"Unser Dorf hat Zukunft" Senkrechtstart der Debütanten

Beim Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" hat mit der Siedlung Rautendorf eine Ortschaft den Sieg davongetragen, die zum erstenmal teilnahm.
26.11.2021, 16:55
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Von Christa Neckermann

Landkreis Osterholz. „So viele Bewerbungen wie in diesem Jahr hatten wir noch nie“, freute sich Landrat Bernd Lütjen bei der Preisvergabe des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. Das Championat wird in einem dreijährigen Rhythmus von der Kreis- bis zur Bundesebene ausgetragen. Hatten sich in den vergangenen Jahren oft nur zwei, drei Ortschaften aus dem Landkreis Osterholz beteiligt, waren es in diesem Jahr gleich sechs Ortschaften, die um die mit insgesamt 5000 Euro dotierten Plätze wetteiferten. Ein vereinfachtes Zulassungsverfahren ermöglichte es den Dörfern, ihre Bewerbungen in schriftlicher oder digitaler Form, als Präsentationen oder Videobeiträgen, einzureichen.

"Rundgang" mit Elfjähriger

Die Rautendorfer aus der Gemeinde Grasberg nahmen zum ersten Mal am Kreiswettbewerb teil. Und setzten sich auf Anhieb an die Spitze der Wertung. In ihrem Video nimmt die elfjährige Katrina die Betrachter mit auf einen Rundgang durch ihre Ortschaft. Die Präsentation der Rautendorfer überzeuge  alle Jurymitglieder gleichermaßen. Sie begann mit der Etablierung der Dorfgemeinschaft, führte weiter von der Kindertagesstätte über die Kinderfeuerwehr bis zur Dorfjugend als feste Bestandteile des Dorfes und schloss mit der Einrichtung eines Markttages mit Warentausch und die Einführung eines Quartiermanagements für die Unterstützung von Neubürgern. Ortsvorsteher Fabian Warnken, der mit Grasbergs Bürgermeisterin Marion Schorfmann zur Preisverleihung gekommen war, durfte sich über den mit 2000 Euro dotierten ersten Platz freuen.

Auf Platz zwei  kam die Ortschaft Garlstedt, die sich zum zweiten Mal am Kreiswettbewerb beteiligt hatte. Garlstedt sei keine klassische Siedlung, befand die Jury, sondern ein Runddorf mit einem Anger und einem zum Dorfgemeinschaftshaus umgebauten Kühlhaus als Dorfmitte. Im Video der Ortschaft werden das Dorfwappen der Ortschaft, die Lure, sowie  das Tonstudio Mike Leckebuschs hervorgehoben, ebenso Jahrhunderte alte Mühlen und historische Messpunkte. Ortsvorsteherin Marie Jordan nahm gemeinsam mit Ortsbrandmeister Arne Nestler den Preis in Höhe von 1000 Euro entgegen.

Rautendorf  und Garlstedt werden den Landkreis Osterholz im kommenden Jahr beim Landeswettbewerb vertreten.

„Für alle Dörfer ist es wichtig, sich Gedanken über die Zukunft zu machen“, so Lütjen. „Deshalb hat jedes Dorf, das sich am Wettbewerb beteiligt, bereits gewonnen." Die verbliebenen vier Ortschaften wurden mit jeweils einem dritten  Preis ausgezeichnet.

Ermutigung für Axstedt

So beteiligte sich Axstedt zum zweiten Mal am Kreiswettbewerb. „Axstedt ist eine junge Ortschaft und in den Vereinen stark besetzt. Das ganze Dorf ist in die Zukunftsgestaltung involviert und hat eine gute Bürgerbeteiligung. Axstedt sollte motiviert werden,  am folgenden Kreiswettbewerb mit mehr zeitlichem Vorlauf teilzunehmen“, apellierte die Jury.

Die Ortschaft Hinnebeck ist mit 275 Einwohnern die kleinste teilnehmende Ortschaft, gehört aber mit sechs Teilnahmen zu den erfahreneren Bewerbern und konnte sich 2011 und 2017 sogar über einen Sieg freuen. „Bei Hinnebeck handelt es sich um ein junges Dorf. Die Dorfgemeinschaft ist sehr engagiert und hat zahlreiche Mitglieder. Trotz geringer Einwohnerzahl werden dort viele Aktionen durchgeführt“, so das Resümee des Preisgerichts.

Freißenbüttel war zum zweiten Mal beim Kreiswettbewerb dabei. In der Wertung der Jury hieß es: „Es gibt zahlreiche Vereine im Dorf, von der Feuerwehr - mit 75 Jahren der älteste Verein - über den Fußballverein, den Schießsport-Club bis hin zum jüngsten Verein Burning Q, der sechs Jahre besteht. Zur Präsentation des Dorfes wurden zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner mit ihren Vereinen zur Erstellung des Videos mobilisiert. Das symbolisiert die sehr gute Dorfgemeinschaft.“

Zum dritten Mal nahm Pennigbüttel am Kreiswettbewerb teil, den die Ortschaft 2014 für sich entscheiden konnte. Die Jury war besonders von der Tatsache beeindruckt, dass zahlreiche Aktivitäten durch unterschiedliche Akteure im Dorf durchgeführt werden. Dies zeuge von einer guten Gemeinschaft im Dorf. Ebenso beeindruckte die Jury das Engagement für das Projekt „Dorfplatz“, das durch sehr viel Eigeninitiative bei der Akquise von Fördergeldern umgesetzt werden konnte.

Um das Engagement im Bereich Klimaschutz gesondert hervorzuheben, konnte in diesem Jahr zum zweiten Mal der „Sonderpreis Klimaschutz und Klimaanpassung“ des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz vergeben werden. Der ebenfalls mit 500 Euro dotierte Preis ging an die Ortschaft Pennigbüttel  – für das Engagement der Bürgerinnen und Bürger zur Verbesserung der Umweltsituation und zur Entwicklung einer nachhaltigen Zukunft im Dorf. Dabei wurde besonders die Einrichtung einer Fahrrad-Servicestation genannt.

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