Im Waldkindergarten Fuchs und Hase in Heine erleben die Kinder die Natur hautnah / Noch freie Plätze Wenn der Baumstumpf zum Maltisch wird

Wulsbüttel-Heine. Idyllisch ist es hier: Die Blätter rauschen im Wind, die Vögel zwitschern, und ein bemaltes Holzschild weist den Weg: Versteckt im Wald, zwischen Weiden und Feldern, liegt der Waldkindergarten Fuchs und Hase in Wulsbüttel-Heine. Ein kleiner Pfad führt in das Waldstück, fröhliches Kinderlachen zeigt, dass die Richtung stimmt.
30.05.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Andrea Grotheer

Idyllisch ist es hier: Die Blätter rauschen im Wind, die Vögel zwitschern, und ein bemaltes Holzschild weist den Weg: Versteckt im Wald, zwischen Weiden und Feldern, liegt der Waldkindergarten Fuchs und Hase in Wulsbüttel-Heine. Ein kleiner Pfad führt in das Waldstück, fröhliches Kinderlachen zeigt, dass die Richtung stimmt.

15 Kinder verbringen den Vormittag im Waldkindergarten unter der Leitung von Helga Stienecke. Zum Team gehören außerdem Sandra Hannken-Illjes, Inga Mehrtens und Sana Kern. Entstanden ist der Waldkindergarten 2005 aus einer Elterninitiative, die offizielle Anerkennung gab es im Mai 2007.

Der Tag startet mit dem Morgenkreis. „Hier besprechen wir alles, was wir am Tag machen wollen. Da vieles wetterabhängig ist, können wir nicht für eine Woche im Voraus planen“, sagt Helga Stienecke. Das Leben spielt sich komplett im Freien ab, nur im Winter wird im beheizbaren Bauwagen gefrühstückt. Nach dem Frühstück macht sich die Truppe auf den Weg in die nähere Umgebung.

„Wir sind immer viel unterwegs“,erzählt die Kindergartenleiterin. Ein beliebtes Ziel ist das nahegelegene Flüsschen Aue, an dem die Kinder gerne spielen. „Oder wir gehen den Schoolpad hoch bis zu einem Graben, der oft Wasser führt. Aus dem lehmigen Boden bauen wir dann Zwerge oder formen Lehmkugeln, außerdem wird gerne gekeschert“, so Helga Stienecke. „Wir nutzen das, was man hier findet, zum Spielen“, erklärt sie.

Im Waldkindergarten wird Natur hautnah erlebt. Der Sitzkreis besteht aus Baumstämmen, ein Insektenhotel lädt zur Beobachtung ein, und in den Beeten am Waldrand wächst Waldmeister neben Himbeeren, Walderdbeeren und Johannisbeeren. Auch die Malecke ist Natur pur. Mathilda, Flora und Paula, alle fünf Jahre alt, sitzen auf Baumstümpfen, eine Holzplatte auf einem weiteren Baumstumpf bildet den Tisch. Während kleine kreative Kunstwerke entstehen, kümmert sich Sandra Hannken-Illjes um die Dekoration und bringt einen Naturkranz auf Vordermann.

„Wir machen uns das hier immer schön“, sagt sie. Für Jakob ist ein Baumstumpf zum Trecker geworden, auf dem er mit viel Fantasie durch die Gegend „fährt“. „Manchmal ist das auch ein Thron“, sagt Helga Stienecke lächelnd, während sie dem vierjährigen Lennart hilft, eine Schlaufe in ein Seil zu binden. Bennet (5) hat sich in der Zwischenzeit eine Schaukel aus einem Seil gebaut, und zeigt den Fußballplatz, der mit Baumstämmen eingegrenzt ist. Gespielt wird auch gerne auf einem Floß, das auf dem Waldboden entstanden ist, oder in aus Baumstämmen gebauten Hütten. „Das ist ein Gefängnis“, sagt Hauke (4).

„Die Kinder interessieren sich auch für die Tiere hier im Wald, sie bauen manchmal Gehege für Asseln, Tausendfüßler und Regenwürmer, um sie genau beobachten zu können. Auch Schnecken und Raupen seien beliebt, und das Eichhörnchen, das im Winter gefüttert wird, sei schon ganz zutraulich. Einmal pro Woche besuchen die Kindergartenkinder die Ergotherapeutin und Reitpädagogin Neele Schnirring aus Meyenburg. „Heilpädagogisches Arbeiten mit Pferden ist ein wichtiger Aspekt im Konzept unseres Kindergartens“, erklärt Helga Stienecke.

Aus einer Tasche werden dann die Schnitzmesser hervorgeholt. „Ich habe das hier im Waldkindergarten gelernt“, sagt der vierjährige Jan stolz und schnitzt sich einen Zauberstab. „Das muss man immer vom Körper weg machen“, kennt er die Sicherheitsregeln schon ganz genau. Als es im aufgehängten Nistkasten plötzlich laut zwitschert, sind auch die Kinder ganz aufgeregt. Mit Hilfe eines Stuhles werfen sie einen vorsichtigen Blick in das Vogelhaus. „Ich glaube, das sind Amselküken, schwarz mit gelbem Schnabel“, wird da mit Kennerblick gefachsimpelt.

Geöffnet hat der Waldkindergarten von 8.30 bis 12.30 Uhr. „Wir bieten zum neuen Kindergartenjahr verlängerte Öffnungszeiten morgens oder mittags nach Absprache an und haben auch noch freie Plätze“, sagt Helga Stienecke. Mehr als fünf Stunden dürfe man allerdings nicht öffnen, Ergänzungen durch eine Tagesmutter, die ein Kind abholt, sind denkbar.

Am Freitag, 6. Juni, feiert der Waldkindergarten zum Sommeranfang ein Mittelalterfest. Groß und Klein sind herzlich willkommen, das Gelände zu erkunden. Es gibt Kuchen und abenteuerliche Kinderaktionen. Beginn ist um 16 Uhr. Zu finden ist der Waldkindergarten Fuchs und Hase im Bleckmoorsweg in Wulsbüttel-Heine.

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