Amtsgericht Osterholz

Gericht verurteilt 43-Jährigen zu Geldstrafe

Ein 43-Jähriger muss sich vor Gericht verantworten, weil er - gegen die Auflagen - Kontakt zur Mutter seines Kindes gesucht und Hausfriedensbruch begangen hat.
24.04.2021, 06:00
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Von Friedrich-Wilhelm Armbrust
Gericht verurteilt 43-Jährigen zu Geldstrafe

Der Wunsch, sein Kind zu sehen, hat einen 43-Jährigen nun in Konflikt mit dem Gesetz gebracht.

David-Wolfgang Ebener

Osterholz-Scharmbeck. Gleich zu Beginn des Prozesses schilderte der Verteidiger Günter Klein die Situation und Gefühlslage seines 43-jährigen Mandanten aus Wedel. Dieser hatte im März 2020 gegen eine einstweilige Anordnung des Amtsgerichtes verstoßen, die besagte, dass er keinen Kontakt zur Mutter des gemeinsamen Kindes aufnehmen dürfe. Darüber hinaus beging der 43-Jährige Hausfriedensbruch.

Es gebe Differenzen mit der Kindesmutter. Darüber, wie das Kind zu erziehen sei, sagte Klein. Probleme gebe es bei der Kontaktregelung und ob dem Kind etwas und was zu schenken sei. „Die Situation ist geprägt von der Vaterrolle.“ Seinen Mandanten beschrieb der Anwalt als einen Mann, dessen „Seelenstruktur schwieriger“ als bei anderen sei. Er wolle er sich auch behandeln lassen. „Er bemüht sich ernsthaft und ist einsichtig.“ Bei diesen Ausführungen brach der 43-Jährige in Tränen aus. Hier sei jemand, der seine Schwierigkeiten hat, so der Verteidiger. Darum seien die Vorfälle „nicht so streng zu bewerten“. „Ich denke, dass man hier Milde walten lassen sollte.“ Dabei hob Klein die Besuchsregelung hervor. „Eigentlich übergibt die Großmutter das Kind. Aber das ist vielfach abgesagt worden, weil die Großmutter keine Zeit hatte oder krank gewesen ist.“ Er bemühe sich derzeit um eine verlässliche Kontakt-Regelung, sagte der Anwalt. Zugunsten des Wedelers brachte er weiter hervor, dass er in einem festen Arbeitsverhältnis stehe, bisher noch nicht straffällig geworden und guten Willens sei.

Strafrichterin Johanna Kopischke lag eine Erklärung des Angeklagten von Anfang Dezember 2020 vor. Daraus zitierte sie, dass der 43-Jährige sich in therapeutischer Behandlung befinde. Darüber hinaus versicherte er, dass er der Mutter des gemeinsamen Kindes nicht nachstellen und sie nicht kontaktieren wolle. Auch beabsichtige er, sie nicht zu beleidigen, zu bedrohen und zu verletzen, was ebenfalls nicht durch Dritte geschehen solle. Bei zufälligen Begegnungen werde er sich entfernen, versprach er weiter.

Der Angeklagte selbst meldete sich dann doch noch zu Wort. Er ging auf den Vorfall ein, der ihm eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs eingebracht hatte. Er sei bei den Großeltern in Grasberg aufgetaucht, weil er mit ihnen reden wollte. Dazu befuhr er die Grundstückseinfahrt. Er habe „ganz ruhig“ mit ihnen sprechen wollen, sei aber abgewiesen worden, so der Wedeler. „Ich bin dann tief bestürzt in mein Auto gegangen und musste mich sammeln.“ Aber die Großmutter sei mit einem Besenstiel auf ihn zugekommen. „Ich bin dann mit tränenden Augen davongefahren.“

Die Staatsanwältin beantragte eine Gesamtgeldstrafe für die Delikte von 30 Tagessätzen zu 40 Euro, 1200 Euro. Sie hielt dem 43-Jährigen zugute, dass er sich „einsichtig und reuig gezeigt habe. Außerdem wolle er die Taten nicht wiederholen. Er zähle nicht zu den Bösen, machte sich Verteidiger Klein für seinen Mandanten stark. Der Anwalt fragte, ob hier eine Situation vorliege, in der eine Strafe angebracht sei.

Wegen einmal Hausfriedensbruchs und wegen zwei Mal Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz verhängte Richterin Kopischke eine Gesamtgeldstrafe von 30 Tagessätzen zu 30 Euro, 900 Euro. „Wir sind damit noch im unteren Strafrahmen geblieben“, betonte die Richterin.

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