Linie-4-Bau wird wieder ausgeschrieben Vertrag mit Walthelm gekündigt

Lilienthal. Die insolvente Firma Walthelm wird die Arbeiten an der Straßenbahnlinie 4 in Lilienthal nicht weiterführen.
06.09.2013, 19:37
Lesedauer: 1 Min
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Von Siegfried Deismann

Die Linie 4 soll möglichst schnell zuende gebaut werden, aber die Firma Walthelm, die vor zwei Wochen Insolvenz angemeldet hatte, wird die Arbeiten in Lilienthal nicht weiterführen. „Ich spreche die Kündigung aus“, erklärte der Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Lilienthal (WBL), Manfred Lütjen am Freitag.

Zweieinhalb Stunden hatte er da gerade in einer gemeinsamen Sitzung des Verwaltungsausschusses (VA) und des WBL-A

ufsichtsrats Rede und Antwort gestanden. Die Kündigung sei im Einvernehmen mit der Freien Hansestadt Bremen und dem Bürgermeister der Gemeinde Lilienthal erfolgt. WBL-Geschäftsführer Lütjen: „Das ist ein ganz wichtiger Schritt, um die Baumaßnahmen in unserer Gemeinde endlich abschließen zu können. Die Situation auf der nur sehr langsam vorankommenden Baustelle war unerträglich und geprägt von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der mittlerweile in die Insolvenz geratenen Baufirma Walthelm.“

Zuletzt im Juni dieses Jahres hätten sich auch die Mitglieder des Lilienthaler Gemeinderates mit dem stockenden Baufortschritt befasst. Damals hätten in erster Linie juristische Gründe und daraus entstehende Risiken für das Projekt ein auf Lilienthals Vorteil ausgerichtetes Handeln zunächst unmöglich gemacht.

„Mit der Kündigung haben wir jetzt die Steuerung der Baustelle wieder in eigener Hand und damit maßgeblichen Einfluss auf die zeitlichen Abläufe und auf die Kosten. Das ist die beste Lösung für Lilienthal“, so Lütjen weiter. Nun sei der Weg frei, bis November 2013 den Auftrag mittels eines beschleunigten, europaweiten Vergabeverfahrens neu zu erteilen. Die Baustelle werde soweit gesichert, dass der Verkehr in der Gemeinde wieder besser fließen könne. Über die aus der Insolvenz der Firma Walthelm entstehenden etwaigen Mehrkosten konnte Lütjen noch keine Aussage treffen.

Bürgermeister Willy Hollatz appellierte eindringlich an seine Ratskollegen: „Hier geht es jetzt um die Zukunft Lilienthals. Die Insolvenz der Firma Walthelm hat in unserer Gemeinde einen Krisenfall ausgelöst, bei dessen Bearbeitung für parteipolitisches Geplänkel wirklich kein Platz ist.“ Er forderte alle Parteien auf, die WBL und ihren Geschäftsführer bei der Umsetzung der notwendigen Schritte zu unterstützen: „Tun Sie das bitte im Interesse unserer Gemeinde.“

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