Ausstellung im Ritterhuder Rathaus Waldziege und Lavendelkuh

Die Malerin Marion Wilk hat sich auf Tierporträts spezialisiert. 22 von ihnen sind noch bis zum 19. Oktober im Foyer des Ritterhuder Rathauses zu sehen.
26.07.2018, 15:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Ilse Okken

Ritterhude. Die drei Paradieshühner Krista, Karla und Kunigunde, die Thüringer Waldziege Anita, die Sau Queenie und ihre verliebten Töchter, eine Spatzenkonferenz, der kleine Zauberfuchs Victor, die heimatlose Hasendame Mimi und die Lavendelkuh Wilma: 22 liebevoll gestaltete Porträts von Wild- und Nutztieren aus der Region stellt die Malerin Marion Wilk noch bis zum 19. Oktober im Foyer des Ritterhuder Rathauses aus. Die ambitionierte Autodidaktin möchte mit ihren Bildern nicht nur ein Lächeln auf die Mienen der Betrachter zaubern, sondern gleichzeitig für eine größere Wertschätzung gegenüber den liebenswerten Geschöpfen werben. Viele Arten seien vom Aussterben bedroht. Da werde es dringend Zeit, zu einem anderen Umgang mit Tieren zu finden und ihnen mit Sympathie zu begegnen, findet sie.

Als die 57-Jährige vor fünf Jahren beschloss, der Großstadt Hamburg nach 14 Jahren den Rücken zu kehren und sich im ländlichen Zeven anzusiedeln, entdeckte sie die heimische Tierwelt als Inspirationsquelle. Für die studierte Geisteswissenschaftlerin, die als Autorin und Filmemacherin tätig ist, war das eine ganz neue Erfahrung. Das Landleben öffnete ihr die Sinne für die Tiere der Region. „Jede Kuh hat ihre eigene Persönlichkeit“, stellte sie beim Blick über den Gartenzaum fasziniert fest. Sie begann die als „Trockensteher“ auf der Weide grasenden Tiere zu füttern und fand in ihnen ein spannendes Motiv für ihre Bilder. „Die Begegnung mit den Kühen in ihrem natürlichen Lebensraum war für mich eine Initialzündung, die mich von der abstrakten zur gegenständlichen Malerei führte.“ Marion Wilk absolviert seit 2016 eine Weiterbildung in der Sparte Gestaltende Kunst an der Hochschule Bremen. Sie probiert unterschiedliche Malstile aus und experimentiert viel mit verschiedenen Maltechniken. Dabei verwendet sie neben Acrylfarben auch Materialien wie Sand, Papier, Salz, Kaffee- oder Marmormehl. Während die Lavendelkuh an impressionistische Vorbilder erinnert, kommt der kleine Zauberfuchs eher expressionistisch daher. „Ich möchte nicht naturalistisch malen, sondern die Tiere so zeigen, wie ich sie fühle“, stellt die Künstlerin klar.

Auf die Kuhporträts folgten andere Tiermotive. Neben Nutztieren wie Schwein, Ziege, Schaf, Pferd und Huhn nahm sie fortan auch Rotwild, Hasen und Vögel in den Fokus. Als Vorlagen dienen ihr Fotos und Skizzen. Der Blick und die Körperhaltung seien für sie entscheidend, wenn sie sich für ein Tier entscheide. Erst dann überlege sie sich, welchen Farben und Techniken sie verwenden möchte, so Wilk.

Bei etwa der Hälfte der ausgestellten Werke handelt es sich um preiswerte Reproduktionen, die auf Leinwand aufgezogen sind. „Ich finde, Kunst sollte auch für Menschen mit kleinem Geldbeutel erschwinglich sein. Deshalb sind hier nicht nur Originale zu sehen“, erläutert die Künstlerin. Birgit Mura, im Ritterhuder Rathaus für das Sachgebiet Bildung, Kultur und Freizeit zuständig, hatte Wilks Werke beim Eisessen auf dem Hof Kaemena im Blockland entdeckt und mit ihr Kontakt aufgenommen. Marion Wilk war sofort begeistert vom stilvollen Ambiente im Foyer des Ritterhuder Rathauses und konnte sich gut vorstellen, ihre Tierbilder dort zu zeigen. Im Anschluss an die Ritterhuder Präsentation stellt sie ihre Werke ab Herbst im Rotenburger Rathaus aus.

Weitere Informationen unter www.landgallery.de.

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