Spieleabende beim Heimatverein Seebergen in Brünings Hof sind für Kinder und Erwachsene der Renner Wo Kleine mit Großen um die Wette fiebern

Lilienthal-Seebergen. Für den Bruchteil einer Sekunde hängt über dem Tisch ein schwerer Vorwurf. Meint es hier einer nicht ehrlich? Hat hier jemand vielleicht mit manipulativer Absicht ins Geschehen eingreifen wollen? Mal eben unbemerkt eine Karte verschwinden lassen, was! Der stumme Vorwurf springt den Männern und Frauen geradezu aus dem Gesicht. Das könnte so passen: Still und heimlich ein Pik-Ass in den Ärmel schieben! Dann aber prusten sie los. Alles nur Spaß! Ein bisschen Flachserei gehört schon dazu, wenn sich die Seeberger zum Spieleabend treffen.
21.01.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Ulrike Schumacher

Lilienthal-Seebergen. Für den Bruchteil einer Sekunde hängt über dem Tisch ein schwerer Vorwurf. Meint es hier einer nicht ehrlich? Hat hier jemand vielleicht mit manipulativer Absicht ins Geschehen eingreifen wollen? Mal eben unbemerkt eine Karte verschwinden lassen, was! Der stumme Vorwurf springt den Männern und Frauen geradezu aus dem Gesicht. Das könnte so passen: Still und heimlich ein Pik-Ass in den Ärmel schieben! Dann aber prusten sie los. Alles nur Spaß! Ein bisschen Flachserei gehört schon dazu, wenn sich die Seeberger zum Spieleabend treffen.

Spaß haben sie an diesem Abend in Brünings Hof allemal. Er packt die Kleinen und die Großen. Das monatliche Vergnügen macht vor keiner Altersgrenze Halt. "Willkommen ist jeder von acht bis 88", sagt Vorstandsmitglied Klaus Krentzel. Lange musste der örtliche Heimatverein die Werbetrommel für die besonderen Spieleabende nicht rühren. Das Angebot sei auf Anhieb ein buchstäblicher Renner gewesen, bestätigt Vorsitzender Wolfgang Entelmann. Er freut sich, dass sich auch heute wieder Kinder und Erwachsene auf die Socken gemacht haben, um auf der Diele des einstigen Bauernhauses den generationenübergreifenden Spieltrieb zu genießen. Und das, wo an einem Wochenendabend die Konkurrenz groß sein kann. Man denke nur an Bildschirme und die von ihnen ausgehenden Verlockungen. "Wir wollen mit mit unseren Spieleabenden auch dazu beitragen, dass die Kinder vom Fernseher und Computer wegkommen", sagt Entelmann. "Und wir wollen Kinder und Erwachsene zusammenbringen", fügt seine Frau

hinzu.

Angelika Entelmann mischt bei den Kartenspielern mit, die sich eben die scherzhaften Anschuldigungen um die Ohren gehauen haben. Zwischen Dame, König, Buben und all den anderen roten und schwarzen Karten stehen Schalen mit Knabbereien. Manche trinken ein Glas Rotwein, andere Bier, und für die Kinder gibt es Saft und Sprudel. Der neunjährige Malte greift schmunzelnd zu den Gummibärchen. Seine Wangen sind etwas gerötet, er hat ein gutes Blatt auf der Hand.

Maltes Bruder Timo hat sich derweil zu Lutz Papkalla gesellt. Konzentriert blicken der siebenjährige Steppke und der 66-jährige Seeberger Neubürger auf einen Turm schmaler Hölzer. "Wir wollen nicht, dass er umkippt", flüstert der Ältere. Doch das wird sich kaum vermeiden lassen. Allein schon, weil jeder von ihnen abwechselnd Holzstück um Holzstück herausziehen muss, um es oben wieder draufzulegen. Mit zittriger Hand fingert Timo ein Hölzchen hervor. Der Turm, der schon so viele Löcher hat wie eine Schweizer Käse, kommt bedenklich ins Wanken. Timo und sein Bruder haben übrigens ihren "Babysitter" überredet, hierher zu gehen. "Ich fand die Idee gut", sagt Astrid Weimer, die die beiden Jungen an diesem Abend betreut und sich vom Spielfieber mitreißen lässt.

Am Nachbartisch haben sich Birgit Schneider, Lars Stepputat, die beiden Kinder Philipp und Jori sowie Holger Brüggemann zusammengesetzt, um "Heimlich und Co" zu spielen. "Zu Hause kennen wir schon alle Spiele, und es ist doch spannend auch mit anderen zu spielen", erzählt Birgit Schneider. Der Abend könnte noch lang werden. Auf einem Tisch liegt noch so manches zur Auswahl. Und dann hat Klaus Krentzel ja auch noch sein berühmtes Jakkolo der Marke Eigenbau mitgebracht. Wie beim Billard müssen hölzerne Pucks durch recht schmale Öffnungen geschossen werden. "Das macht süchtig", weiß Hiltraut Grote. Und Klaus Krentzel erinnert sich, dass er einer Familie beim letzten Mal die komplette Ausrüstung mitgeben musste, weil die Kinder kein Ende finden konnten. Aber wer heute nicht alles schafft, kommt einfach wieder. Den nächsten Spieleabend für Jung und Alt gibt es am Freitag, 11. Februar, ab 19.30 Uhr.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+