Elvis-Imitator Guido Regenhard behauptet sich bei Europäischen Meisterschaften / Heute Auftritt in Bremen „Wer Klamauk will, ist hier falsch“

Der Osterholzer Guido Regenhard ist weiterhin einer von zehn würdigen Elvis-Imitatoren in Europa. Beim Europe’s Tribute to Elvis-Festival in England konnte sich der Osterholz-Scharmbecker unter Show-Assen behaupten. Eine englische Künstleragentur hat sein Talent erkannt und ihn jetzt unter Vertrag genommen.
20.07.2013, 05:00
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Von Christian Valek

Der Osterholzer Guido Regenhard ist weiterhin einer von zehn würdigen Elvis-Imitatoren in Europa. Beim Europe’s Tribute to Elvis-Festival in England konnte sich der Osterholz-Scharmbecker unter Show-Assen behaupten. Eine englische Künstleragentur hat sein Talent erkannt und ihn jetzt unter Vertrag genommen.

Osterholz-Scharmbeck. Das Leben eines Elvis-Tribute-Künstlers sei kein Zuckerschlecken, sagt Guido Regenhard. "Man ist viel unterwegs, um am Ball zu bleiben." Ein Blick in seinen Terminkalender bestätigt das: Regenhard wird für Auftritte in Deutschland, Spanien und England gebucht. Beim Europe’s Tribute to Elvis-Festival in Blackpool in England hat der Osterholzer in diesem Jahr auch vor Weggefährten von Elvis Presley sein gesangliches Können beweisen. Sie wählten den Deutschen auf den achten Platz. Das gilt in der von Engländern beherrschten Elvis-Szene als Erfolg. Insgesamt haben 14 geladene Tribute-Künstler am europäischen Wettbewerb teilgenommen. Der Sieger, Ben Thompson, wird im August bei der US-Elvis-Woche in Memphis auftreten.

Die Zusammensetzung der Jury sollte in Blackpool für Qualität bürgen. Zu den Preisrichtern zählte unter anderem Dan Haggerty. Viele Deutsche kennen den amerikanischen Schauspieler als Hauptdarsteller in der US-Serie "Der Mann in den Bergen". Haggerty kannte Elvis persönlich. Er hat neben dem King of Rock’n’Roll im Film "Girl Happy" mitgewirkt. Auch Marilyn Mason zählte zur Jury. Die amerikanische Schauspielerin ist mit Elvis im Kinofilm "The Trouble With Girls (And How To Get Into It)" zu sehen. Weiteres Jurymitglied war Charles Stone. Er war Elvis’ Tour-Manager in den Jahren 1970 bis 1977. Die Jury bewertet die Ähnlichkeit von Stimme, Bühnenpräsenz und Kleidung mit dem legendären Original.

Für Guido Regenhard war die Teilnahme am Wettbewerb vor allem eine Standortbestimmung, wie er sagt. Wichtiger als das Ergebnis sei, dass eine englische Künstleragentur ihn verpflichtet habe. Als Elvoice wird er unter anderem beim Festival in Porthcawl im September auftreten. Für ihn ist das ein "Meilenstein".

Im Geschäft der so genannten Tribute-Künstler zu bestehen, ist schwierig. "An manchen Wochenenden habe ich vier bis sechs Auftritte", sagt er. Die jeweils 30- bis 45-minütigen Gigs gehen in die Knochen. "Frühes Aufstehen und zeitiges Zubettgehen halten mich frisch. Sonst schaffst du das nicht." Nur mit Ernsthaftigkeit hat man Erfolg, sagt er. Und: "Wer Klamauk will, ist hier falsch." Die Teilnahme am Imitatoren-Wettstreit sei Anerkennung und Erfolg zugleich, denn nur auf Einladung darf man beim Wettbewerb auftreten. In England ist Elvis auch 36 Jahre nach seinem Tod für viele ein Idol. "Das ist einfach nicht mit Deutschland vergleichbar. Da drehen die durch", hat Regenhard festgestellt. Und warum ist das nur in England und in den USA der Fall? "Die verstehen einfach die Texte." Elvis sei mehr als Musik. "Elvis ist eine ehrenhafte Weltanschauung", ist er überzeugt. Das zeigen auch die Formalitäten des Wettbewerbs: Alle Teilnehmer mussten eine dreiseitige 20-Punkte-Liste mit Etikette-Regeln unterschreiben. Darin wird etwa festgelegt, dass man respektvoll auftritt. Für Teilnehmer gilt eine ganztägige Anwesenheitspflicht. "Das Posieren mit Fans für Fotos gehört unbedingt dazu." Außerdem ist es für die Dauer der Wettkämpfe untersagt, die Mitglieder der Jury anzusprechen. Und die Lieder werden für jeden Teilnehmer vorab festgelegt; Instrumente sind nicht erlaubt. "Natürlich muss auch die Kleidung zum Song passen", sagt Regenhard. "Medleys sind nicht erlaubt."

Auch eine Begrüßung nach Elvis-Manier gehöre dazu – Stammeln ausgeschlossen. Wer hier vor Publikum bestehen will, muss Leistung zeigen. "Du hast nur das Mikrofon und mehr nicht", weiß Regenhard. Er arbeitet zurzeit die bereits vereinbarten Auftritte ab. Zu denen in der Region fährt er stilecht im silbernen Ford 20m TS Coupé von 1966 vor. Der Wagen sei sein Markenzeichen, sagt Elvoice. Wenn er im säuselnden Sechszylinder über die Straße gleite, habe er oft das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, sagt er. Dann steigt er in seinen Ford und dreht den Zündschlüssel. Als der Motor anspringt, schüttelt sich der Wagen im Leerlauf. Regenhard beginnt im Takt des Motorklangs mitzuschnippen. Dann schaut er in den Rückspiegel und summt den Refrain eines Elvis-Songs: "You give me fever".

Wer Elvoice sehen möchte, hat unter anderem am heutigen Sonnabend, 20. Juli, in der Hendrix-Bar des Bremer Swiss Hotels dazu Gelegenheit. Elvoice tritt dort ab 22 Uhr auf.

„Wer Klamauk will, ist hier falsch“

Elvis-Imitator Guido Regenhard behauptet sich bei Europäischen Meisterschaften / Heute Auftritt in Bremen

Zitat:

"Du hast nur

das Mikrofon

und mehr nicht."

Guido Regenhard, Elvis-Tribute-Künstler

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