SOS-Beratungsstelle hilft bei Verlust-Bewältigung Unterstützung in der Trauer

Von Angelika Meurer-Schaffenberg
14.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Angelika Meurer-Schaffenberg

Landkreis Osterholz. Wie gehen Kinder und Jugendliche mit dem Thema Tod um? Was können Erwachsene tun, um einen Abschiedsprozess von Nahestehenden zu begleiten? Antwort auf diese Fragen gibt es bei der Beratungsstelle des SOS-Kinderdorfes. "Es gibt kein richtiges oder falsches Trauern und kein Patentrezept. Je nach Lebensalter reagieren Kinder sehr unterschiedlich auf einen Verlust", weiß Katja Weidner von der SOS-Beratungsstelle.

Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen wenden sich laut Weidner an die Osterholz-Scharmbecker und Lilienthaler Anlaufstellen. "Schwer kranke Eltern suchen Rat, wie sie mit ihrem Kind umgehen sollen. Auch Jugendliche, deren Freunde verunglückt oder auf andere Weise gestorben sind, rufen an", berichtet die Fachfrau. Auch für jüngere Kinder, die nach einem Verlust von einem lieb gewonnenen Menschen, wie etwa der Oma, Unterstützung brauchen, ist das Team der Beratungsstelle da. "Hier können sie ihre Trauer zeigen, sich in die Kuschelecke zurückziehen oder Fragen loswerden, die sie sich im vertrauten Umfeld vielleicht nicht zu stellen trauen", versichert Weidner. Die Fachleute gehen altersgerecht auf die Bedürfnisse der Kinder ein und überlegen bei Bedarf gemeinsam mit den Erwachsenen mögliche Lösungen für schwierige Situationen.

"Bis zum Alter von drei Jahren können Kinder die Welt um sich herum nicht einordnen", erklärt die Beraterin. Sie hätten ein "egozentrisches" Weltbild und würden alle Geschehnisse auf sich beziehen. "Für diese Kinder ist es hilfreich, wenn man ihnen mit festen Alltagsstrukturen und viel Körperkontakt Sicherheit vermitteln kann", sagt Weidner. Auch noch im Grundschulalter würden Kinder nur ein diffuses Bild vom Tod haben, beschreibbar mit Sätzen wie: "Tod ist etwas, das niemals endet. Man kann dann nichts mehr, ist nicht mehr da." Verarbeitet würde dieser Eindruck nicht selten mit sprunghaften Gefühlswechseln. "Die Kinder können zwischen intensiven Gefühlsempfindungen sehr schnell umschalten. Das ist für Eltern oft schwer auszuhalten", berichtet Katja Weidner. Die Extreme des emotionalen Spektrums seien für Erwachsene meist befremdlich. Kindern böten sie aber Schutz, um nicht in ihren Gefühlswelten zu versinken.

"Jugendliche ziehen sich in ihrer Trauer entweder total zurück oder reagieren mit Wut", beschreibt Weidner. Speziell beim Tod von Gleichaltrigen würden die jungen Menschen oft mit Sätzen kommen wie: "Es ist nicht fair." Weidner plädiert dafür, diese Wut nicht sofort zu relativieren, sondern ihr Raum zu geben.

Die Kreis- und Stadtbücherei hält einen Büchertisch mit großer Auswahl zum Thema Tod bereit. Dort findet sich auch das Bilderbuch, das Katja Weidner für Mädchen und Jungen im Kindergartenalter empfiehlt: "Abschied von der kleinen Raupe" von Heike Saalfrank und Eva Goede. In der einfühlsam gezeichneten Geschichte geht es um die Freundschaft zwischen der Raupe Schmatz und der Schnecke Schmierle. Als sich Schmatz in einen Schmetterling verwandelt, bekommt Schmierle Hilfe von der weisen Schnecke Lale, um mit dem Verlust umzugehen.

Die SOS-Beratungsstelle ist unter der Telefonnummer 04791/96310 zu erreichen.

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