Grüner Wasserstoff

Faun behält den Fuß in der Tür

Bei der Nutzung von grünem Wasserstoff bleibt die Firma Faun mit im Rennen um Bundesmittel. Kürzlich erreichten die Heilshorner mit ihren Projektpartnern die nächste Förderrunde. Entschieden wird im Dezember.
08.06.2021, 13:29
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Faun behält den Fuß in der Tür
Von Bernhard Komesker
Faun behält den Fuß in der Tür

Klappt es mit der Förderung für das Großprojekt, wollen Faun und Co. in den nächsten Jahren bis zu 12.000 wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge ins Rollen bringen: in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden.

Frank Thomas Koch

Heilshorn. Gute Nachricht für die Firma Faun: Der Müllfahrzeugbauer aus Heilshorn ist mit seinen fünf Kooperationspartnern weiter im Rennen um Fördermilliarden zum Ausbau der Wasserstoffwirtschaft. Zu den 62 europaweit bedeutsamen Großprojekten, die es Ende Mai unter mehr als 230 Beiträgen in die zweite Runde auf Bundesebene geschafft haben, zählen die vier Projektskizzen des Firmen-Bündnisses "Clean Hydrogen Coastline" (auf Deutsch: Saubere Wasserstoffküste). Wie der WESER-KURIER berichtete, stecken dahinter neben Faun auch Arcelor Mittal (Bremer Stahlwerke), die Energieversorger EWE und SWB sowie die Netzbetreiber Tennet und Gasunie.

Während Arcelor, EWE und Gasunie jeweils auch noch bei weiteren Projektskizzen mitmischen, nimmt "Clean Hydrogen Coastline" explizit gleich die ganze Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff in den Blick: von der Erzeugung und Infrastruktur bis hin zur Nutzung für Industrie und Mobilität. Es bietet zudem Anknüpfungspunkte für weitere Partner in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden, teilen die Coastline-Verantwortlichen mit. Diese Partner gilt es nun zu finden. Über den Zuschlag entscheidet dann die Europäische Kommission spätestens Anfang 2022. Bund und Länder stellen mehr als acht Milliarden Euro bereit.

Bei einer Zusage würde "Clean Hydrogen Coastline" im zweiten Quartal 2022 starten und bis 2026 "bis zu 400 Megawatt Elektrolysekapazität - mit entsprechender Speicherung von Wasserstoff - zielgerichtet ins Energiesystem integrieren". Der zum Beispiel durch Offshore?Strom erzeugte Wasserstoff soll unter anderem für die klimaneutrale Stahlerzeugung am Stahlstandort Bremen eingesetzt werden. Außerdem soll mit der "Sauberen Wasserstoffküste" die Grundlage geschaffen werden, um im genannten Fünfjahreszeitraum bis zu 12.000 wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge in Betrieb zu bringen.

"Faun plant den Ausbau der Bluepower-Fertigung sowie parallel mit den Projektpartnern den Aufbau einer Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur für den gesamten Nordwesten", bekräftigen die Kreisstädter selbstbewusst auf ihrer Website. Unter Bluepower versteht Faun eine Produktlinie aus vollelektrischen Entsorgungsfahrzeugen, deren Reichweite durch die Kombination mit Wasserstoff-Brennstoffzellen vergrößert werden kann.

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