Antik- und Trödelmarkt in der Museumsanlage findet großen Anklang Zeugnisse der Vergangenheit

Von Angelika Meurer-Schaffenberg
14.03.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Von Angelika Meurer-Schaffenberg

Landkreis. "Ich muss hier raus. Die Versuchung ist einfach zu groß", seufzte eine Besucherin des Antik- und Trödelmarktes in der Osterholzer Museumsanlage und wandte sich entschlossen dem Ausgang entgegen. Sie hatte bereits einen ausgiebigen Gang durch die Ausstellungsräume im Vogelmuseum hinter sich und konnte sich nur schwer beherrschen, nicht noch und noch eine kleine Kostbarkeit als Zeugnis der Vergangenheit zu erstehen.

Sie war nicht die einzige, die aus Liebe zum stilvollen Gebrauchten nostalgische Gefühle bekam und vor einem der 21 Ausstellungsstände ins Schwärmen geriet. "Ich bin aus Bremen extra hierher gekommen, weil ich es genieße, in Erinnerungen zu schwelgen", berichtete eine Besucherin. Sie stand vor einem Set weißer Keramikschälchen samt dafür angefertigtem Holzregal, das sie in die glücklichen Tage ihrer Kindheit in Mutterns Küche zurückversetzte. "Soda", "Seife", "Sand" stand auf Schalen in hellblauen Lettern geschrieben.

Nicht nur Nostalgie, auch Pragmatismus und Sammlerehrgeiz zeichnete Besucher und Aussteller aus. "Bei uns stehen die Sachen nicht im Keller - wir leben mit ihnen", berichtete etwa Renate Albertsmeier. Wenn sie eine neue Lampe brauche, kaufe sie diese nicht im Baumarkt oder in einem Geschäft für Gebrauchtes, sondern sie bummle über die Trödelmärkte, um ihr Lieblingsstück mit Flair zu erstehen. In ihrem Lebensstil sei sie aber nicht ausschließlich festgelegt auf Altes. "Ich habe zum Beispiel neben der alten Tretnähmaschine auch ein hochmodernes Gerät, das die neueren Stoffe besser bearbeiten kann", versichert Renate Albertsmeier.

Besonderer Charme

Unter den Besuchern des Marktes waren nicht nur Menschen, die angesichts der Waren an ihre persönliche Lebensgeschichte erinnert wurden. Auch Kinder waren fasziniert. "Ein Antikmarkt - oh, wie langweilig, dachte ich zuerst. Aber jetzt finde ich es richtig spannend hier", urteilte etwa der zehnjährige Maurice, dem es besonders die alten Bücher und eine funktionsfähige mechanische Schreibmaschine angetan hatten.

"Alte Dinge haben oft einen besonderen Charme und ihre eigene Geschichte. Wer sich mit solchen Gegenständen umgibt, schafft zu Hause eine ganz individuelle Atmosphäre", beschrieb Museumspädagogin Karla Lütjen ihre Freude an Antikem. Sie hat die Ausstellung in der Museumsanlage zum zweiten Mal organisiert. Mindestens 60 Jahre alt sollten die Schmuckstücke sein, die feilgeboten wurden.

Im vergangen Jahr hatten die Organisatoren den Schwerpunkt auf Kücheneinrichtungsgegenstände gelegt, in diesem Jahr kamen Kleinmöbel dazu. Lütjen war am Ende des Tages rundum glücklich: "Ein Aussteller meinte heute, der Markt sei so genial, dass man ihn erfinden müsste, wenn es ihn noch nicht gebe", berichtete sie von der positiven Resonanz. An den Verkaufsständen und in den Fluren seien viele lebhafte Gespräche über Erinnerungen und Erfahrungen mit den Gegenständen zu beobachten gewesen.

Karla Lütjen war froh über die Kooperation mit dem Bürgerverein, der für die Kaffeetafel sorgte und die ehrenamtlichen Helfer, die ihre Zeit für die Organisation investierten. So konnten die Besucher nach einem Bummel durch die Anlage bei Torte und Kaffee von ihren Lieblingsstücken erzählen. Laut Lütjen wollen alle Aussteller im nächsten Jahr wieder kommen und sie selbst wolle den Antik- und Trödelmarkt zur Tradition werden zu lassen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+