Rehkitz-Debatte Wildsuchhelfer-Pool sucht Freiwillige

Der Streit über die Rehkitz-Tötungen in der Region hat auch etwas Gutes: Landwirte wollen ein Freiwilligen-Team zusammenstellen, das hilft, die Wiesen abzugehen und die Tiere vor der Mahd zu verjagen.
28.05.2018, 06:24
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Von Petra Scheller

Tarmstedt. Ein Zeichen setzen. Das wollte der Landwirtschaftsmeister und stellvertretende Kreislandvolkvorsitzende Dieter Helmke mit einer ungewöhnlichen Aktion. Aufgrund der – aus Helmkes Sicht – oftmals unsachlichen Diskussionen im Falle von Rehkitzunfällen, lud er gemeinsam mit seiner Frau Kirsten Boner-Helmke zur öffentlichen Begehung seiner Mahdflächen in Tarmstedt und Tüschendorf ein. Acht Nicht-Landwirte meldeten sich auf die öffentliche Einladung hin. Sie sollten durch die Begehung einen Einblick bekommen, wie aufwendig und umsichtig der Großteil der Bauern die Flächen vor der Mahd nach Wildtieren absuche. Auslöser für die Aktion war die heftige Onlinedebatte um das getötete Rehkitz in Grasberg, erklärt Kirsten Boner-Helmke den Hintergrund.

Mit dem Ergebnis der Begehung sind die Landwirte mehr als zufrieden: Zwei Kitze konnten geborgen werden. Und einige der Teilnehmer wollen einen unabhängigen Pool von Wildsuchhelfern organisieren – eine Art Freiwillige Feuerwehr für den Tierschutz. Auch für Landwirte habe ein Wildunfall, abgesehen von dem Schock durch den Unfall und der Trauer um das Tier, weitreichende Folgen. Gerät ein Kadaver in die Ernte, ist das lebensbedrohlich für die Folgenutzer: Zu Viehfutter verarbeitet, kann die Silage bei Milchkühen zu einer lebensbedrohlichen Krankheit führen: Botulismus.

"Niemand verursacht freiwillig einen Wildunfall", sagt Boner-Helmke. Dafür würden die Landwirte gemeinsam mit der Kreisjägerschaft Treibjagden vor der Mahd organisieren. Jagdpächter würden geschult, um den Landwirten im Falle eines Unfalls zur Seite zu stehen. Teilweise werde mit Drohnen gearbeitet, um die Felder nach Tieren abzusuchen. Unterstützt wurde diese Aktion von den Jagdpächtern Andreas Mai, Michael und Florian Thien sowie dem Tarmstedter Tierarzt und Zevener Jägerschaftsvorsitzenden Heinz-Hermann Holsten. Interessierte Freiwillige können sich bei Aleke Averbeck aus Grasberg unter der Mobilnummer 0176/ 21 89 68 73 melden. Sie organisiert den Wildsuchhelfer-Pool.

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