Weihnachstbaum-Anbieter aus der Region haben Hochkonjunktur / Nordmann-Tanne weiter am beliebtesten

Von frisch foliert bis selbst geschlagen

Osterholz-Scharmbeck. Spätestens seit dem vergangenen Wochenende ist die Weihnachtsbaumsaison in vollem Gange. Grund genug für einen Reporterbesuch bei einigen regionalen Anbietern der weihnachtlichen Baumpracht.
17.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Christian Pfeiff
Von frisch foliert bis selbst geschlagen

Neu im Weihnachtsbaumgeschäft: Erst im zweiten Jahr bietet Werner Mehrtens auf seinem Hof Hinter dem Bach handverlesene Nordmann-Tannen an. CP·

Christian Pfeiff

Spätestens seit dem vergangenen Wochenende ist die Weihnachtsbaumsaison in vollem Gange. Grund genug für einen Reporterbesuch bei einigen regionalen Anbietern der weihnachtlichen Baumpracht. Der Weihnachtsbaum des Jahres ist demnach zumindest in Osterholz und Umgebung die Abies nordmanniana, besser bekannt als Nordmann-Tanne. Nahezu alle Händler der Umgebung bieten ausschließlich diese Sorte an.

Laut Joachim Krohn liegt das an den Kunden-Wünschen: „Früher habe ich auch Fichten verkauft, aber seit etwa drei Jahren will die keiner mehr haben, obwohl ich persönlich nach wie vor den Duft sehr schätze.“ So ist Krohn, der seine Bäume im Auftrag der Worpsweder Firma Grimm gegenüber vom Hof Neuenkrug in Hambergen verkauft, der einzige Händler der Region, der auch weiterhin Kuriertannen und Blaufichten im Sortiment führt.

Einen Grund für die Popularität der Nordmann-Tannen vermutet Krohn in deren Nadelverhalten: „Die Nordmann-Tanne nadelt natürlich auch, die Nadeln bleiben jedoch am Stamm haften. Die Bäume sollten also besser nicht geschüttelt werden.“ Zudem empfiehlt Krohn, ein kleines Schälchen Wasser unter dem Baum zu platzieren: „Durch dessen Verdunstung bleibt der Baum länger frisch.“ Preislich bewegen sich seine Weihnachtsbäume mit einer Höhe zwischen 0,5 und drei Metern in einem Bereich von 17,50 Euro bis 80 Euro. „Bei mir darf man bei Punsch und selbst gebackenen Plätzchen feilschen“, verspricht Krohn. Gelegenheit dazu gibt es täglich, auch sonntags, von 10 bis 16 Uhr.

Abenteuerlustige zieht es hingegen nach Axstedt zu Roland Wortmann, auf dessen Gelände am Alten Kirchweg die Käufer ihren Wunschbaum am Wochenende selbst fällen dürfen. Die Auswahl fällt schwer: Auf einer Fläche von 2,5 Hektar stehen etwa 17 000 Nordmann-Tannen aus eigener Zucht mit einer Höhe von einem bis zu fünf Metern zur Auswahl. Der laufende Meter kostet 15 Euro. Das Fällangebot gilt dabei zwar nur am 19. und 20. Dezember, jeweils in der Zeit von 10 bis 13 Uhr. „Meine Bäume gibt es jedoch auch bei der Raiffeisen-Warengenossenschaft Am Kleinbahnhof in Osterholz-Scharmbeck“, erklärt Wortmann.

Ein neues Verkaufsmodell verfolgt in diesem Jahr die Baumschule Thölken an der Ziegelstraße: „Wir haben seit diesem Jahr ein neues, super-einfaches Ständersystem, durch das unsere Kunden bequem schlendern können“, verspricht Stephan Thölken. Bei ihm beginnt der Preis für die Nordmann-Tannen aus eigenem Bestand ohne Spritzmittel und Pestizide bei 15 Euro, inklusive Einnetzen und Anspitzen. Gegen einen kleinen Aufpreis gibt es den passenden Baumständer dazu; auf Wunsch werden die Tannen für einen sauberen Autotransport auch foliert. Bei Thölken können Kunden jeweils täglich von 9 bis 16.30 Uhr zuschlagen – sonntags auch.

Neu im Osterholzer Weihnachtsbaumgeschäft ist Werner Mehrtens, der im zweiten Jahr handverlesene Nordmann-Tannen aus Schleswig-Holstein auf seinem Hof Hinter dem Bach anbietet. „Vor etwa 20 Jahren gab es an selber Stelle bereits einen Weihnachtsbaumverkauf; diese Tradition wollten wir einfach wieder aufleben lassen, um den industriellen Angeboten etwas entgegenzusetzen“, erklärt Mehrtens, der hauptberuflich eine Autoglaserei und eine Künstleragentur betreibt. Bei ihm läuft der Verkauf der 1,20 bis drei Meter großen Tannen bis in den späten Abend hinein, in der Scheune wird bei Glühwein geklönt und geschnackt.

Seit 15 Jahren zählt „Freizeit & Camping“ an der Westerbecker Straße zu einer festen Anlaufstelle in Sachen Weihnachtsbäume: „Wir waren jahrelang diesbezüglich sogar die Nummer eins in der Gegend“, erklärt Geschäftsführer Ronald Trenke. Bis zum 23. Dezember gibt es bei ihm Nordmann-Tannen aus der Küstenbaumschule Drangstedt, auch sonntags ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Für hinreichenden Bestand sei durch stete Zulieferung gesorgt: „Außerdem zählt bei uns die Frische. Wir wollen uns nicht mit den Baumärkten vergleichen“, so Trenke. Preislich bewegen sich die Bäume – alle zwischen 80 Zentimetern und 2,50 Meter groß – in sechs verschiedenen Kategorien von 19 bis 50 Euro.

Das Möbelhaus Meyerhoff geht in Buschhausen unter dem Motto „Bäume für Nullkommanix“ hingegen mit einem Großkampfangebot an den Start: Jede der mehreren Tausend auf Lager befindlichen Nordmann-Tannen von dem Hof „Roy Sylvester“ aus Oerel kostet auf den ersten Blick zwar einen Einheitspreis von 29,50 Euro. Baum-Käufer erhalten in dieser Höhe jedoch auch einen Warengutschein, der ab dem 2. Januar vor Ort einlösbar ist.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+