Personalprobleme beim SV Hüttenbusch Vereinsspitze bleibt wohl weiter stumpf

Nicht weniger als sieben Positionen in der Spitze des SV Hüttenbusch sind vakant. Und es sieht ganz danach aus, dass das auch nach der Jahresversammlung am 26. Februar so bleibt.
24.02.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Schön

Die Fragezeichen, mit denen der Webmaster des SV Hüttenbusch noch bis vor einem Jahr ausgesprochen anschaulich auf einen personellen Notstand hinwies, sind von der Internet-Präsenz des Dorfvereins größtenteils verschwunden. Das bedeutet aber keineswegs, dass auf die drängenden Personalfragen inzwischen Antworten gefunden worden wären.

Nicht weniger als sieben Positionen in der Vereinsspitze sind laut der etwas unübersichtlich gestalteten Homepage vakant. Wenn nicht ein Wunder geschehe, so Schriftführer Hans-Reinhold Kühtmann, werde der geschäftsführende Vorstand des SV Hüttenbusch auch nach der am kommenden Freitag, 26. Februar, anstehenden Jahreshauptversammlung nur aus einem Dreier-Team bestehen. Der Posten des ersten Vorsitzenden ist schon seit sieben Jahren unbesetzt. Stattdessen Ämterhäufung: Der zweite Vorsitzende leitet in Personalunion die Fußballsparte, der dritte Vorsitzende ist zugleich Kassenwart.

Zur Wahl stehen bei dem um 19.30 Uhr im Vereinsheim am Mühlendamm beginnenden Treffen auch die einzigen verbliebenen Vorstandsmitglieder. Immerhin haben Kühtmann, Jürgen Bohling – der Wirt des Schützenhofs ist als zweiter Vorsitzender der Ranghöchste im Gremium – und Kassenwart Johann Lohmann ihre Bereitschaft bekundet, für zwei weitere Jahre zu kandidieren. Für die eigentlich zu bewältigenden Aufgaben reicht diese Minibesetzung nach Meinung von Kühtmann aber auf Dauer nicht aus. Er sieht sich in der Rolle eines Mangelverwalters und den Verein auf dem Weg in eine Abwärtsspirale. Die Zahl der Mitglieder ist inzwischen auf 420 gesunken. Und dass sogar bei der Jahreshauptversammlung der Fußballabteilung, mit sechs Mannschaften das Aushängeschild des SV Hüttenbusch, „keine zehn Mitglieder“ (Kühtmann) erschienen, ist für den Schriftführer ein Alarmzeichen.

Für Werner Günther, Chef der Badmintonsparte, „grenzt es sogar an ein Wunder, dass der Verein noch funktioniert“. Das wiederum führt er in erster Linie auf die Arbeit der Abteilungsleiter zurück. „Die halten ihre Truppen auf Vordermann.“ An der Vorstandsarbeit – laut Hüttenbuscher Vereinssatzung sind sämtliche Spartenchefs zugleich Mitglieder des erweiterten Vorstands – würden sich einige dagegen nur mäßig, andere überhaupt nicht beteiligen. Das wiederum führt zu Problemen bei wichtigen Absprachen. So kam, berichtet Kühtmann, den Karateka eine neugegründete Turngruppe („Bauch, Beine, Po“) bei der Hallenbelegung terminlich in die Quere. Es gab reichlich Ärger. Mit der Folge, so Kühtmann; „dass wir die Sparte zumachen mussten“. Mit dem Plan, eine alternative Kampfsportart anzubieten, ist man einstweilen nicht vorangekommen. Es findet sich einfach kein Trainer.

Ein weiterer Schlag ins Kontor war das Scheitern des Projekts „Vereinsjugendleiter“. Dieser Funktionsträger spielt in der Satzung eine wichtige Rolle, kann sogar über ein eigenes Budget verfügen und soll unter anderem mit gemeinsamen Ausflügen und Seminaren Angebote schaffen, die den Nachwuchs für die Vereinsarbeit interessieren. Doch der Posten ist seit Jahren unbesetzt. Zusammen mit Harald Altevoigt hatte Günther daher noch einmal einen Anlauf unternommen, um an diesem Missstand etwas zu ändern. War das erste Treffen zwecks Jugendvollversammlung noch gut besucht, so erschien zum zweiten nur noch ein Jugendlicher der Tischtennisabteilung, begleitet von seinem Vater. Günther: „Es wurde festgestellt, dass es im Verein keine Kinder oder Jugendlichen ab zwölf Jahren gibt, die sich in den Jugendvorstand wählen lassen würden. Es scheint so, als ob die in unserem Mitgliederbestand aufgeführten Namen nur Karteileichen sind.“

Die Hüttenbuscher haben sogar noch Glück im Unglück: Ihre Satzung lässt es zu, dass ein zweiter oder dritter Vorsitzender den Verein zusammen mit einem weiteren Mitglied des geschäftsführenden Vorstands nach außen vertreten kann. Wäre das nicht der Fall, hätten die Hüttenbuscher laut Günther womöglich schon Ärger mit dem Amtsgericht bekommen, „das die Notbremse hätte ziehen können“.

Arbeitseinsätze zu organisieren sei kein Problem, sagt Kühtmann. „Müssen zehn Bäume gefällt werden, kann ich mich vor Leuten kaum retten.“ Sich aber nachhaltig zu verpflichten, um einer Sache für einen längeren Zeitraum zu dienen – das wolle einfach niemand mehr, klagt der Schriftführer. Dabei sind die Erwartungen an einen Vorsitzenden im geschäftsführenden Vorstand nicht einmal sonderlich hoch. Günther: „Er muss fachlich nicht groß Ahnung haben, sondern nur repräsentieren und Sitzungen moderieren können. Und wenn er dann noch ein Feeling für die Mitglieder hätte, wäre das ein Bonus.“

Es ist kein Trost für die Hüttenbuscher, dass sie mit ihren Problemen keineswegs allein sind. Sogar der Nachbar TSV Neu Sankt Jürgen, ein reiner Fußballverein, der eine vorbildliche Jugendarbeit betreibt und dafür sogar schon mit Auszeichnungen bedacht wurde, hat gerade die zweite Jahreshauptversammlung hintereinander abgehalten, ohne sie mit einem ersten Vorsitzenden schließen zu können.

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