Kuhstedter Ortsrat berät über Ortsdurchfahrt / Einwohner wollen Ampelkreuzung an der Kirche Verlegung des Radweges abgelehnt

Von Sigrid Lüdtke
14.03.2011, 05:00
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Von Sigrid Lüdtke

Kuhstedt. Damit die Raserei auf Kuhstedts Ortsdurchfahrt ein Ende hat, muss sich am Erscheinungsbild der breiten B74 etwas ändern. Das steht fest. Welche Maßnahmen am besten greifen, darüber hat der Kuhstedter Ortsrat eigene Vorstellungen. Das Gremium folgte nicht allen Vorschlägen des Entwurfes der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade.

Auch bei den rund 30 Zuhörerinnen und Zuhörern stieß das Konzept in puncto "Radweg" auf Ablehnung. Am Einmündungsbereich mit der Landesstraße 122 wird eine vollständige Ampelkreuzung als sinnvoll erachtet. Zunächst stellte Gemeindebürgermeister Axel Renken (SPD) die Planskizze der Stader Experten vor: Demnach könnte eine Verbesserung der Verkehrssicherheit durch eine andere Nutzungsaufteilung der Fahrbahn, drei Querungshilfen und eine Veränderung des neuralgischen Knotenpunktes bei der Einmündung der Landesstraße 122 erreicht werden.

Das Konzept sieht statt des bisherigen kombinierten Fuß- und Radweges einen beidseitigen Radweg auf dem jetzigen Mehrzweckstreifen und somit auf Höhe des Straßenniveaus vor. Durch eine Markierung soll die Fahrbahn auf 6,50 Meter verengt werden. Halten und Parken an der Straße ist dann nicht mehr zulässig. Überdies sehen die Planer drei Querungshilfen vor. Die erste Insel soll den Verkehr am Ortseingang aus Richtung Wallhöfen drosseln und für ein sicheres Überqueren insbesondere für Schulkinder sorgen. Die zweite Verkehrsinsel ist am Buswendeplatz geplant, der gleichzeitig neu gestaltet werden soll. Eine dritte Mittelinsel ist am nördlichen Ortsausgang vor der Abzweigung nach Gnarrenburg geplant. Die schlecht einsehbare Verkehrssituation am Kreuzungsbereich der L122 wollen die Experten verbessern, indem die Einmündungsspur auf eine Fahrzeugbreite verringert wird. "Das ganze Konzept steht natürlich auch unter dem Anspruch der finanziellen Machbarkeit", erläuterte Axel Renken.

Die Planer hätten zudem deutlich gemacht, dass die Bevölkerung mit in die Überlegungen einbezogen werden soll, ergänzte Ortsbürgermeister Kurt Buck. Zunächst hatten jedoch die Ortsratsmitglieder das Wort. Hinrich Kleiner sagte: "Ich kann nicht verantworten, dass die Radfahrer ohne Schutz neben dem Schwerlastverkehr fahren." Man brauche nur nach Kirchwistedt zu schauen, wo der Radweg auf der Straßenebene verlaufe. Dort würden die Begrenzungspfähle regelmäßig "umgemäht", außerdem zeuge der dort installierte Blitzkasten vom Nicht-Erfolg des Modells. "Wir machen dann die Straße rein optisch breiter als vorher", sagte Kleiner.

Er bemängelte zudem den Wegfall der Parkmöglichkeiten für Friedhofsbesucher. "Ein altes Mütterchen kann mit einer Kiste Blumen unter dem Arm nicht sonst wo parken." Kleiner verwies überdies auf Kiosk und Bäcker, die beim Umsatz auf die Brummifahrer angewiesen seien, die schließlich auch praktische Parkmöglichkeiten bräuchten. Reiner Böschen pflichtete bei: "Statt die Straße optisch noch breiter zu machen, sollten wir einige Bäume pflanzen." Norbert Loock sprach sich für einen Kreisverkehrsplatz am Abzweig nach Gnarrenburg aus. Diese Maßnahme würde jedoch nicht ins Konzept für die Sanierung der Ortsdurchfahrt fallen, da der Bereich außerhalb der Ortschaft liegt.

Auch aus den Reihen der Zuhörer war Ablehnung gegenüber dem Wegfall von Parkmöglichkeiten zugunsten eines Radweges auf Fahrbahnniveau zu hören. "Die fahren hier doch am langsamstem, wenn bei Beerdigungen die ganze Straße beparkt ist", sagte ein Zuhörer. Viele regten an, die unübersichtliche Situation an der Kirche durch eine echte Ampelkreuzung zu verbessern. Das würde für Tempobegrenzung, mehr Übersicht und mehr Sicherheit für Schulkinder sorgen, hieß es. Dem folgte der Ortsrat einstimmig und sprach sich zudem für drei Verkehrsinseln und mehrere Straßeneinengungen durch Pflanzbeete aus. Der Radweg soll nicht auf das Straßenniveau verlegt werden, stattdessen der Mehrzweckstreifen erhalten bleiben. Als Nächstes wird sich der Verwaltungsausschuss mit dem Konzept und dem Votum des Ortsrates befassen.

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