Modellhäuser, Sand und viel Wasser: Gemeinde, Tourismusbüro und Bios bieten Ausflug für Viertklässler an Unterricht an der Ritterhuder Schleuse

In der Gemeinde Ritterhude können Grundschüler bei einem Ausflug Unterricht zum Anfassen erleben. Ein dreistündiges Programm rund um die Schleuse und das Naturinformationshaus soll regionale Geschichte unterhaltsam machen. Auch der Ritterhuder Schleusenwärter macht mit.
15.08.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Valek

In der Gemeinde Ritterhude können Grundschüler bei einem Ausflug Unterricht zum Anfassen erleben. Ein dreistündiges Programm rund um die Schleuse und das Naturinformationshaus soll regionale Geschichte unterhaltsam machen. Auch der Ritterhuder Schleusenwärter macht mit.

Ritterhude. Das neue Angebot rund um die Ritterhuder Schleuse macht Viertklässler zu Heimatforschern. Die Kinder können in drei Stunden das denkmalgeschützte Bauwerk entdecken und im benachbarten Naturinformationshaus beim Hantieren mit Wasser und Sand seine Bedeutung für die Region begreifen. Die Gemeinde Ritterhude, die Tourismus und Veranstaltungen GmbH Ritterhude (RTV) und die Biologischen Station Osterholz (BioS) wollen die Neugier der Kinder anstacheln und Wissenswertes über Wasserbau und die Hammeniederung kindgerecht vermitteln.

Dazu haben sie ein umweltpädagogisches Programm entwickelt. Acht Klassen aus Ritterhude, Lilienthal und Osterholz-Scharmbeck konnten das Angebot im Frühjahr bereits testen. Für den Herbst und für das nächste Jahr stehen weitere Termine zur Auswahl. Schleusenwärter Richard Walter schlüpft für die jungen Besucher in eine ungewohnte Rolle: Als Gästebegleiter erläutert er Schülern und Lehrern die Funktion des Bauwerkes. Den Teilnehmern ist jetzt erlaubt, was ihnen sonst verweigert wird: Sie dürfen mit einer Sondergenehmigung und unter Aufsicht das Bauwerk von 1874 besichtigen.

Anschließend geht es in das benachbarte Naturinformationshaus an der Niederender Straße. In Sichtweite der Schleuse erläutert Umweltpädagoge Winfried Plümpe von der BioS unter anderem die Schutzfunktion des Sperrwerkes. Die Teilnehmer erfahren, dass Wasser für die einstigen Siedler im Teufelsmoor Segen und Fluch zugleich war. Für Erläuterungen steht den Kindern auch ein Medientisch zur Verfügung. Sie lernen, wie es heute um den Naturschutz im Landkreis bestellt ist. Und wer will, kann mit Sand, Modellhäusern und ordentlich viel Wasser das nachstellen, was vor mehr als einhundert Jahren im Teufelsmoor zum Tagesgeschäft gehörte: Damals waren die Dörfer zwischen Hamme und Wümme bewohnte Inseln in der vom Wasser überfluteten Region. Die Projektbeteiligten sind überzeugt, ein ansprechendes und vielschichtiges Angebot für Viertklässler auf die Beine gestellt zu haben. Statt vor dem Computer zu hängen, könnten Kinder so mit ihren eigenen Händen den Lebensraum erfahren, sagt Ritterhudes Bürgermeisterin Susanne Geils. "Es geht um das Sichtbarmachen."

Das Programm ist unter anderem aus der Nachfrage entstanden. Manche Touristen und viele Kinder wüssten nicht, was an der Schleuse passiert, haben die Beteiligten festgestellt. "Hier gibt es immerhin drei Meter Tidenhub", erläutert Plümpe. Und das angelaufene Messingschild an der äußeren Schleusenmauer, das mit einer Marke an den dramatischen Hochwasserstand von 1976 erinnert, schüre die Neugier der Menschen außerdem, weiß Schleusenwärter Richard Walter.

Wer mehr über das neue Programm für Schüler wissen möchte, kann bei der BioS unter Telefon 04791 / 9656990 nachfragen. Es gibt noch Termine für Herbst und für Frühjahr 2014.

Unterricht an der Ritterhuder Schleuse

Modellhäuser, Sand und viel Wasser: Gemeinde, Tourismusbüro und Bios bieten Ausflug für Viertklässler an

Zitat:

"Hier

gibt es immerhin

drei Meter Tidenhub."

Winfried Plümpe, BioS-Umweltpädagoge

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