Einzige Klappstau-Regatta der Welt Viel Spaß am und im Oste-Hamme-Kanal

Ganz Findorf schien am Sonntag auf den Beinen. Kaum jemand wollte sich das Spektakel am, auf und im Oste-Hamme-Kanal entgehen lassen.
16.06.2015, 00:02
Lesedauer: 3 Min
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Von Peter von Döllen

Ganz Findorf schien am Sonntag auf den Beinen. Kaum jemand wollte sich das Spektakel am, auf und im Oste-Hamme-Kanal entgehen lassen. „Ohh, auch hier? Hallo. Einige waren schon im Wasser.“ So oder ähnlich lauteten die Begrüßungen bei der dritten Klappstau-Regatta in Findorf. Denn darum ging es den Besuchern hauptsächlich: Sie wollten über Teilnehmer lachen, die im kühlen Nass des Kanals baden gingen. Die Bootsbesatzungen nahmen es ihnen nicht mal übel. Auch sie hatten meist nur eines im Sinn: richtig viel Spaß.

„Wir wollen ein bisschen paddeln, etwas zusammen erleben und quatschen. Es ist ein Familienausflug“, meinte dann auch Ralf Diekmann aus Mulsum in der Nähe von Klutenholz vor dem Start. Klönschnack bei einer Regatta? „Das geht – weil uns der sportliche Ehrgeiz fehlt“, erklärte Diekmann. Für Familie Diekmann gilt: Dabei sein ist alles. Schon im Vorjahr paddelten sie mit dieser Einstellung ganz gut. Die größte Herausforderung seien die Klappstaus. „Wir hatten den Bogen offensichtlich gut raus. Mal sehen, wie wir dieses Mal zurechtkommen“, sagte Diekmann.

Unabhängig von persönlichen Einstellungen, sportlicher Konstitution, Paddelkenntnissen oder persönlichem Ehrgeiz ist die Regatta eine Herausforderung. Etwa fünf Kilometer Kanal, sieben Klappstaus und knifflige Aufgaben standen am Sonntag zwischen dem Start am Sportplatz und dem Ziel im neuen Torfkahnhafen an der Kreuzkuhle. Mehr noch: ein Luftballon und ein während der Fahrt erbeuteter Blumentopf mussten die Teilnehmer heil und trocken mit ins Ziel bringen. Die Bootsbesatzungen blieben dabei kaum trocken. Schon beim Start gingen einige baden. Und im weiteren Verlauf machten die meisten Bekanntschaft mit reichlich Kanalwasser und Entengrütze.

Gastwirt Heino Lütjen hatte vor zwei Jahren die Idee zur Klappstau-Regatta. Zusammen mit Christoph Gieskes vom FSV Findorf setzte er sie um. Er hatte eine Art Volksfest für das Dorf im Sinn. Eines, bei dem alle Bewohner mit im Boot sind. Der Plan ging auf. „Langenhausen hat sein Blütenfest, wir haben die Klappstau-Regatta“, meinte ein Findorfer am Kanal. Das zeigt, wie sehr die Veranstaltung im Ort schon verankert ist. Von Tradition spricht man allgemein ab etwa zehn Wiederholungen. Die Regatta ist auf dem Weg dort hin. Die Feuerwehr, der TSV Findorf und die neue Verbindung „Findorfs Erben“ übernehmen einen großen Teil der Organisation.

„Ich glaube es waren deutlich mehr Zuschauer hier als vergangenes Jahr. Es waren noch mehr Brücken mit noch mehr Schmuck dabei. Die Dorfgemeinschaft macht mit“, freute sich Lütjen. „Ich bin total begeistert. Das ist richtig klasse“. Dabei sei das Wetter nicht mal sonnig und warm gewesen, erinnerte der Initiator. Bei so viel Teilnahme ist es zu verschmerzen, dass mit 17 Mannschaften das Teilnehmerfeld etwas kleiner ausfiel.

Dabei ist die Idee recht simpel. Die Kanuten starten beim Sportplatz und müssen den Oste-Hamme-Kanal durchqueren. Dabei gilt es neben den Klappstaus auch witzige Aufgaben zu meistern. Neben Geschwindigkeit kommt es also auch auf Kombinationsgabe, Geschicklichkeit und ein wenig Wissen an. So sind die Chancen besser verteilt.

Am Feuerwehrhaus gab es auch eine Aufgabe auf dem Trockenen. „Wir sind gut unterwegs. Nur eine Aufgabe haben wir nicht geschafft“, zog Diekmann bei dieser Gelegenheit eine Zwischenbilanz. Und: „Wir sind noch kein Mal im Wasser gewesen.“ Das sollte sich allerdings noch ändern. Im neuen Torfkahnhafen mussten die Mannschaften noch einen kleinen Spurt zum Anleger einlegen und die Boote aus dem Wasser hieven. Da erwischte es Familie Diekmann doch noch. „Wir wurden gerammt und hatten keine Chance mehr“, berichtete Diekmann schulterzuckend.

Im Hafen war eine Rettungsinsel vertäut, in die jeweils ein Besatzungsmitglied klettern musste. Darin lagen die Blumentöpfe, die im Ziel vorgezeigt werden mussten. Nach dem Erfolg dürfte es wohl auch kommendes Jahr eine Klappstau-Regatta geben – der einzigen auf der Welt, wie Lütjen betonte.

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