Fahrgastzahlen der Linie 4

"Wir schwanken so um die 3000 am Tag"

Gut ein Jahr nach dem Start der Linie 4 in Lilienthal richtet die Bremer Straßenbahn AG wieder einen Info-point ein – diesmal, um die Lilienthaler über Tickets und Tarife, Routen und Fahrpläne zu informieren.
03.09.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Wilke und Christian Meyer

Gut ein Jahr nach dem Start der Linie 4 in Lilienthal richtet die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) wieder einen Info-point ein – diesmal, um die Lilienthaler über Tickets und Tarife, Routen und Fahrpläne zu informieren. Am Sonnabend, 5. September, wird die Auskunft in der Alten Apotheke gleich hinter dem Ärztehaus an der Hauptstraße eröffnet.

Bis zum 31. Oktober beantworten Service-Kräfte Fragen der Lilienthaler. Doch kann man im Infopoint auch alle Tickets kaufen. Das Ziel der BSAG ist klar: Sie will neue Kunden gewinnen. Wie viele sind schon eingestiegen? Wie haben sich die Fahrgastzahlen in den vergangenen Monaten entwickelt? Bei diesen Fragen hält sich die Bremer Straßenbahn AG allerdings bedeckt.

Detaillierte Zahlen am Jahresende

Detaillierte Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die kämen am Jahresende auf den Tisch, versichert BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer der Redaktion. „Dann machen wir eine saubere Bilanzierung.“ Bisher war der Freimarktsmonat Oktober der beste. Da nutzten täglich 3900 Menschen die Linie 4. Im November 2014 stiegen täglich 3400 zu, im Dezember 3600 und im Januar 3500 (wir berichteten). Die Zahlen basieren auf den Ergebnissen von Zählfahrzeugen mit Lichtschranken, die jede Haltestelle mindestens dreimal im Monat ansteuern. Die daraus resultierenden Werte rechnet die BSAG dann auf den Monat hoch.

Jetzt liefert das Verkehrsunternehmen keine Monatszahlen mehr. Warum nicht? „Die Zahlen schwanken stark und sind noch wenig aussagekräftig“, erklärt Jens-Christian Meyer der Redaktion. „Das ist auch wetterabhängig. Im Sommer haben wir weniger Fahrgäste als im Frühjahr und im Winter. Bei schlechtem Wetter gehen die Zahlen rauf, bei gutem Wetter runter.“

BSAG: Erstes Jahr nicht aussagekräftig

Im ersten Jahr seien die Fahrgastzahlen ohnehin wenig aussagekräftig, betont Meyer. „Viele probieren das neue Angebot aus, einige springen wieder ab, andere kommen dazu.“ Drei Jahre dauere es, bis sich alles eingependelt habe, Meyer spricht vom „eingeschwungenen Zustand“. Bis dahin, so viel steht fest, müssen die Fahrgastzahlen noch deutlich gesteigert werden, auf 4500 täglich. Nur dann gehen die Rechnungen der BSAG und der Gemeinde Lilienthal auf. Bleiben die Zahlen niedriger, erhöht sich der Zuschuss der Gemeinde. In diesem Jahr beteiligt sich Lilienthal mit 351 000 Euro an den Betriebskosten der Straßenbahn (wir berichteten). Nach dem Eckpunktevertrag mit Bremen steigt diese Summe jedes Jahr um zwei Prozent – als Ausgleich für die Lohn- und Preissteigerungen. Einkalkuliert sind dabei Fahrgasteinnahmen in Höhe von 765 000 Euro im Jahr. Fallen sie niedriger aus, zahlt Lilienthal mehr – bis zu 77 000 Euro. Sinken die Einnahmen durch die Ticketverkäufe noch stärker, geht das zu Lasten der Bremer Straßenbahn AG.

Bei den Fahrgastzahlen sieht das Verkehrsunternehmen noch Luft nach oben. „Wir schwanken so um die 3000 am Tag“, sagt der BSAG-Sprecher. „Das entspricht unseren Erwartungen, ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Da ist mehr drin.“ Immerhin kristallisieren sich nach Meyers Worten rund 2500 Stammkunden heraus, die regelmäßig Bahn fahren.

Die „Mobilitätsberatung“ in Lilienthal soll Interesse wecken und den Ticketverkauf ankurbeln. Im Infopoint in der Alten Apotheke sitzen montags bis sonnabends täglich von 9 bis 13 Uhr Mitarbeiter der BSAG-Kundencenter und Helmut Pflugradt, der die Lilienthaler in der Bauphase als Bürgerbeauftragter über Sperrungen und Umleitungen informiert hat. Zusätzlich startet die BSAG am 14. September die Kampagne „Ich fahre 4“: Sieben Lilienthaler erklären, warum sie die Straßenbahn nutzen. Beim Lilienthaler Herbstfest mit verkaufsoffenem Sonntag am 20. September ist der Infopoint in der Alten Apotheke auch geöffnet.

Die persönliche Beratung sei wichtig, sagt Meyer. Die Lilienthaler seien am weitesten weg von den Kundencentern, deshalb komme die BSAG ihnen entgegen. Nach einem Jahr Fahrbetrieb auf einer neuen Strecke noch einmal intensiv zu beraten und auf die Vorzüge des Bahnfahrens hinzuweisen, sei bei der BSAG üblich.

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