bis jetzt sind rund um Wilstedt schon 135 Apfelbäume mit alten norddeutschen Sorten eingepflanzt worden. Alle haben sie Paten, die sie bezahlt und auch die Sorte selbst ausgesucht haben. Etliche der Bäumchen seien verschenkt worden, zum Beispiel an den Enkel zum bestandenen Abitur, zu einem runden Geburtstag oder zu einem besonderen Jubiläum.

Morgen weitere Pflanzaktion

Eine weitere Pflanzaktion ist für den morgigen Sonnabend, 21. März, geplant. Treffen ist um 10 Uhr am Heimathaus Alter Bahnhof, anschließend gibt es einen gemeinsamen Umtrunk mit Essen. Bislang gebe es Paten für zwölf neue Apfelbäume, so Bölicke. Da er „gerne die 150 erreichen“ möchte, werden die fehlenden drei Bäumchen notfalls erst einmal patenlos in die Erde gesetzt. „Vielleicht finden sich bis morgen noch drei Sponsoren“, hofft er.

Hergestellt werden die Bänke, Tische und Fahrrad-Ständer in der Produktionsschule in Wilhelmshaven. Die gemeinnützige Gesellschaft ist ein Ableger der Berufsbildenden Schule und kümmert sich um „arbeitslose und perspektivlose Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen“, so Geschäftsführer Michael Knüver. Drei der Jungs ohne Schulabschluss, die in der Metallwerkstatt am Bau der Bänke beteiligt waren, hat er nach Wilstedt mitgebracht, damit sie auch bei der Montage mithelfen. Ein vierter, der auch mitfahren sollte, sei leider zu spät gekommen. „Die Jugendlichen sind ein Jahr bei uns, erlernen Struktur und erfahren, wie es im Arbeitsalltag läuft, was Team-Arbeit bedeutet“, so Knüver. Und da die Produktionsschule Aufträge aus der Wirtschaft bekommt, erführen die Jugendlichen auch, dass ihre Arbeit einen Wert hat.

Heute geht es im Bereich der Schulstraße weiter, und insgesamt sollen bis Juni 15 Bänke entlang des Apfelpfades aufgestellt werden. Dafür stehen 20 000 Euro zur Verfügung. 11 300 Euro kommen von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, den Rest muss der Wilstedter Heimatverein durch Eigenleistung und Spenden aufbringen. Einer der Sponsoren ließ sich gestern auf der Baustelle blicken: Bürgermeister Traugott Riedesel lässt jeweils 500 Euro für vier Bänke springen, die dann die Namen seiner vier Kinder tragen werden. Spender für weitere sechs Bänke hat Bölicke schon in Aussicht. Sie unterstützten ein Projekt des sanften Tourismus, denn der Apfelpfad sei nur zu Fuß oder per Rad zu erkunden.

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