Loccumer Kreis legt Programm für das Winterhalbjahr vor / Rund 20 000 Besucher in 60 Jahren

Von Paulus bis Trüpel

Osterholz-Scharmbeck. Er war der erfolgreichste Missionar des Urchristentums, bereiste den östlichen Mittelmeerraum und verkündete vor allem den Nichtjuden den auferstandenen Jesus Christus. Mit Paulus von Taurus startet der Loccumer Kreis am kommenden Mittwoch, 23.
19.09.2015, 00:00
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Von Klaus Grunewald
Von Paulus bis Trüpel

Stellten das Programm für das kommende Herbst/Winterhalbjahr vor: Heinrich Grün und Jutta Rühlemann. GRU·

Klaus Grunewald

Er war der erfolgreichste Missionar des Urchristentums, bereiste den östlichen Mittelmeerraum und verkündete vor allem den Nichtjuden den auferstandenen Jesus Christus. Mit Paulus von Taurus startet der Loccumer Kreis am kommenden Mittwoch, 23. September, sein Vortrags- und Gesprächsprogramm für das Winterhalbjahr 2015/16.

Seit nunmehr 60 Jahren versucht der Loccumer Kreis mit seinen Veranstaltungen die Verzahnung des Christentums in Gesellschaft, Wissenschaft und Philosophie aufzuhellen. Heinrich Grün und die Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Osterholz, Jutta Rühlemann, sprachen denn auch bei der Vorstellung des neuen Winterprogramms von einem runden Geburtstag, der die Bildungsarbeit des Loccumer Kreises in ein besonderes Licht stelle.

Der Komponist und Organist Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) hat mit Elias und Paulus zwei Oratorien vollendet. „Paulus – vom Verfolger zum Verkünder“ lautet der Titel einer musikalisch-theologischen Einführung in das „Oratorium nach Worten der heiligen Schrift“, das am 3. Oktober ab 19 Uhr in der St.-Willehadi-Kirche mit rund 100 Protagonisten aufgeführt werden soll. Am kommenden Mittwoch, 23. September, wollen der Lesumer Kirchenmusiker Hans-Dieter Renken (St. Martini) sowie der Theologe und Experte für kirchliche Musik, Klaus Pohlmeyer aus Bremen, auf Mendelsohns dramatische Vertonung einstimmen. Ab 20.15 ebenfalls in der St.-Willehadi-Kirche.

Dort geht es am Tag des Karnevalbeginns um ein Thema, das eher mit Trauer und Nachdenklichkeit als mit Frohsinn und Heiterkeit verbunden ist. Was haben uns Philosophen über Sterben und Tod zu sagen? Darüber will Professor Dr. Manfred Stöckler von der Universität Bremen am Mittwoch, 11. November um 20.15 Uhr im Gotteshaus am Kirchplatz referieren und mit den Besuchern diskutieren.

Politische Brisanz birgt der hoch aktuelle Vortrag, zu dem der Loccumer Kreis für Montag, 7. Dezember, ins Gemeindehaus St. Willehadi einlädt. Erwartet wird die Bremer Europaabgeordnete Dr. Helga Trüpel (Bündnis 90/Die Grünen) aus Bremen, die ab 20.15 Uhr zum Thema „Reden wir über Europa“ spricht. Heinrich Grün verweist auf die besonders kritische Phase, in der sich Europa wegen der Flüchtlingswelle gegenwärtig befinde und erhofft sich von der Bremer Politikerin Anstöße zu einem anregenden Gedankenaustausch.

Was sich auf der Erdoberfläche ereignet, bestimmt tagtäglich die Schlagzeilen. Die Tiefen der Meere aber bergen noch weitgehend Geheimnisvolles. Über die Schätze der Tiefsee, über Fragen zu ihrem Nutzen und ihrem Schutz, will Prof. Dr. Antje Boetius vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen am Donnerstag, 16. Januar, ab 20.15 Uhr im Rathaus der Kreisstadt sprechen. Ihr Fachgebiet ist die Erforschung der Tiefsee, in der Mikroorganismen sämtliche ökologischen Nischen besiedeln. Mikroorganismen umfassen zudem den weitaus größten Teil der genetischen Vielfalt irdischen Lebens und können mit Abstand die längste Evolutionsgeschichte aller Lebewesen aufweisen.

Abgerundet wird die Winter-Vortragsreihe des Loccumer Kreis mit zwei explizit kirchlichen Themen. Wie viel Religion verträgt die Schule? Dieser Frage geht am Dienstag, 2. Februar, ab 20.15 Uhr Dr. Silke Leonhardt in der St.-Willehadi-Kirche nach. Die 49-Jährige ist seit drei Jahren Rektorin des Religionspädagogischen Instituts Loccum (RPI) und Studienrätin für die Fächer Religion und Deutsch am Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover.

Religion, sagt Superintendentin Jutta Rühlemann, spiele im Zusammenleben der Menschen immer eine wichtige Rolle. Deshalb sei es erforderlich, jungen Menschen Wissen und damit einen Blick für Religionen zu vermitteln, ohne zu missionieren.

Religiös neutral ist auch der Staat Deutschland. Gleichwohl gehören viele seiner Bediensteten einer Religionsgemeinschaft an. Die meisten der christlichen. Über das „Religiöse Bekenntnis im neutralen Staat“ und speziell über die Seelsorge bei der Bundespolizei spricht Dr. Helmut Blanke am Mittwoch, 16. März, in der St.-Willehadi-Kirche (20.15 Uhr). Der Superintendent aus Buxtehude ist Dekan für die evangelische Seelsorge in der Bundespolizei und verantwortlich für die Leitung und Koordination der Seelsorgearbeit in allen Dienststellen der Bundespolizei.

In den vergangenen sechs Jahrzehnten haben nach Auskunft von Heinrich Grün gut 20 000 Menschen die Vortrags- und Gesprächsangebote des Loccumer Kreises in Osterholz-Scharmbeck genutzt. Bis zum März 2016 rechnen die Organisatoren mit weiteren 300 bis 400 Besuchern.

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