Modellprojekt zur Elektromobilität Volle Ladung für E-Bike-Akkus

An sechs Orten im Landkreis Osterholz gibt es jetzt E-Bike-Tankstellen für ÖPNV-Nutzer. Am Bahnhof in Osterholz-Scharmbeck wurde das Modellprojekt im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen gestartet.
18.06.2015, 00:00
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Von Lutz Rode

Chipkarte ranhalten, Tür öffnen, Ladeschale anstöpseln, Akku rein und Tür des Fachs wieder schließen – so funktionieren die neuen E-Bike-Tankstellen, die es jetzt an insgesamt sechs Orten im Landkreis Osterholz für ÖPNV-Nutzer gibt. Am Bahnhof in Osterholz-Scharmbeck wurde das Modellprojekt im Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen am Mittwoch offiziell gestartet.

In einem weiteren Schritt sollen an den Standorten im Herbst auch Ladestationen für Elektroautos in Betrieb gehen.

Weil die Zahl der E-Bikes Jahr für Jahr steigt und insbesondere auch Pendler Elektroräder zunehmend für den Weg zur Arbeit nutzen , hat der Zweckverbund Verkehrsverbund Bremen / Niedersachsen (ZVBN) das Modellprojekt angeschoben. Im Landkreis Osterholz soll nun getestet werden, wie sich Elektromobilität und Öffentlicher Personennahverkehr miteinander verknüpfen lassen. Sollte sich das neue Angebot bewähren, könnte es zu einer „Schablone“ für das gesamte Gebiet des Verkehrsverbundes Bremen / Niedersachsen werden, sagte ZVBN-Geschäftsführer Christof Herr gestern.

Best-Practice-Beispiele

Dass es auch landesweit Nachahmer findet, darauf hofft Staatssekretärin Daniela Behrens vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, die beim offiziellen Start des Modellprojekts dabei war. Niedersachsen wolle die E-Mobilität voranbringen. „Dafür brauchen wir Best-Practice-Beispiele, um zu zeigen, wie Elektromobilität im Alltag genutzt werden kann“, sagte sie. Osterholz-Scharmbecks Bürgermeister Torsten Rohde findet es wichtig, beim Thema Elektromobilität „nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln“. Landrat Bernd Lütjen sieht das ähnlich: Um in diesem Bereich weiterkommen zu können, sei es notwendig, Vorreiter zu sein.

Am Bahnhof in Osterholz-Scharmbeck, in Ritterhude, in Oldenbüttel, in Lübberstedt, am Bahnhof Klinikum Nord in Beckedorf, an der Endhaltstelle der Linie 4 in Lilienthal-Falkenberg und an der Bushaltestelle Grasberg-Kreuzung gibt es jetzt die Möglichkeit, dass Pendler ihre E-Bikes nicht nur sicher abstellen, sondern auch die dazugehörigen Akkus aufladen können.

Die neuen Ladeschränke in den Fahrrad-abstellboxen verfügen über insgesamt 24 Schließfächer, in denen je ein Akku untergebracht werden kann. Die Mietpreise sind unterschiedlich hoch: Ein Fahrradstellplatz ohne Elektrolademöglichkeit kostet in Osterholz-Scharmbeck 60 Euro im Jahr, mit Lademöglichkeit sind es 80 Euro. In Ritterhude kostet die Nutzung der Abstellplätze 49 Euro, mit Ladestation ebenfalls 20 Euro mehr. In der Samtgemeinde Hambergen liegt die jährliche Miete bei 36 beziehungsweise 60 Euro. In Lilienthal ist man mit 49 oder 69 Euro dabei und in Grasberg mit 20 oder 40 Euro. Zuständig für die Vermietung sind die jeweiligen Rathäuser.

Die Bike-and-Ride-Sammelschließanlagen und die Ladeschränke haben zusammen etwa 420 000 Euro gekostet. Das Land Niedersachsen und die Kommunen haben jeweils 25 Prozent übernommen, der ZVBN bezahlt die andere Hälfte.

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